Personal-Coach

Was bringt ein Personal Trainer?

Hollywood-Coach Ramona Braganza macht Stars wie Jessica Alba und Halle Berry filmfit. FÜR SIE-Gesundheits-Chefin Dagmar Metzger hat's ausprobiert, ob ihr Konzept auch bei einem Sportmuffel funktioniert. Was bringt ein Personal Trainer wirklich?

Personaltrainer Was bringt ein Personal Trainer? © Wavebreak Media / Thinkstock

Es gibt Filmmomente, die man nie vergisst. Zum Beispiel den: Halle Berry steigt als Bond-Girl im orangen Bikini aus dem Meer. Elf Jahre ist das her und vom Babybauch abgesehen, hat Halle Berry immer noch die atemberaubende Figur von damals. Wie sie das schafft? Durch ihre Personal Trainerin. Die heißt Ramona Braganza und hat ein Fitness-Konzept entwickelt, das in den engen Zeitplan von Working Women passt: Übungen, die man zwischendurch machen kann – und Wabbelarme gezielt bekämpfen, ohne zum Salathasen zu werden. Wenn sie nicht gerade US-Schauspielerinnen am Filmset betreut, gibt Ramona weltweit Kurse für alle. Ich treffe die Kalifornierin im Stubaital in Tirol. Bollywood statt Hollywood – Inder drehen ihre Schnulzen ja gern in den Bergen.

Unser Hotel ist nicht gerade das typische Trainingscamp: der Workout-Raum eng, der Plätscher-Pool zu kurz zum Schwimmen. Auch die Speisekarte würde keinen Fitness-Oscar bekommen: Spezialitäten des „Jagdhofs“ sind Mehlspeisen und Hirschwürstchen. „Ist doch super“, lacht Ramona. „Ich zeige dir, wie du auch ohne Idealbedingungen fit wirst. Die Stars haben beim Dreh oft auch keinen Kardio-Raum und bekommen nur Catering-Fast-Food.“ „Die sind aber bestimmt disziplinierter als ich“, denke ich. Mir wird mulmig, als wir uns zum ersten Mal im Sportdress gegenüberstehen – Ramona hat eine Athletinnen-Figur. Schnell binde ich mir die Jacke um meine Hüftröllchen. Ramona beruhigt mich: „Wusstest du, dass Jessica Alba ihren Po zu dick findet?“

Das erstes Ziel: 3000 Schritte mehr pro Tag

Für meine Figur verrät sie mir einen Trick: „Wir trainieren die Schultern. Wenn die breiter werden, wirken die Hüften schmaler.“ Also los! Zum Walking nehmen wir Skistöcke mit, um den Armen etwas zu tun zu geben. Dass ich damit ungelenk herumstochere, stört Ramona nicht. „Es geht erst mal nur um die Bewegung, nicht um die Technik“, erklärt sie. „Und darum, dass du Spaß hast.“ Das „Hiking“ strengt weniger an, als befürchtet. „Es ist nicht nötig, sich voll auszupowern“, sagt Ramona. „Dein erstes Ziel: 3000 Schritte mehr pro Tag.“ Ihr „3-2-1“-Sport, verrät sie beim Gehen, besteht aus täglich drei Einheiten für Herz und Kreislauf, zwei Zirkeltrainings mit gezielten Workouts für die persönlichen Problemzonen und einer Kraftübung. Für Balance und Flexibilität werden wir Yoga machen. Dazwischen ist ausreichend Zeit zum Entspannen, zum Beispiel im Whirlpool. Der Ernährungsplan heißt ebenfalls „3-2-1“: dreimal satt essen, zwei Zwischenmahlzeiten und mindestens einen Liter Wasser trinken. So ganz kann ich’s noch nicht glauben – Ramonas Konzept klingt gar nicht nach schweißtreibendem Sport. „Du willst ja auch nicht aussehen wie Schwarzenegger“, erklärt sie. „Zu hohe Belastung stresst außerdem das Immunsystem.“ So zeigt sie mir, wie ich Sit-ups kraftsparend, aber effektiv mache und meine Oberarme auch mit leichten Gewichten straffen kann – mangels Hanteln nehmen wir Wasserflaschen. Auch an meiner Joggingtechnik feilen wir. Danach laufe ich leichter und entspannter.

Als es am fünften Abend Lammgulasch mit Knödeln gibt, hebt Ramona den Daumen für ein „Okay“. Beim Essen gilt nämlich die 80/20-Regel. Die besagt, dass die Ernährung zu 80 Prozent aus Gesundem bestehen sollte – fettarmem Fleisch oder Fisch, frischem Obst und Gemüse zum Beispiel – und zu 20 Prozent aus Genuss. „Motivation ist das A und O“, sagt die Trainerin. „Wir brauchen immer wieder kleine Belohnungen.“ Deshalb gibt’s zum Schluss des Kurses eine „Challenge“ – etwas, das Überwindung kostet. Wir fahren dafür zum „Adventure Park“ in Fulpmes und balancieren über Bretter in schwindelerregenden Höhen. Das Gefühl danach? Wie Geburtstag und Weihnachten zusammen. „Such dir jede Woche eine Challenge“, rät Ramona. „Teste einen neuen Sport, hüpf vom Sprungbrett …“

Was bringt die Personal Trainerin wirklich?

Die Bond-Girl-Figur habe ich am Ende natürlich noch nicht. Aber der Bizeps-Check zeigt, dass ich auf dem Weg dazu bin. Mehr Spaß am Sport hat’s jedenfalls gebracht. Mehr Motivation. Ich habe viele Tipps bekommen, wie ich mit wenig Aufwand fit bleiben kann. Den Rest des Wegs? Den schaffe ich jetzt vermutlich auch allein. Bevor ich meine Einkäufe verstaue, mache ich jetzt immer meine Flaschen-Stemm-Übungen. Und die Sidekicks übe ich täglich beim Zähneputzen.

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