Der Schlaf

Besser schlafen in jedem Alter

Gehören Sie auch zu den Millionen Deutschen, die schlecht schlafen, zumindest ab und zu? Oft sind diese Schlafprobleme nur die Folge falscher Erwartungen. Wer die Hintergründe kennt, kommt besser zur Ruhe.

Gut schlafen Besser schlafen in jedem Alter © Thinkstock

Muss ich mir Sorgen machen, wenn ich weniger als acht Stunden schlafe?

Dass „acht Stunden“ die Zauberformel für die ideale Nachtruhe sein soll, spukt in vielen Köpfen herum. Tatsächlich wacht nur jeder Zweite von Natur aus danach auf. Typische „Kurzschläfer“ wie einst Napoleon kommen mit deutlich weniger aus. „Langschläfer“ wie Goethe und Einstein brauchten dagegen zehn Stunden oder mehr. Biologisch vorgegeben ist auch, dass das Schlafbedürfnis mit dem Alter abnimmt. Der Grund: Beim Schlaf kommt es nicht auf die Gesamtdauer an, sondern auf die Zahl der erholsamen Tiefschlafphasen, und die folgen im Alter rascher aufeinander.

Darf ich gegen den Jetlag eine Schlaftablette nehmen?

Schlaftabletten sollten das letzte Mittel sein, um Ihren Jetlag zu bekämpfen. Nehmen Sie sie nur, wenn Sie in einer anderen Zeitzone selbst nach mehreren Tagen noch nicht im passenden Tag-Nacht-Rhythmus sind – am besten nach Rücksprache mit einem Arzt. Gesünder ist es, mit diesen Tricks dem Jetlag vorzubeugen: einige Tage vor Abreise mit der Umstellung beginnen. Gehen Sie vor Flügen nach Westen (z.B. in die USA oder zurück aus Asien) 3–4 Tage lang jeweils eine halbe Stunde früher zu Bett, Richtung Osten entsprechend eher aufstehen. Auf West-Flügen nur kurze Nickerchen halten, nach Osten möglichst viel schlafen. Tipp für Vielflieger: Die lichtgesteuerte Schlafhormon-Ausschüttung kann man mit einer Mini-Lichtdusche im Ohrkanal beeinflussen („Valkee“, ca. 200 Euro, Infos: www.valkee.com/de). Die Fluggesellschaft Finnair hat „Valkee“ schon an Bord.

Warum schlafe ich schlechter, seit ich 40 Jahre alt bin?

Um den 40. Geburtstag haben viele Frauen zum ersten Mal Schlafprobleme. Denn in dieser Zeit können sich die Wechseljahre schon ankündigen. Die Hormonproduktion verändert sich allmählich und damit auch der Schlafrhythmus. Außerdem wird in diesem Alter der Schlaf generell leichter. Tappen Sie nicht in die Grübelfalle. „Besser aufstehen, lesen, ruhige Musik hören oder sogar bügeln, statt sich im Bett zu wälzen und den Schlaf herbeizwingen zu wollen“, rät Schlafforscher Professor Jürgen Zulley von der Uni Regensburg. Jetzt noch wichtiger: Halten Sie sich an feste Schlafenszeiten und verzichten Sie am Nachmittag und Abend auf Kaffee und Cola.

Was kann ich tun, damit ich nachts nicht zur Toilette muss?

Wer direkt vor dem Schlafengehen die Blase entleert und danach nichts mehr trinkt, hat im Normalfall kein Problem mit nächtlichem „Müssen“. In unsere Blase passen nämlich 0,8 Liter. Einige Speisen und Getränke können jedoch dazu führen, dass sich die Blase schnell füllt. Dazu gehören unter anderem Gurken, Tomaten und Melonen sowie Alkohol, Kaffee, Schwarzund Grüntee, aber auch die meisten Eistees, da sie Schwarztee-Extrakte enthalten. Ab anderthalb Stunden vor dem Schlafengehen sollten Sie deshalb besser darauf verzichten. Zum Arzt sollten Sie gehen, wenn Sie regelmäßig öfter als zweimal pro Nacht zur Toilette müssen, obwohl Sie nicht besonders viel getrunken haben. Hinter der „Nykturie“ können auch eine Blasenentzündung, Herzschwäche oder Diabetes stecken.

Nach welchem Sport schläft man am besten?

Grundsätzlich fördert jeder Sport den Schlaf. Allerdings sollte man sich besser morgens auspowern als abends. Wer kurz vor dem Zubettgehen noch joggt, gibt seinem Kreislauf nicht genug Zeit herunterzufahren. Für den Abend eignen sich entspannende Übungen aus dem Yoga oder dem Qigong. Oder Sie spielen gemütlich eine Partie Schach.

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