Gesundheit Kieser-Training: Muskeln gezielt stärken

Medikamente, Spritzen oder gar eine Operation müssen nicht sein: Diese Methoden halten das Rückgrat stark und beweglich

Kieser-Training: Muskeln gezielt stärken
„Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz“ heißt das Credo von Werner Kieser, dem Gründer der gleichnamigen Studio-Kette. Sein Trainingskonzept: die die Wirbelsäule umgebenden Muskeln regelmäßig an speziellen Fitnessgeräten kräftigen. Eine Einheit dauert maximal 90 Sekunden, das ganze Programm insgesamt eine halbe bis dreiviertel Stunde. Beratung sowie ein regelmäßiger Fitnesscheck gehören zum Service. „Eine große wissenschaftliche Studie hat gezeigt, dass 86 Prozent der Teilnehmer, die zweimal pro Woche zu uns kommen, schon nach drei Monaten wieder schmerzfrei sind“, sagt Dr. Sven Goebel, Leiter Forschung und Entwicklung bei Kieser. Monatsbeitrag: ca. 45 Euro. Einige Krankenkassen erstatten die Kosten.
Infos: www.kieser-training.com

 

Osteopathie: Blockaden lösen
Ähnlich wie der Chiropraktiker arbeitet der Osteopath. Allerdings sind Druck und Hebelwirkung sanfter. Sein Ziel ist es, mit ruhigen Handbewegungen „Störpunkte“ zu beheben. Die Theorie dahinter: Blockaden, Verhärtungen und Verspannungen können die Selbstheilungskräfte hemmen und Schmerzen verursachen. Eine verkrampfte Schulter muss demnach nicht unbedingt genau dort wehtun, sondern kann sich beispielsweise auch als Hexenschuss ausdrücken. Zu Beginn der Sitzung tastet der Osteopath den ganzen Körper des Patienten nach solchen Funktionsstörungen ab. Sind sie behoben, verschwinden die Schmerzen oft sofort. Kosten pro Sitzung: zwischen 60 und 130 Euro. „Ich halte Osteopathie bezüglich Rückenkrankheiten für eine der besten Entwicklungen der vergangenen Jahre“, sagt der Rückenspezialist Professor Dietrich Grönemeyer. „Leider läuft sie nur schleppend an, weil sie nicht über die Kasse abgerechnet werden kann.“
Infos: www.osteopathie.de

Physiotherapie: massieren und turnen
Ärzte stellen bei Rückenproblemen meist ein Rezept für sechs Physiotherapie-Stunden (Krankengymnastik) aus. Zur Behandlung gehören je nach Beschwerden beispielsweise Massagen, Fangopackungen und Reizstrombehandlungen für die Mobilisierung der Muskeln. Zudem stellt der Therapeut für den Patienten einen speziellen Gymnastikplan zusammen, um die Rückenmuskulatur zu stärken und die Haltung zu verbessern. Der Erfolg der Physiotherapie hängt entscheidend von der Selbstdisziplin ab: Wer die Übungen daheim regelmäßig macht, hat gute Chancen, die Schmerzen dauerhaft loszuwerden. Eine Studie mit mehr als 1000 Patienten an der Dartmouth Medical School im US-Staat New Hampshire hat gezeigt, dass die Bewegungstherapie selbst bei Bandscheibenvorfällen ebenso nachhaltig wirkt wie eine Operation. Schon bei den ersten Kontrolluntersuchungen nach sechs Wochen fühlten sich Operierte und Physiotherapie-Patienten nahezu gleich gut. Das Ergebnis der zweijährigen Studie: Wer regelmäßig turnt, bleibt häufig beschwerdefrei – auch ohne OP. Verordnete Physiotherapie bezahlen die Krankenkassen.
Geprüfte Physiotherapeuten findet man über den Dachverband: www.zvk.org

 

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Autor:
Theresia Förster