Alternative Heilmethoden im Check Chinesische Medizin

In Europa wird vor allem die Akupunktur als Anwendung geschätzt. Doch auch Arzneien und Bewegungsübungen gehören zur TCM.

Chinesische Medizin Chinesische Medizin © Yuri Arcurs-Fotolia

Die am Anfang meistens gestellte Frage: „Schmerzt Akupunktur?“ Dazu Experte Jörg Grünwald: „Jedes Piksen tut ein ganz klein wenig weh, allerdings ist der Schmerz wesentlich geringer als bei einer Blutabnahme oder einer Injektion.“ Das klingt beruhigend und erklärt so einiges. Die Therapie mit den Nadeln ist im Westen die beliebteste Anwendung aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Aber was ist das Besondere an dieser Heillehre? „TCM ist vor allem ein Ansatz, der den Menschen ganzheitlich betrachtet“, erklärt Grünwald. Ziel der Behandlung: das energetische Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele wiederherzustellen.

Wie funktioniert die Therapie?

TCM setzt sich aus den „fünf Säulen der chinesischen Therapie“ zusammen: Neben der Arznei- und Akupunkturtherapie zählen Massagetechniken (Tuina und Akupressur), Bewegungsübungen (Qigong und Tai-Chi) und eine auf die Erkrankung abgestimmte Diät dazu. Die Lehre trennt die Organe nicht von Gefühlen, den Geist nicht von körperlichen Vorgängen und den Menschen nicht von seiner Umwelt. Alles steht mit allem in Verbindung und befindet sich in einem ewigen Prozess der Veränderung.

TCM basiert auf dem System der fünf Elemente, den polaren Kräften Yin und Yang. Zum Yin gehören beispielsweise Kühle, Feuchtigkeit, Ruhe und Dunkelheit, zum Yang Wärme, Trockenheit, Bewegung, Helligkeit. Ihre gegenseitige Anziehung sorgt für die Lebensenergie Qi (gesprochen: Tschi). Qi-Mangel oder gestautes Qi können Krankheiten auslösen. Die Lebensenergie fließt durch den menschlichen Körper in sogenannten Meridianen. Über diese können Informationen vom Körperinneren nach außen an die Oberfläche dringen sowie äußere Einflüsse in das Innere. Ein Akupunkteur folgt beim Einsetzen der Nadeln genau diesem Prinzip.

Die Diagnose bei TCM stützt sich auf Befragen, Betrachten, Hören und Riechen, Betasten und die Pulsdiagnose. Durch die detaillierte und umfangreiche Befragung versucht ein TCM-Therapeut, die Gesundheitsstörung einzuordnen. Für die Diagnose betastet der Therapeut auch die Akupunkturpunkte, um festzustellen, wie empfindlich sie sind. So kann er erkennen, ob die mit den Punkten in Verbindung stehenden Körperfunktionen gestört sind.

Wann kann sie helfen?

Wie mehrere Studien ergaben, zeigt die Anwendung von chinesischen Arzneimitteln besonders bei Hauterkrankungen sehr effektive Wirkung. Akupunktur lindert vor allem Rücken- und Knieschmerzen, das ist auch in Europa anerkannt und erforscht.

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Autor:
Jan Bockholt