Verhütungsmittel

Pille - Risiko oder nicht?

Hormone zum Schlucken sind der sicherste Schutz vor Schwangerschaft. Es gibt aber auch Gründe, über Verhütungsalternativen nachzudenken.

Verhütung mit der Pille Pille - Risiko oder nicht? © Stockbyte/Thinkstock

Seit acht Jahren nehme ich die Pille, jetzt schon die fünfte Sorte“, schreibt „Susa39“ in einem Internet-Forum. „Zehn Kilo zugenommen, keinen Spaß mehr am Sex, Antriebslosigkeit. Ich habe keine Lust mehr drauf!“ Pillenmüde Patientinnen wie Susa erleben Frauenärzte immer öfter. Zwar sind moderne Präparate – mehr als 50 Jahre nach der Erfindung der Pille – heute geringer dosiert und damit generell nebenwirkungsärmer geworden. Aber oft dauert es lange, bis man das passende gefunden hat. Denn es gibt zahlreiche unterschiedliche Kombinationen aus den Hormonen Östrogen und Gestagen. Welche infrage kommt, muss man ausprobieren.

Alles Rund um Verhütung
Junge Frau mit Pille

Die Pille hat Vor- und Nachteile. Erfahren Sie hier mehr:  

 

 Verhüten ohne Hormone 
Pille statt Cremes und Hormone 
 Schwangerschaft 

Weitere Beiträge zum Thema Verhütung und Schwangerschaft finden Sie hier>>

Wer mit Hormonen verhüten will, hat heute eine ganze Reihe von Möglichkeiten

„Selbst wenn man mit seiner Pillensorte zufrieden ist, kann es Gründe geben, Alternativen in Erwägung zu ziehen“, sagt Dr. Dolores Foth vom Kölner PAN Institut für gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. „Für Frauen, die zum Beispiel viel reisen oder im Schichtdienst arbeiten, kann die regelmäßige Einnahme ein Problem sein.“ Zwar gibt es Alternativen wie etwa den „Verhütungsring“ (bleibt drei Wochen in der Scheide und gibt regelmäßig Hormone ab), die „Depotspritze“ (wirkt drei Monate) oder das „Hormonstäbchen“ (wird unter die Haut implantiert, schützt drei Jahre). „Doch manchmal rate ich aus medizinischen Gründen von Hormonpräparaten ab“, erklärt die Expertin. „Für Frauen mit bestimmten Formen der Migräne und starke Raucherinnen beispielsweise sind sie nicht geeignet.“

Die Beratung beim Frauenarzt kann vor Thrombose und Vitaminmangel schützen

Das Risiko einer Thrombose, eines gefährlichen Blutgerinnsels, ist bei jungen Pillenverwenderinnen zwar sehr gering. Es steigt aber zum Beispiel auch bei Übergewicht. „Lassen Sie sich regelmäßig vom Frauenarzt ausführlich untersuchen und beraten, wenn Sie mit Hormonen verhüten“, rät Dr. Dolores Foth. „Auch dann, wenn Sie Medikamente einnehmen müssen.“ So können zum Beispiel Antibiotika den Verhütungsschutz mindern. Wichtig ist zudem gesunde Ernährung. Durch die Pilleneinnahme kann etwa der Bedarf an Folsäure und B-Vitaminen erhöht sein.

Bei einem regelmäßigen Zyklus ist auch die „natürliche“ Methode zuverlässig

Frauen, die einen regelmäßigen Zyklus haben, können sogar ganz auf die Hilfen aus den Pharmalabors verzichten, wenn sie bereit sind, ihren Körper genau zu beobachten. Wer regelmäßig vor dem Aufstehen seine Temperatur misst, kann an einem Anstieg um etwa 0,5 Grad ablesen, dass die fruchtbaren Tage begonnen haben. Zudem ist der Schleim in der Scheide dann flüssiger und klarer. Anhand eines exakt geführten Kalenders, in dem man Messwerte und die Zeiten der Regel aufzeichnet, lassen sich die „gefährlichen“ Phasen berechnen. Dazu gehört aber viel Disziplin. Für Frauen, die nicht in einer stabilen Beziehung leben, bleibt das Kondom das Mittel der Wahl. Denn noch immer ist die AIDS-Gefahr groß. Jährlich infizieren sich in Deutschland rund 3000 Menschen mit dem Erreger.

Womit verhüten die Deutschen?

  • Pille 54%
  • Kondom 28%
  • Dreimonatsspritze 3%
  • Verhütungsring 2%
  • Temperatur messen 2%
  • Hormonimplantat 1%
  • Verhütungscomputer 1%