Zunehmend eingebildet? Hypochondrie

Nicht jedes Zwicken ist Vorbote eines lebensbedrohlichen Leidens. Aber manche Menschen denken so – und das macht sie am Ende richtig krank

Hypochondrie Hypochondrie © Kaarsten-Fotolia

Wenn ein Star wie Sylvie van der Vaart Brustkrebs hat, glauben viele Fans plötzlich, sie hätte es ebenfalls erwischt. Je häufiger die Schweinegrippe durch die Boulevardmedien geistert, desto mehr Leute meinen, sich angesteckt zu haben. Und nicht selten lösen Gesundheitssendungen über Gehirntumore bei dem einen oder anderen Fernsehzuschauer beunruhigende Kopfschmerzen aus.

Die Zahl der eingebildeten Kranken nimmt zu. Nach einer englischen Studie soll jeder dritte Patient dem Arzt Symptome schildern, über die Zeitungen, das Fernsehen oder Magazine gerade ausführlich berichtet haben. Tatsächlich fehlt diesen Menschen aber nichts. Schuld ist laut Hypochondrie- Forscher Arthur Barsky von der Harvard University eine oft reißerische Berichterstattung im Zusammenspiel mit unserer immer hektischer werdenden Gesellschaft. „Menschen unter Stress neigen dazu, ihren Körper verstärkt zu beobachten“, erläutert Barsky. „Durch diese erhöhte Selbstbeobachtung verändert sich die Wahrnehmung möglicher Körpermissempfindungen.“

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