Die beste Vorsorge Blutspende

Der Aderlass rettet Leben, doch die Spende hilft nicht nur anderen. Warum man sich damit auch selbst Gutes tut und fünf weitere wichtige Antworten.

Blutspende Blutspende © iStockphoto

Was erwartet mich, wenn ich mich für eine Blutspende entscheide?

Zunächst vorweg: Eine Blutspende tut nicht weh – bis auf den kleinen Pikser am Anfang. Und man gibt sich viel Mühe, die Blutspendezentralen angenehm zu gestalten – mit Snacks, Obst und Aufenthaltsräumen. Rund eine Stunde dauert die Angelegenheit für Neueinsteiger. Man muss einen Fragebogen ausfüllen, wird ärztlich durchgecheckt. Die Blutentnahme dauert 10 bis 20 Minuten, bei der man auf einer Liege ruht. Auch danach sollte man sich noch eine halbe Stunde entspannen.

Wer bekommt das Blut?

„Vor allem Schwerkranken wird damit geholfen“, sagt Friedrich-Ernst Düppe vom Deutschen Roten Kreuz. „Unfallopfer sind wesentlich seltener darauf angewiesen.“ Aber die Wahrscheinlichkeit, selbst zum Empfänger zu werden, ist hoch: Bei 80 Prozent der Bevölkerung fließt irgendwann fremdes Plasma durch den Körper. Beeindruckend ist auch der Bedarf: Jede Stunde fordern Kliniken beim DRK 625 Spenden für die ganz normale Versorgung an. Am Tag sind das runde 15000.

Und welche gesundheitlichen Vorteile hat der Spender?

Wer Blut spenden will, muss gesund sein, ein ärztlicher Check-up ist also immer dabei. Doch das ist nicht alles: „Es gibt eine finnische Studie, die ergeben hat, dass regelmäßiges Blutspenden einem Herzinfarkt vorbeugt“, so Friedrich- Ernst Düppe. „Aber noch überzeugender ist, was ich hier von den Menschen höre. Viele beschreiben die Wirkung als belebend.“ Andere können danach einige Zeit besser schlafen.

Kann man das mit einem Aderlass vergleichen, der therapeutisch in der Naturheilmedizin angewendet wird?

Durchaus, allerdings wird beim Naturheilverfahren wesentlich weniger Blut abgezapft. Es soll Bluthochdruck und Gerinnungstörungen vorbeugen. Tatsächlich regt das Blutlassen die Neubildung der zellulären Bestandteile an. „Es dauert drei bis vier Wochen, bis sich der entnommene halbe Liter Blut neu gebildet hat. Dadurch entsteht eine Blutverdünnung und eine verstärkte Sauerstoffversorgung“, weiß Friedrich-Ernst Düppe. Übrigens: In einem gesunden Körper nimmt die Blutqualität auch mit zunehmendem Alter nicht ab. Das DRK hat für Spender allgemein die Altersgrenze von 68 Jahren aufgehoben.

Wer darf nicht spenden?

Minderjährige und sehr schlanke Menschen, die weniger als 50 Kilo wiegen. Auch Schwangere und Stillende sollten pausieren. Ausgeschlossen sind Kranke und nach wie vor Homo- und Bisexuelle. Auch wer im Malariagebiet Urlaub gemacht hat, gilt sechs Monate lang als schlechter Kandidat, weil man im Blut diese Erreger nicht extra testet. Wer sich tätowieren lässt, sollte ein halbes Jahr warten, denn das Risiko, dass man sich mit Infektionskrankheiten durch nicht sterile Nadeln infiziert hat, ist zu hoch. Alle anderen können gut viermal im Jahr Blut spenden.

Wo kann ich Blut spenden?

Deutsches Rotes Kreuz – es ist immer noch eine der wichtigsten Anlaufstationen für Spender. Wo in Ihrer Nähe Termine angeboten werden, erfahren Sie über die Website im Internet (www.drk-blutspende.de) oder unter der kostenlosen Hotline 08 00/1 194911. Universitätskliniken – Sie wenden sich am besten direkt an die Auskunft der Uniklinik der nächsten Stadt.

 
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