Neuralgie - die besten Heilmethoden Was stoppt den Kopfschmerz?

Sprechen, Kauen, Zähneputzen – selbst ganz alltägliche Dinge können blitzartig höllisches Stechen im Kopf auslösen

Frau leidet unter Kopfschmerzen Was stoppt den Kopfschmerz? © iStock/Thinkstock

Wie ein Stromschlag überfällt er einen aus heiterem Himmel. Fährt ins Gesicht, sticht zu. Ein überwältigender Schmerz, den keine Aspirin- Tablette besiegen kann. Dafür kommt er viel zu plötzlich – und mit viel zu großer Wucht. Die Attacke hält nicht länger als ein, zwei Minuten an, oft ist sie sogar nach wenigen Sekunden vorbei. Doch gewiss ist: Die quälenden Blitze zucken immer wieder durch den Kopf. Manchmal im Stakkato- Rhythmus, manchmal aber auch erst nach Wochen oder Monaten.

WAS SICH HINTER DEN ATTACKEN VERBIRGT

Von den mehr als 200 Kopfschmerz-Arten, die Ärzte unterscheiden, zählt Gesichtsneuralgie mit Abstand zu den schlimmsten. Etwa 30 000 Menschen in Deutschland leiden an dieser Krankheit. Auslöser ist der sogenannte „Nervus trigeminus“.

Der Drillingsnerv, so sein deutscher Name, tritt auf Höhe der Schläfen aus der Schädelhöhle und verzweigt sich in drei Äste, die zur Stirn, zum Oberkiefer und zum Unterkiefer verlaufen. Er stellt damit eine wichtige Verbindung zwischen Gesicht und Gehirn her.

Das Problem ist aber: „Bei manchen Menschen liegt sein Nervenstamm zu nahe an einer benachbarten Arterie. Drückt das pulsierende Blutgefäß ständig auf den Trigeminus, wird mit der Zeit dessen Isolierschicht verletzt“, erklärt Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie. Irgendwann genügen dann ganz alltägliche Dinge wie Zähneputzen, Sprechen oder Kauen, und der Nerv beginnt zu toben.

Eine Trigeminus-Neuralgie kann man relativ gut diagnostizieren, weil ihre Symptome so speziell sind. Manchmal tritt sie allerdings als Begleiterscheinung einer Viruserkrankung, einer multiplen Sklerose oder eines Tumors auf. Um diese Ursachen auszuschließen, sind mehrere Untersuchungen zum Beispiel beim Neurologen, Orthopäden, HNO-Arzt oder Kieferchirurgen notwendig.

Nervenschmerzen verlaufen meist chronisch. Und sie belasten nicht nur den Kopf. Häufig betreffen sie ebenfalls Bauch, Kreuz, Schienbein, Hände oder Füße. Auch nach einer Gürtelrose kann eine Neuralgie entstehen. Die Haut im betroffenen Bereich des Körpers brennt dann höllisch wegen der geschädigten Nerven.

 

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Autor:
Bernhard Hobelsberger