Yoga-Formeln

Meditation - Den wilden Affen zähmen

Yoga ist weit mehr als nur Gymnastik – wie die alte indische Weisheit von Körper, Geist und Seele ihre volle Wirkung entfaltet.

Yoga Formel Meditation - Den wilden Affen zähmen © GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH

Zweihundertfünfzig Millionen Menschen machen weltweit Yoga. Einige Millionen haben es probiert und wieder aufgegeben, weil die erhoffte Wirkung von „Sonnengruß“ und „Krieger“ ausgeblieben ist. „Das sind vor allem diejenigen, die es im Gymnastikkurs praktiziert haben“, sagt Yoga-Lehrerin Kerstin Linnartz. „Wer nur mit dem Körper übt, wird von den ,Asanas‘ zwar gelenkiger und sieht sexy aus. Mit ganzheitlichem Yoga und der Magie, die es entfalten kann, hat das aber wenig zu tun.“ Auch die Fernsehmoderatorin hat die Yoga-Wirkung auf Denken, Fühlen und Gesundheit erst gespürt, als sie sich in Indien ganz darauf eingelassen hat. Dort erlebte sie, dass nur die Verbindung von „Asanas“, Atemtechnik, Meditation und Ernährung Körper, Geist und Seele wirklich in Einklang bringt. Mit dieser Formel wird nicht nur der Körper gesund und fit. Sie führt auch zu Gelassenheit, Wohlgefühl und Selbstvertrauen – Voraussetzung für ein langes, glückliches Leben. „Man muss sich nicht völlig umstellen, um diesen Zustand wahrer Wonne zu erreichen“, sagt Kerstin Linnartz. „Ganzheitliches Yoga lässt sich mit jedem Job, jeder religiösen Einstellung und jeder Familiensituation vereinbaren.“

Yoga Übung Meditation

„Zufriedenheit, die von äußeren Dingen abhängt, ist gefährlich“, sagt Kerstin Linnartz. „Denn wenn sich die Umstände ändern, ist auch die Zufriedenheit futsch.“ Ein Leben mit Meditation dagegen, so der indische Philosoph Jiddu Krishnamurti, „ist ein Leben ohne Vergleichen und Messen.“ Durch das Versinken in sich selbst lernt man, sich von Stress und Ärger zu distanzieren. „40000 bis 60000 Gedanken schießen uns täglich durch den Kopf“, erklärt Yoga-Lehrerin Linnartz. „Davon sind aber nur drei Prozent aufbauend oder hilfreich. 25 Prozent sind destruktiv und schädlich für einen selbst oder andere. Und der Rest ist einfach nur flüchtig und unbedeutend.“ Indische Yogis nennen diesen Gedankenmüll „den wilden Affen“.

Meditation ist der Weg, ihn zu zähmen. Die Sinne auszuschalten und sich auf sein Inneres zu konzentrieren muss man üben. „Die Zauberwörter lauten geschehen lassen und Passivität“, so Kerstin Linnartz. Ihrer Erfahrung nach ist der beste Weg, zunächst „Savasana“ zu üben – die Totenstellung. Im Liegen bremst man durch langsames Atmen die Körperfunktionen ab, man fährt den Organismus herunter. Schon allein das fördert die Zellerneuerung und verbessert die Konzentrationsfähigkeit. Ab und zu einfach mal zu schweigen ist ebenfalls eine gute Vorbereitung auf das Meditieren. „Probieren Sie mal aus, wie entspannend es ist, eine Weile lang nur das Notwendigste zu sagen“, rät die Yoga-Expertin. Welche Meditationsmethode dann die passende ist, sollte man mit einem Lehrer oder in einem Kurs herausfinden. Die Belohnungen für regelmäßiges Meditieren sind mehr Gelassenheit, Kraft und Lebenszufriedenheit. Zahlreiche Studien belegen, dass Meditation zudem den Schlaf verbessert und Alterungsprozesse bremst.

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