Fit & Gesund Sanfte Methoden bei Frauenleiden

Gerade bei typisch weiblichen Beschwerden ist eine alternative Behandlung oft der beste Weg. Unser Experte erklärt, warum

Sanfte Methoden bei Frauenleiden Sanfte Methoden bei Frauenleiden © Andrejs Pidjass-fotolia

DR. MARKUS WIESENAUER

Buchautor, Allgemeinmediziner und Homöopath aus Weinstadt bei Stuttgart

Gegen Kopfschmerzen schnell eine Tablette, bei Zyklusstörungen sofort der Griff zur Hormonersatztherapie – viele Frauen wollen genau das nicht mehr. Sie wünschen sich eine sanfte, ganzheitliche Methode, um gesundheitliche Beschwerden schnell und möglichst schonend in den Griff zu bekommen. Häufig werden diese Frauen bei der Homöopathie fündig und setzen die Heilmethode dann vor allem bei Alltagsbeschwerden ein. Dr. Markus Wiesenauer ist Facharzt für Homöopathie und Naturheilverfahren. Er stellt in seiner Praxis jeden Tag fest: „Das Interesse an der alternativen Heilmethode steigt. Und gut zwei Drittel meiner Patienten sind weiblich.“ Gerade Frauen nutzen und profitieren von der Homöopathie. Männer bleiben jedoch häufig skeptisch.

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Sind Frauen der Homöopathie gegenüber aufgeschlossener?

Ich würde sagen, ja. Sie haben häufig ein differenzierteres Körpergefühl als Männer. Ihnen fällt es oft leichter, Beschwerden einzuordnen und das richtige Mittel für sich zu finden. Außerdem sind es meist die Frauen, die für die Gesundheit der Kinder verantwortlich sind. Viele wünschen sich gerade für die ganz Kleinen eine sanfte Medizin.

 

Warum sträuben sich Männer eher gegen die sanfte Methode?

Männer sind Gesundheitsmuffel, ohne ihre Partnerin würden sie wahrscheinlich noch seltener zum Arzt finden, als sie das ohnehin tun. Und das gilt auch für Homöopathen. Männer kommen meist erst, wenn sie beispielsweise sehen, dass Globuli bei ihren Kindern gut funktionieren oder wenn der eigene Leidensdruck sehr hoch ist.

 

Welche Vorteile hat denn die Homöopathie in der Behandlung typischer Frauenleiden?

Ihr großes Plus ist, dass die homöopathischen Arzneien nicht in den Hormonhaushalt eingreifen. Deshalb können zum Beispiel Zyklusstörungen und Wechseljahrsbeschwerden ganz ohne Nebenwirkungen sehr gut ausgeglichen werden. Lachesis D12 etwa lindert Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen und Stimmungsschwankungen. Bei plötzlichen krampfartigen Regelschmerzen hilft Magnesium phosphoricum D6.

 

Ersetzen homöopathische Arzneimittel dann den Gang zum Gynäkologen?

Nein. Gerade chronische und starke Beschwerden sollte immer der Facharzt abklären. Nur er kann feststellen, ob eine schwerwiegende Erkrankung hinter den Symptomen steckt. Oftmals kann die Homöopathie dann therapiebegleitend helfen und dafür sorgen, dass beispielsweise weniger Schmerzmittel nötig sind. Etwa bei Myomen, Endometriose oder hormonell bedingter Migräne.

 

Was gilt in der Schwangerschaft und Babyzeit?

Auch dann dürfen die Globuli in den Potenzen D6 bis D12 eingesetzt werden. Denn anders als viele herkömmliche Medikamente belasten sie das Ungeborene nicht. Für Hebammen ist Homöopathie deshalb ein fester Bestandteil der Schwangerenbetreuung geworden. Auch nach der Geburt. Denn sie eignet sich sehr gut, um jungen Müttern wieder Kraft zu geben, das Stillen zu erleichtern und die Wundheilung zu fördern.

 

Können die Kügelchen auch den täglichen Spagat zwischen Beruf und Familie erleichtern?

Sie können auf jeden Fall dabei helfen, besser mit Stress umzugehen. Viele Frauen reiben sich buchstäblich auf, indem sie versuchen, Job, Kinder und Haushalt perfekt zu managen. Irgendwann sind ihre Kräfte erschöpft. Dann baut Helonias D6 wieder auf. Aber: Globuli allein reichen in einer solchen Situation nicht. Es muss auch eine Verhaltensänderung folgen und die Einsicht, dass etwas auch mal nicht perfekt sein darf.

 

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