Hormonhaushalt Die Schilddrüse

Stoffwechsel, Nerven, Gehirn – ohne die Botenstoffe des kleinen, federleichten Organs funktioniert in unserem Körper (fast) nichts 

Frau berührt ihren Hals - die Schilddrüse Die Schilddrüse © Amir Kaljikovic

Es war seltsam. Obwohl der Spätsommer noch mal richtig einheizte, verspürte Michaela Kulartz ein ständiges Frösteln. Richtig warm wurde ihr immer erst in der Mittagssonne. Zudem fehlte der gewohnte Antrieb. „Abends fiel ich todmüde ins Bett und morgens kam ich kaum in Gang.“ Die Darmstädter Vertriebssekretärin schob es auf fehlenden Urlaub und Ärger im Büro. Dabei lag es nicht am Stress, dass ihr Körper Probleme machte, sondern an einem kleinen Organ unterhalb ihres Kehlkopfs: der Schilddrüse.

Die Schilddrüse
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DER ENERGIESPENDER

Mit seinen beiden Flügellappen und dem Verbindungssteg in der Mitte ähnelt die Schilddrüse einem Schmetterling (siehe Illustration auf Seite 113). Doch der zarte Falter sorgt im Organismus mächtig für Wirbel. Das liegt an den beiden wichtigen Hormonen Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), die von der Schilddrüse produziert werden. „Diese Botenstoffe wirken auf alle Körperzellen und Organe“, erläutert Dr. Ursula Plöckinger, die an der Berliner Charité das Interdisziplinäre Stoffwechsel-Centrum leitet. „Sie regen den Grundumsatz an und beeinflussen dadurch, wie produktiv die jeweiligen Zellen arbeiten.“ Ob Verdauung und Herztakt im richtigen Tempo ablaufen, ist davon ebenso abhängig wie das Wachstum von Haaren und Fingernägeln oder die Geschwindigkeit unserer Reflexe.

 

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Autor:
Bernhard Hobelsberger