Neue Gesundheits-Methode Biofeedback - Heilen mit der Kraft der Gedanken

Schmerzen ohne Medikamente lindern. Für die sanfte Methode benötigt man moderne Technik, einen Therapeuten und viel Einfühlungsvermögen 

Ein Arzt für das Biofeedback Biofeedback - Heilen mit der Kraft der Gedanken © ISO K° - photography-Fotolia

Ob Herzschlag, Durchblutung, Gehirntätigkeit oder Muskelspannung – all diese wichtigen Körperfunktionen laufen sozusagen automatisch ab. Sie werden ohne unseren Willen vom Nervensystem gesteuert. Wir können sie also eigentlich nicht regulieren. Aber das lässt sich ändern: mit der Biofeedback-Methode. 

Eine Frau macht den Yoga Lotus-Sitz in einem grünen Wald

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Biofeedback - kurz erklärt

„Sie gibt dem Patienten eine Rückmeldung – also ein Feedback – zu diesen unbewussten Vorgängen des Körpers, macht sie sichtbar und erlebbar“, erklärt Dr. Jörg Heuser, Psychologe und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Biofeedback. Dadurch erhält der Mensch nun die Möglichkeit, sehr wohl bewusst Einfluss auf diese Abläufe zu nehmen. Doch was bedeutet das konkret? Zunächst wird der Patient verkabelt, damit die – je nach Beschwerden – relevanten Körperfunktionen gemessen werden können. Die Ergebnisse erscheinen direkt, meist als Grafik auf einem Monitor oder aber in Form von Tönen. Der Therapeut leitet dann den Patienten an, diese Rückmeldung zu deuten und die dargestellten Vorgänge im eigenen Körper zu beeinflussen. In erster Linie nutzt man dafür die Kraft der Gedanken, konzentriert sich also auf das, was man erreichen will – etwa eine Lockerung der Muskeln. Zusätzlich helfen Entspannungsübungen und bestimmte Atemtechniken. Da während des Vorgangs jede Veränderung auf dem Bildschirm sofort sichtbar ist, ermöglicht das Biofeedback eine direkte Erfolgskontrolle. Einem wird vor Augen geführt, wie der Körper reagiert, wie der Herzschlag sich langsam beruhigt, die Muskelspannung sich löst, sich sogar Arterien verengen. Und man erkennt auch, wo es noch nicht mit der Einflussnahme gelingt.

Positive Ergebnisse bei Migräne-Patienten

Auf diese Weise kann man zum Beispiel Migräne-Angriffen vorbeugen. Oft ist bei diesen Attacken die Schläfenarterie ungewöhnlich geweitet. In Biofeedback-Sitzungen wird daher ein Sensor an der Stirn befestigt. Mittels Infrarotstrahlen misst er den Durchmesser der Schläfenarterie und zeigt diesen auf einem Bildschirm an, etwa in Form von zwei Balken. Der Patient versucht dann, den Abstand der Balken mittels seiner Gedanken zu verändern, sie zu weiten oder zu verengen. „Wie das geht, ist individuell verschieden“, so Experte Heuser. „Manchen Patienten hilft schon der Gedanke an Kälte, um die Arterie zu verengen. Manche denken an einen Wasserlauf in einer Röhre, die sich immer weiter verjüngt, oder sie beißen gedanklich in eine Zitrone.“ Die Erfolge der Gedankenkraft beeindrucken. Durch die Auswertung von 56 Einzelstudien mit über 2000 Migräne-Patienten konnte die Psychologin Yvonne Nestoriuc von der Universität Marburg belegen, dass Biofeedback langfristig die Häufigkeit, Dauer und Stärke der Attacken reduziert. Es gilt inzwischen als die effektivste nichtmedikamentöse Therapie gegen Migräne. Und auch bei Spannungskopfschmerzen ist die Wirksamkeit belegt: Sie können durch Biofeedback ebenso gut gelindert werden wie durch Schmerzmittel – nur ohne Nebenwirkungen.

 

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Autor:
Dorothea Palte