Schmerzende Steine Galle & Niere

Gallen- und NIerensteine gelten als stille Volkskrankheit – rund 12 Millionen Deutsche sind betroffen, doch nur wenige wissen es

Die Nieren einer nackten Frau Galle & Niere © Yuri Arcurs-fotolia

Wie fühlt sich das eigentlich an, Steine im Körper? Wie Murmeln, die durch den Magen rollen? Oder wie Kieselsteine unter den Füßen? Oder wie Sand zwischen den Zähnen? Und wie groß sind diese Steine? Bei Gallenund Nierensteinen driftet unsere Vorstellung ins märchenhaft Merkwürdige. Wir wissen nicht, wie sie entstehen, wie sie therapiert werden, wie wir ihrer Entstehung vorbeugen können. Sie sind eine stille Volkskrankheit, eine, von der zwölf Millionen Deutsche – Tendenz steigend – betroffen sind; ein Großteil allerdings, ohne es zu wissen und zu spüren. Und sie sind eine Zivilisationskrankheit. „Ursache für viele dieser Steine ist, dass wir uns zu wenig bewegen und uns falsch ernähren“, sagt Professor Dr. Christian Müller, Chefarzt am Katholischen Marienkrankenhaus in Hamburg. Aber auch hormonelle Veränderungen im Körper und eine erbliche Vorbelastung begünstigen das Entstehen.

Der Organismus ist in diesen Fällen aus dem Gleichgewicht geraten. An Körperstellen, an denen sich gewöhnlich Flüssigkeiten in Hohlräumen ansammeln, etwa in der Gallenblase, den Nieren oder den Speicheldrüsen, ist dann die innere Balance gestört: Bestimmte Körperstoffe kristallisieren und verklumpen. Am erstaunlichsten ist es, dass diese Fremdkörper häufig gar keine Beschwerden verursachen. So brauchen rund 75 Prozent der Menschen mit Gallensteinen ihr ganzes Leben nicht mit Schmerzen oder gesundheitlichen Einschränkungen zu rechnen. Diagnostiziert werden diese Steine meist erst, wenn sie tatsächlich Schmerzen und Krämpfe auslösen. Oft werden sie auch eher durch Zufall entdeckt, wenn etwa bei einer Ultraschalluntersuchung des Magenbereichs nach ganz anderen Krankheiten gesucht wird.

Die drei häufigsten Steine liegen in der Gallenblase, den Nieren und den Speicheldrüsen. Sie unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung, den Beschwerden und teilweise darin, wie sie behandelt werden. Ein Überblick

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Autor:
Uta König