Gesundheit Die heilende Kraft der Ätherischen Öle

Ätherische Öle aus Blüten, Blättern, Samen und Wurzeln können Körper und Seele pflegen und unsere Gesundheit stärken.

Die heilende Kraft der Ätherischen Öle Die heilende Kraft der Ätherischen Öle © Teamarbeit-Fotolia

Erfindungen und Entdeckungen werden oft durch Zufall gemacht: Als René Maurice Gattefossé, ein französischer Chemiker und Parfümeur, an einem Julitag 1910 in seinem Labor experimentierte, verursachte er eine Explosion, bei der er sich Hände und Kopfhaut verbrannte. Schon seit längerer Zeit hatten ihn die Erfahrungsheilkunde und alte Bauerngeschichten über die Heilkraft von Lavendel fasziniert. Also zögerte er nicht lange und versorgte seine von lebensgefährlichem Wundbrand infizierten Hände mit Lavendelöl – worauf sie erstaunlich rasch und völlig ohne Narbenbildung abheilten. Dieser Erfolg regte ihn zu weiteren Forschungen an. Heute gilt René Maurice Gattefossé als Vater der Aromatherapie.

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Von Schulmedizinern geschätzt

In Frankreich ist die Behandlung mit ätherischen Ölen Teil der Schulmedizin, bei uns gilt die Aromatherapie noch als Erfahrungsheilkunde, als Teil der Phytotherapie, und wird besonders in der Alternativmedizin eingesetzt. Aber auch in zahlreichen Krankenhäusern, besonders in Süddeutschland, wird sie erfolgreich als Ergänzung zur Schulmedizin genutzt.
Die Biologin und Chemikerin Ruth von Braunschweig beschäftigt sich seit mehr als zwanzig Jahren mit dem Thema und berät Krankenhäuser beim Einsatz von ätherischen Ölen. „Vor allem in der Pflege, dem Wundmanagement und bei seelischen Zuständen wie etwa Schlafstörungen, Ängsten oder Wechseljahrsbeschwerden kann die Aromatherapie sehr gute Dienste leisten“, sagt die Expertin.

Die Pflanzenöle werden in Form von Badezusätzen und Massageölen, zum Inhalieren und in Duftlampen eingesetzt. Sie wirken auf drei verschiedene Weisen: über den Geruchssinn, über das Einatmen und über die Haut. Viele der bis zu 400 flüchtigen chemischen Stoffe, aus denen ein ätherisches Öl bestehen kann, stimulieren vor allem den Geruchssinn. Sie werden über die Riechzellen wahrgenommen und als Signal ins Gehirn weitergegeben. Dort wird der Duft bewertet, und das Nervensystem reagiert mit der Ausschüttung von Botenstoffen. Damit beeinflussen die Öle indirekt Psyche, Hormonund Immunsystem und stoßen optimalerweise die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Andere Stoffe gelangen beim Inhalieren oder Einatmen über die Schleimhäute ins Blut. Dort können sie entzündungshemmend,antibakteriell, schleimlösend und seelisch aufhellend wirken. Oder sie werden bei Massagen oder Einreibungen über die Haut aufgenommen. Die Öle werden verdünnt (0,5- bis 1,5-prozentige Mischungen mit einem Trägeröl, etwa Oliven-, Mandel- oder Jojobaöl) einmassiert. Ätherische Öle, die kurzfristig und punktuell in Reinform auf die Haut aufgetragen werden können, sind zum Beispiel Zitrone (bei Warzen) oder Lavendel (bei Verbrennungen/ Brandblasen).

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Autor:
Almut Siegert