Heilen mit Klang und Rhythmus Musiktherapie

Ob Demenz, chronischer Tinnitus oder Schlaganfall – wo Ärzte Medikamente einsetzen, nutzen Musiktherapeuten die Kraft der Töne   

Musiktherapie © Neustockimages - iStock

Spielen Sie Klavier oder Gitarre? Singen Sie im Chor? Dann sind Sie sicher musikalisch. Wer sich hingegen für eine Musiktherapie entscheidet, muss kein Instrument beherrschen. Im Gegenteil, die Therapeuten bevorzugen es, wenn ihre Patienten nach Herzenslust improvisieren – mit Klanghölzern, Xylofon, Gong oder Trommel. Oftmals sind es gerade die schrägen Töne, die helfen, gesund zu werden. Dabei müssen nicht einmal alle Patienten selbst zu einem Instrument greifen. Häufig reicht es schon, wenn sie nur zuhören. Je nach Beschwerde erhält man eine sogenannte aktive oder rezeptive Musiktherapie – mit teilweise erstaunlichen Erfolgen.

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TÖNE STEUERN UNBEWUSST ABLAUFENDE VORGÄNGE

Was genau Musik im Körper bewirkt, wird noch erforscht. Sicher ist heute schon: Sie beeinflusst Vorgänge wie Atmung, Herzschlag oder Muskelreflexe. Leise, langsame Klänge mit einfacher Harmonie beruhigen die Gehirnströme. Die meisten Menschen wissen aus eigener Erfahrung, dass laute, schnelle Klänge mit komplexeren Strukturen einen wachrütteln. Musik kann auch Aufmerksamkeit, Konzentration und kreatives Denken fördern. Rein körperlich lässt sich die Wirkung aber nicht erklären. Denn Musik berührt auch jenes Zentrum im Kopf, dem Hirnforscher den Sitz der Gefühle zuordnen: Dann schlägt das Herz schneller, ein Lächeln huscht über die Lippen oder Tränen fließen. Auch das Langzeitgedächtnis wird angesprochen. Wie eine Zeitmaschine erinnern uns unsere Lieblingslieder an früher.

 

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Autor:
Uta König