Neue Erkenntnisse zum Thema Ruhestüörung Schnarchen

Einer schläft und sägt, der andere ist wach und leidet. Beides stresst und greift die Gesundheit an. Dagegen sollten Sie etwas tun

Schlaflose Frau Schnarchen © g_studio - iStockphoto

Jede Nacht das Gleiche: Das Geschnarche des Liebsten raubt einem den letzten Nerv – und den Schlaf. 30 Millionen Deutsche rasseln, pfeifen, zischen und brummen nachts vor sich hin. Teils lauter als 80 Dezibel, der Lärmpegel eines Presslufthammers. Meist sind Männer für die nächtliche Ruhestörung verantwortlich. „Mit 40 schnarcht jeder Zweite, ab 50 sind es gar 60 bis 80 Prozent“, so Dr. Christoph Möckel, Chef der HNO-Abteilung des St. Franziskus Hospitals in Köln. Doch ab der Menopause holen Frauen auf. 25 Prozent schnarchen dann regelmäßig.

Im Schlaf nimmt bei jedem Menschen die Spannung der Muskeln ab – auch die der Mundhöhle und des Rachens. Dadurch erhöht sich der Atemwiderstand. Wenn dann irgendwo ein Engpass besteht, werden die Gaumensegel und andere Weichteile im Rachen-Kehlkopf- Bereich in Schwingung versetzt. Bei Frauen verhindern die weiblichen Hormone ein Erschlaffen der betroffenen Muskeln. Bis zu den Wechseljahren.

Die häufigste Schnarchursache aber ist Übergewicht. Fettablagerungen am weichen Gaumen behindern die nächtliche Atmung. „Doch nicht allein anatomische Gründe stecken hinter der Geräuschkulisse“, behauptet die Autorin Sabine Krüger, die in enger Zusammenarbeit mit dem Psychiater und Psychotherapeuten Dr. Hans-Leo Sötzen eine Anti-Schnarch-Therapie entwickelt hat siehe Buchtipp). Nach ihrer Auffassung stehen Schnarcher oft seelisch unter Druck. Im Kontakt mit anderen sind sie darauf geeicht, negative Gefühle hinunterzuschlucken und zu verdrängen. Nachts arbeiten sie schnarchend das Tagesgeschehen auf – sie brüllen, röcheln und beklagen sich.

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Autor:
Uta König