Gesundheit Enzymtherapie

Sie sind der Motor des Körpers, sie stärken die Abwehr, sie fördern Heilungsprozesse. Wie uns eine Behandlung mit Enzymen helfen kann.

Enzymtherapie Enzymtherapie © Adam Gregor-Fotolia

Können wir Menschen bald 200 Jahre alt werden? Können wir Krebs besiegen? Der diesjährige Nobelpreis für Medizin nährt viele Hoffnungen. Die Forscher Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak erhalten ihn für die Entdeckung des Enzyms Telomerase. Ein Eiweißmolekül, das als Jungbrunnen-Enzym gilt, weil es Alterungsprozesse reguliert. „Wenn man Telomerase-Hemmer weiterentwickelt, kann das die Lebensdauer unserer Zellen verdoppeln bis verdreifachen“, erklärt Dr. Winfried Miller, Allgemeinmediziner und Mitglied der Enzym-Liga. Der Nobelpreis macht neugierig. Und wirft gleichzeitig viele Fragen auf:

WOZU SIND ENZYME DA?

Kein Mensch, kein Tier, keine Pflanze kann ohne Enzyme existieren. „Leben wäre ohne diese winzig kleinen Eiweißmoleküle unmöglich“, sagt Enzymexperte und Buchautor Winfried Miller („Enzyme – Quelle des Lebens“, Zuckschwerdt Verlag, 14,90 Euro).

WIE VIELE GIBT ES?

Wissenschaftler vermuten, dass mindestens 15 000 unterschiedliche Enzyme an den Prozessen in unserem Körper mitwirken: Rund 30 Billiarden chemische Reaktionen werden so jede Sekunde gelenkt. Ob Atmung, Wachstum, Reizleitung in den Nerven, Heilungsprozesse nach Verletzungen oder die komplexen Abläufe des Immunsystems: Alles ist enzymgesteuert. Bisher konnten aber erst 3000 Enzyme in ihrer Funktion genauer bestimmt werden.

WIE ENTSTEHEN ENZYME?

Enzyme werden fortlaufend in lebenden Zellen gebildet, das ist Teil des genetischen Bauplans. Die Lebensdauer der unterschiedlichen Enzyme ist jedoch begrenzt. Manche existieren gerade mal 20 Minuten, andere bleiben wochen- oder auch monatelang aktiv.

1 2 3