Fasten

Saftfasten: Reset für den Körper

Wie bleiben Top-Ärzte gesund? Professor Andreas Michalsen gibt eine verblüffende Antwort. Saftfasten ist ein Reset für den Körper.

Eine Frau probiert, welches Früchte Sie zum Saft-Fasten verwenden möchte Saftfasten: Reset für den Körper © JackF/ iStock/ Thinkstock

Die eine verzichtet jedes Frühjahr ein paar Wochen auf ihre Lieblings-Schokokekse. Die andere probiert aus, wie man ganz ohne Alkohol lebt. In Frühlingslaune fällt uns „Teilzeitfasten“ leichter. Einfach mal ausprobieren, wie es sich anfühlt, nicht weiterhin zu essen, wie man es gewohnt ist, sondern bewusst auf die üblichen Extras zu verzichten. Warum also nicht noch einen Schritt weitergehen und sieben Tage lang gar nichts essen? Für den Körper wirkt diese Unterbrechung, als würde man einen Reset-Knopf drücken. Er entgiftet, regeneriert und baut neue Energie auf. Studien belegen: Wer dreimal jährlich fastet, lebt länger. Wie man fastet, erklärt Professor Andreas Michalsen.

Herr Professor Michalsen, warum raten Sie zum Fasten?

Weil es uns gesund und glücklich macht, wenn wir eine Weile aufs Essen verzichten. Studien belegen, dass beim Fasten entzündliche Vorgänge in den Zellen gestoppt werden. So kann es sogar gegen Rheuma helfen, den Blutdruck senken und unseren Kreislauf frühlingsfit machen.

Bekomme ich nicht miese Laune, wenn mein Magen leer ist?

Im Gegenteil. Der Körper schüttet dabei Glückshormone aus, zugleich sinkt der Stress-Pegel. Viele erleben nach drei Tagen regelrechte Euphorie.

Warum raten Sie zum Saftfasten?

Weil wir zu dieser Fastenform die meisten wissenschaftlichen Studien mit positiven Effekten haben.

Was ist das Besondere daran?

Man verzichtet zwar auf feste Nahrung, erlaubt sind aber vitalstoffreiche Säfte und klare Gemüsebrühe, falls Sie Lust auf kräftigen Geschmack haben.

Darf ich so viel Saft trinken, wie ich will?

Sie sollten insgesamt nicht mehr als rund 500 Kalorien pro Tag zu sich nehmen. Ein Glas mit 0,2 Liter Tomatensaft hat zum Beipiel 140 Kalorien, Bio-Gemüse-Saft etwa 160. Wasser und ungesüßten Kräutertee dürfen Sie übrigens so viel trinken, wie Sie mögen.

Welche Säfte eignen sich am besten?

Ideal sind kalorienarme Gemüse-Mix-Säfte, zum Beispiel aus Gurken, Karotten, Kohl oder Tomaten. Am besten, man presst sie frisch. Ich mag am liebsten einen Mix aus Möhre, Roter Bete und Ingwer, gewürzt mit Gelbwurz. Das schmeckt aromatisch, gibt Power und wärmt. Das ist wichtig. Denn wer fastet, friert oft schneller.

Kann ich auch mit Smoothies fasten?

Ja, bezüglich der Kalorienzahl gibt’s kaum Unterschiede.

Hat Fasten Nebenwirkungen?

Kaffeetrinker können zu Beginn durch den Koffein-Entzug Kopfweh bekommen. Andere fühlen sich vielleicht müde oder schwindelig. Das gibt sich aber nach ein, zwei Tagen.

Sollte ich mir fürs Fasten freinehmen?

Nicht unbedingt. Wenn Sie Ihre Fastenkur am Freitagabend beginnen, ist das anfängliche Hungergefühl bis zum Montag verschwunden. Die meisten haben dann kein Problem, gleichzeitig zu arbeiten und zu fasten.

Haben Sie einen Durchhaltetipp?

Bewegen Sie sich so oft wie möglich an der frischen Luft. Das unterstützt nicht nur die Entgiftungsprozesse, sondern verhindert auch, dass durch das Fasten die Muskeln schlaff werden.

Kann ich die Fastenkur wiederholen?

Saft-Rezepte
Fruchtige Fatburner-Drinks

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Ja, das ist sogar gut. Seit den 1930er-Jahren gibt es zahlreiche Fasten-Studien. Zusammengefasst kann man sagen: Wer regelmäßig fastet, tut viel für seine Gesundheit. Wenn der Körper seinen Stoffwechsel eine Weile bremst, muss er weit weniger freie Radikale, also Zellgifte, bekämpfen. Diese Schonzeiten beugen Alterungsprozessen vor.

So wird das Obst zum Saft

Bio-Obst und -gemüse sind zum Fasten ideal, denn sie enthalten ein Maximum an Vitaminen und Pflanzenstoffen. Mit welchem Gerät kann man Säfte selbst machen? Für Säfte mit Smoothie-Konsistenz genügt ein Standmixer (Blender) ab 13 000 Umdrehungen pro Minute und 600 Watt Leistung. Man sollte die Zutaten vorher klein schneiden, um es dem Mixer leichter zu machen. Aber nicht jeder mag die stückige Konsistenz von Smoothies. Wenn man richtigen Saft selbst machen will, braucht man einen hochwertigen Entsafter (z. B. „Smart Health Juicer“ von Gastroback, ca. 160 Euro, im Elektrohandel, Foto). Der Vitalstoff-Mix ist bei Saft und Smoothie übrigens ähnlich. Säfte enthalten etwas weniger Ballaststoffe. Die gesunden Substanzen gelangen dafür schneller ins Blut.

 
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Autor:
Kathrin Halfwassen