Informationen und Wirkung

Die „Pille danach“

Wer beim Sex nicht verhütet hat, ohne dass ein Kinderwunsch besteht, kann mit schneller Reaktion eine Schwangerschaft verhindern. Bis zu wenige Tage nach dem Geschlechtsverkehr kann die „Pille danach“ als Notfallpräparat Abhilfe leisten. Doch hat sie auch Nebenwirkungen. Ihre Einnahme ist erst nach intensiver ärztlicher Beratung zu empfehlen.

Nebenwirkungen der Pille danach Die „Pille danach“ © AndreyPopov/ iStock/ Thinkstock

Wenn ein Paar beim Geschlechtsverkehr nicht verhütet, zum Beispiel weil die Frau die Einnahme der Antibabypille vergessen hat oder das Kondom während dem Sex gerissen ist, kann die Frau ein Notfallpräparat zur Verhinderung einer ungewollten Schwangerschaft einnehmen, die sogenannte „Pille danach“. Bei der „Pille danach“ handelt es sich um eine Notlösung; sie ist aufgrund des vergleichsweise hohen Nebenwirkungsrisikos nicht als dauerhaftes Verhütungsmittel geeignet.

Was ist die „Pille danach“?

Die „Pille danach“ ist ein verschreibungspflichtiges Medikament und kann auch jungen Frauen im Teenager-Alter verschrieben werden. Ist das Mädchen jünger als 14 Jahre, muss der Arzt die Eltern verständigen und eine Einwilligung einholen. Mit Rezept ist die „Pille danach“ in der Apotheke erhältlich. Die Beratung durch einen Arzt ist auch deshalb so wichtig, weil die zeitgleiche Einnahme anderer Medikamente die Wirksamkeit des Notfallpräparats mindern kann. Ebenso kann hohes Übergewicht einen Einfluss auf die Wirkung haben.

Verschiedene Präparate auf dem Markt

Es sind verschiedene Präparate auf dem Markt, die unterschiedlich lange Wirkung zeigen. So kann ein Präparat mit dem Wirkstoff Levonorgestrel beispielweise bis zu 72 Stunden nach dem Geschlechtsakt eingenommen werden. Bei der „Pille danach“ mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat ist das Zeitfenster größer: Es kann bis zu 120 Stunden später, also fünf Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr, eingenommen werden. Die Wirkung hängt von zeitlichen Faktoren ab. Je weniger Zeit nach dem Geschlechtsverkehr verstrichen ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Schwangerschaft verhindert werden kann.

Wirkung der „Pille danach“

Menstruationstasse - Die Alternative zu den herkömmlichen Hygieneartikeln während der Regel

Lesen Sie hier mehr über Notfallverhütung.

Frauen sind nur an wenigen Tagen im Monat fruchtbar, nämlich an den Tagen kurz vor und kurz nach dem Eisprung. Männliche Samenzellen können bis zu fünf Tage im Körper einer Frau bleiben. Die „Pille danach“ verzögert oder hemmt den Eisprung und soll so eine Schwangerschaft verhindern. Sie sorgt dafür, dass sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter einnisten kann – solange sie eben rechtzeitig, vor dem Eisprung, eingenommen worden ist. Ist dies nicht der Fall, zeigt die „Pille danach“ keine Wirkung mehr. Sie ist daher nicht mit einer Abtreibung zu verwechseln, die erst durchgeführt wird, wenn bereits eine Schwangerschaft besteht.

Mögliche Nebenwirkungen

Nach Einnahme der „Pille danach“ kann es zu einigen Nebenwirkungen kommen. Es kommt zu einer Abbruchblutung, die stärker ausfallen kann als von der Regelblutung gewohnt, jedoch zum selben Zeitpunkt. Manchmal können vorherige Zwischenblutungen auftreten. Tritt die Blutung nicht oder nur ganz schwach auf, sollte zur Absicherung ein Schwangerschaftstest gemacht werden. Hier ist der Kostenpunkt sehr gering, für wenige Euro kann ein Test in einem Drogeriemarkt oder in einer Apotheke erworben werden. Die Genauigkeit ist bei diesen Tests allerdings geringer als bei einer ärztlichen Untersuchung. Bei manchen Frauen zählen auch Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel zu den Nebenwirkungen. Bei Schmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Was kostet die „Pille danach“?

Der Preis der „Pille danach“ liegt zwischen 15 und 35 Euro. Bei Frauen, die unter 20 Jahre alt und gesetzlich versichert sind, werden die Kosten von der Krankenkasse getragen.

 
Schlagworte: