Gesundheit

Halbwahrheiten der Medizin

Gerade sitzen, nicht im Dunkeln lesen, nach dem Essen Zähne putzen: Jeder kennt medizinische Grundsätze und Regeln, die uns schon im Kindesalter eingetrichtert werden. Bei uns erfahren Sie, welche Märchen wir von klein auf eingetrichtert bekommen - und was davon wirklich stimmt.

Arztpraxis von außen - Erfahren Sie mehr über Halbwahrheiten der Medizin Halbwahrheiten der Medizin © Keith Levit Photography/Thinkstock

Nach dem Essen: Zähneputzen

Damit sind wir auch schon beim ersten Mythos: Nach jedem Essen sollte man sich die Zähne putzen. Grundsätzlich ist Zähneputzen natürlich nicht verkehrt, aber der Zeitpunkt spielt für die gesundheitliche Wirklung eine entscheidende Rolle. Wenn Sie mit Ihrem Essen Säure zu sich nehmen, und das tun Sie praktisch mit jedem Essen, dann weichen Sie damit Ihren Zahnschmelz für kurze Zeit auf. Putzen Sie direkt danach die Zähne, kann der Zahnschmelz dadurch geschädigt werden. Warten Sie mindestens eine Stunde. Übrigens: Durch die pH-neutrale Wirkung des Speichels werden Ihre Zähne direkt nach dem Essen schon ein wenig gesäubert.

Kaffee trocknet den Körper aus

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Buchcover Halbwahrheiten der Medizin

Weitere "Halbwahrheiten der Medizin" gibt es im gleichnamigen Ratgeber von Carsten Lekutat nachzulesen.

Zu viel Kaffee schadet dem Körper, diese Weisheit ist wohl jedem schon mal untergekommen. Dass Kaffee in großen Mengen nicht gesund ist, ist kein Geheimnis. Außerdem gilt beim Italiener: Zu jedem Espresso gibt es ein Glas Wasser. Ohnehin soll man dem allgemeinen Glauben nach, zum Kaffee zusätzlich Wasser trinken, weil Kaffee den Körper austrocknet. Aber stimmt das auch? Tatsächlich "treibt" Kaffee, regt also den Harndrang an. Der Wirkstoff Koffein sorgt dafür. Langfristig bewirkt Kaffee aber keinen Flüssigkeitsverlust im Körper. Diese medizinische Weisheit ist also ein Märchen.

Man(n) kann sich Frauen schöntrinken

"Je später der Abend, desto schöner die Gäste", lautet ein illustrer Spruch, der gerne mal auf Partys kundgetan wird. Sicherlich hängt diese Redensart auch mit der Annahme zusammen, dass der genossene Alkohol die Wahrnehmung verzerrt. Plötzlich wirken andere auf uns schöner. Ist das wirklich so? Und falls ja: Wie lässt es sich erklären? Ganz einfach: Schon ab 0,3 Promille vermindert sich die Sehleistung eines jeden Menschen. So haben wissenschaftliche Studien tatsächlich erwiesen, dass die Bewertung der Attraktivität anderer Menschen unter Alkoholeinfluss etwas ... größzügiger ausfällt.

Nie im Dunkeln lesen

Wer hat nicht als Kind unter der Bettdecke heimlich gelesen? Mit dem Licht der Taschenlampe? Lesen bei schwachem Licht schadet den Augen, haben unsere Eltern dann stes gesagt. Das weiß doch jeder. Aber stimmt das auch? Richtig ist, dass die Augen sich in der Dunkelheit beim Lesen mehr anstrengen müssen. Tatsächlich kann durch diese Belastung die Sehkraft kurzfristig etwas abnehmen. Langfristig aber ändert sich nichts an der Augenleistung. Auch diese medizinische Weisheit ist also eine Mär und sollte uns als Kindern wahrscheinlich nur Angst machen, damit wir nicht allzu lange auf sind.

Immer schön gerade sitzen

Die Oma hat immer gesagt: Setz dich gerade hin, sonst machst du dir den Rücken kaputt. Manche Menschen haben, sei es am Esstisch oder auf dem Bürostuhl, eine eher schlaffe Haltung, manche sitzen sehr akkurat und gerade. Was ist nun besser? Ideal ist tatsächlich nicht die kerzengerade Sitzhaltung, sondern eine Sitzpositon mit einer um 135 Grad nach hinten geneigten Rückenlehne. Am allerbesten ist ohnehin, nicht starr und steif zu sitzen, sondern beweglich zu bleiben und die Sitzposition hin und wieder zu wechseln.

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