Blasenentzündung Blaseninfektion - Infos & Tipps

Eine Unterleibsentzündung, auch Blasenentzündung, kennt fast jede Frau: Was Sie über Vorsorge, Medikamente und einen kaum bekannten Sonderfall wissen sollten.

Blaseninfektion - Infos & Tipps © iStockphoto

Beim Radfahren verkühlt? Nasse Badesachen nicht gleich gewechselt? Schon kommt die Quittung: Schmerzen, Brennen, Jucken, und ständig muss man aufs Klo. Eine Blasenentzündung, die Ärzte nennen sie Zystitis, kennt jede zweite Frau. Die Infektion ist lästig, doch nicht dramatisch: Viel trinken, den Unterleib warm halten, dann lassen die Beschwerden bald nach. Notfalls verordnet der Arzt Antibiotika. Normalerweise.

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Doch nach Angaben des deutschen Urologen-Verbandes wird die Blasenentzündung bei zehn Prozent der Patientinnen chronisch. Das heißt, sie tritt mindestens dreimal pro Jahr auf. „Ein Antibiotikum ist dann unentbehrlich für die akute Therapie, kann aber nicht auf Dauer helfen“, sagt Dr. Sigrid Tapken, Fachärztin für Urologie und Naturheilverfahren aus Bonn. Im Gegenteil: Werden regelmäßig Antibiotika genommen, steigt die Gefahr einer oft wiederkehrenden Zystitis. Die chronische Blasenentzündung ist deshalb ein Fall für die Urologin.


Es muss nicht immer ein Antobiotikum sein

Meist sind es Erreger aus dem Darm, die E.coli-Bakterien, die eine Infektion auslösen. Sie gelangen durch die Harnröhre in die Blase und rufen die typischen Beschwerden hervor. Noch ist nicht klar, weshalb manche Frauen immer wieder erkranken, andere nie – zum Teil scheint es Veranlagung zu sein. Auch individuell unterschiedliche Abwehrmechanismen im Urin spielen eine Rolle. „Bei einer chronischen Zystitis ist es wichtig, nicht nur die Entzündung zu stoppen, sondern die gesamte Körperabwehr zu stärken“, erklärt Dr. Tapken. Nur dann kann der Teufelskreis von Blasenentzündung und Antibiotika-Kur durchbrochen werden.

Gute Erfolge versprechen auch alternative Methoden wie Akupunktur oder eine Reiztherapie, zum Beispiel mit Eigenblut. Auch Homöopathie kann helfen. Dabei ermittelt der Therapeut ein individuelles homöopathisches Arzneipräparat (Konstitutionsmittel), das den gesamten Organismus stärkt.

 

Das Immunsystem gezielt mit E.Coli stimulieren

Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit sogenannten Autovakzinen. Dabei wird aus körpereigenen E.coli-Bakterien ein maßgeschneiderter Impfstoff hergestellt. Die Autovakzine wird dem Patienten gespritzt oder kann bei Kindern auch als Salbe auf die Haut aufgetragen werden. „Das Immunsystem wird durch die Therapie stimuliert und reguliert“, erklärt die Expertin. Kosten: rund 200 Euro für den Therapiedurchgang. Manche Krankenkassen beteiligen sich. Diese Impfungen gibt es auch aus körperfremden E.coli-Keimen. Die Kosten sind vergleichbar und werden ebenfalls von einigen Krankenkassen zum Teil übernommen. Doch manche Schmerzen ließen sich schon durch einige vorbeugende Maßnahmen vermeiden.


Worauf Gefährdete achten sollten

  • Schön warm halten: Kalte Füße oder ein kalter Beckenbereich hemmen die Durchblutung der Blase, was sie anfälliger macht.
  • Viel und das Richtige trinken: Täglich rund zwei Liter Wasser sind Minimum. Falls ein Infekt vorliegt: Greifen Sie zu Cranberry- Granulat (Apotheke). Es enthält reichlich vom Schutzstoff PAC aus frischen Beeren. Cranberrysaft dagegen hilft kaum, denn die PAC- Konzentration darin ist zu gering.
  • Verhütungsmethode überdenken: Spermizide und Scheidendiaphragmen können die Schleimhaut irritieren und sie anfällig machen. Der Gynäkologe berät zu Alternativen. Das Risiko einer Zystitis mindern Sie außerdem, in dem Sie nach dem Sex die Blase entleeren. Urin spült einen Großteil der Erreger aus.
  • Hormon-Gel nutzen: Östrogenmangel lässt die Scheidenschleimhäute austrocknen. Ein lokal aufzutragendes Östrogen-Gel stärkt die natürliche Schutzschicht.
  • Hygiene nicht übertreiben: Parfümierte Seifen stören die gesunde Scheidenflora. Am besten nur mit klarem Wasser waschen. Auch Deo- Slipeinlagen können reizen.

Hat es Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erwischt, handeln Sie schnell: Trinken Sie Tee aus Goldrute, Birkenblättern oder Brennnessel – die Pflanzen wirken harntreibend und entzündungshemmend. Außerdem wichtig: Die Blase immer in Ruhe und vollständig entleeren. Denn Resturin ist der ideale Nährboden für Bakterien! Bei Blut im Urin und Fieberschüben unbedingt sofort zum Arzt gehen. Ohne Behandlung können die Bakterien nämlich eine gefährliche Nierenbeckenentzündung auslösen.

Infos
Impf-Beratung: Auskünfte erteilt der Arbeitskreis für Mikrobiologische Therapie (AMT), www.amt-herborn.de
Entzündete Blasenwand: Wenn Bakterien nicht die Ursache sind, kann eine Infektion der Blasenwand (Interstitielle Zystitis) vorliegen. Mehr dazu: www.ica-ev.de
Alternative Heilmethoden: Mehr Infos zur Homöopathie (plus Expertensuche) im Internetportal www.homoeopathie-heute.de