Alles über Algen

Der Salat des Ozeans

Vielseitig und gesund: Die Alge ist das gesunde Powerfood aus dem Meer. Während sie in Ostasien schon seit Jahrtausenden kultiviert und verzehrt wird, sind wir in Europa erst vor einigen Jahren auf den Geschmack gekommen. Dabei lassen sich die gesunden Unterwasserpflanzen für so viel mehr verwenden als Sushi.

Leckere Algen für Sushi - So gesund sind die Algen aus dem Meer Der Salat des Ozeans © sonja lekovic/ iStock/ Thinkstock

In Ostasien werden sie als nahrhafte Kost und natürliches Heilmittel schon seit vielen tausend Jahren geschätzt: Algen. Sie sind meist geschmacksneutral bis leicht würzig-salzig und werden besonders in der japanischen Küche schon lange als Standard-Gemüse verwendet. Algen werden in Japan gekocht, gebraten oder gedämpft und als Tee und Gewürz weiterverarbeitet. Sie dienen als Zusatz in Suppen, Salaten oder als getrockneter Snack. Insgesamt werden jährlich bis zu neun Millionen Tonnen der Unterwasserpflanze geerntet und als Viehfutter, Dünger, Lebensmittel und Kosmetika weiterverarbeitet. Algen diesen außerdem als wichtiger Rohstoff für Lebensmittelzusätze wie Agar, Alginat oder Carragen und werden auch in der Molekularküche verwendet. Bei uns in Europa ist der Meeressalat erst seit einigen Jahren weitläufig bekannt und vor allem als Sushi-Zutat beliebt.

Viel Eiweiß, wenig Fett

Die kleinen grünen Blätter der Algenpflanze wachsen unter der Meeresoberfläche und werden auch als Seetang bezeichnet. Frischen Algen bestehen zu gut 90 Prozent aus Wasser und enthalten darüber hinaus Eiweiß (knapp 6 Prozent), Kohlenhydrate (2 Prozent) sowie weniger als ein Prozent Fett und Jod. Das Eiweiß und die Kohlenhydrate aus den Algen lassen sich allerdings aufgrund des niedrigen Fettgehalts schwer verdauen. Deshalb empfiehlt sich der Verzehr, sofern Sie die Algen nicht ohnehin als Beilage zu fettreichem Fisch essen, mit etwas Öl. 

Gesundheitliche Wirkung

Durch die Kombination aus dem geringen Fett- und dem hohen Ballaststoffanteil eignen sich Algen besonders gut als Lebensmittelbegleiter während einer Diät oder Ernährungsumstellung. Neben den genannten Inhaltsstoffen enthalten Algen auch viele Mineralstoffe und Spurenelemente wie Zink, verschiedene Vitamine und Eisen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden sie schon seit über 5000 Jahren zur Blutreinigung und Senkung des Blutdrucks angewendet. Sie wirken außerdem positiv auf Magen und Darm und stärken die Abwehrkräfte. In Japan wird die Alge sogar vorbeugend gegen Brustkrebs empfohlen.

Vorsicht vor zu viel Jod

Der hohe Jodgehalt kann allerdings auch gesundheitsgefährdend sein: Jod ist zwar wichtig für den Hormonstoffwechsel, kann uns aber in zu hohen Maßen auch schädigen. Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion sollten deshalb auf den Verzehr von Algen verzichten. Insbesondere Algen aus Asien sind mit Vorsicht zu genießen, da sie mindestens ein Jahr im Wasser wachsen und deshalb mit einem erhöhten Jodgehalt geerntet werden. Ein Gegenbeispiel: Algen, die auf Sylt gezüchtet werden, verbringen nur drei bis vier Monate unter der Meeresoberfläche und haben deshalb einen niedrigen Jodgehalt. Allerdings wird der Jodgehalt von Algen zum Verzehr nicht exakt gemessen. Deshalb sollten Algen grundsätzlich nur in Maßen genossen werden.

Die Artenvielfalt der Algen

Frau

Beautyrezepte mit Algen finden Sie hier.

Besonders bekannt sind die Kambu-Alge, die Wakame-Alge und die Sushi-Alge Nori. Kambu zeichnet sich durch ein leicht fischiges Aroma aus, ist durch den besonderen hohen Jodgehalt jedoch zum Teil nicht in Deutschland zugelassen. In geringen Mengen ist der Verzehr für gesunde Menschen aber unbedenklich. Die Kambu-Alge macht sich gut in Saucen und Pesti. Dort kann sie ihr Aroma besonders gut einsetzen. Die Braunalge Wakame wird unter anderem in Frankreich als Delikatesse angeboten. Sie enthält Alginsäure, die für die Entgiftung des Körpers und die Reinigung des Darms angewendet werden kann. Die getrocknete Alge wird in einem Sieb mit kaltem Wasser gründlich abgespült, dann circa fünf Minuten in lauwarmes Wasser eingelegt und danach ausgedrückt. Sie macht sich gut in Salaten, als Gemüse-Highlight zu Fischgerichten oder in asiatischen Suppen. Auch die Spirulina-Alge hat durch Ihre gesunden Inhaltsstoffe von sich reden gemacht und ist hierzulande als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Neben Eisen, Kalzium, 70 Prozent Eiweiß, Vitamin A und C enthält sie den höchsten Anteil an Omega-3-Fettsäuren in der gesamten uns bekannten Pflanzenwelt. Damit ist sie eine absolute Power-Alge mit positiven Wirkungen auf unser Immunsystem.

Der Verzehr von Algen ist sicher

Insgesamt sind die Menschen seit dem Tsunami in Fukushima und dem damit zusammenhängenden Atomunfall vorsichtiger im Verzehr von Algen geworden. Die deutsche Gesundheitszentrale gibt allerdings Entwarnung, da nur noch wenige Algen aus Japan nach Deutschland eingeführt werden. Vielmehr kommen Sie nun aus dem Inland, aus China, Spanien, Frankreich und den USA. Dabei ist nichts zu befürchten, und die Algen können guten Gewissens verzehrt werden.