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Warum wir Triathlon jetzt lieben

Die Kombi aus Schwimmen, Radeln und Laufen ist voll im Trend. Und dafür gibt’s fünf gute Gründe. Wir verraten, warum wir den Triathlon jetzt lieben.

Eine Frau ist begeistert von der Sportart Triathlon Warum wir Triathlon jetzt lieben © Purestock / thinkstock

1. Das Sport-Trio ist besser als Joggen

Statt wie beim Joggen nur die Beinmuskeln zu trainieren, beansprucht der Mix aus Schwimmen, Radfahren und Laufen den ganzen Körper. Und nebenbei kann man locker seine Figur halten: Bei einem Jedermann-Wettkampf verbrennt man im Schnitt 1100 Kalorien – so viel wie eine Salami-Pizza. Richtig gesund wird’s, wenn man außerdem noch einen weiteren (Ausgleichs-)Sport in seinen Trainingsplan einbaut. Ideal ist Yoga. „Dabei dehnt und mobilisiert man die verkürzten Muskeln und fühlt sich so am nächsten Tag locker und fit“, erklärt Ariane Heck, Autorin des Buchs „Yoga für Triathleten“ (Spomedis, 24,95 Euro).

2. Man braucht nicht viel Equipment, um damit anzufangen

Bequeme Sportklamotten, Laufschuhe, ein Fahrrad, ein Badeanzug: Das genügt, um loszulegen. Wer auf einen Wettkampf hintrainiert, sollte sich einen Neoprenanzug gönnen, denn geschwommen wird in der Regel in Flüssen oder Seen. Und die können kalt sein. Die Wetsuits gibt es schon ab ca. 60 Euro, zum Beispiel von Nabaiji (in Sportläden und über www.decathlon.de). Noch wärmer halten die Anzüge von Aqua Sphere (ab ca. 200 Euro, in Sportläden, www.aquasphereswim.com). Wer nicht nur durchkommen, sondern auch eine gute Zeit erreichen will, sollte sich einen Kraulkurs gönnen: Diese Technik schont die Beine, die danach noch beim Radfahren und Laufen strapaziert werden. Tipp: Um beim Wechsel nach dem Schwimmen Zeit zu sparen, am besten Sportschuhe mit Schnellverschlüssen tragen, in die man fix barfuß schlüpfen kann (in Sportgeschäften).

3. Die Strecken kann jeder schaffen

750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen: Die sogenannten Sprintoder Jedermann-Distanzen schaffen sogar Anfänger nach einem Vierteljahr Training mit etwa drei Stunden Sport pro Woche. „Wenn man sich vorher beim Arzt durchchecken lässt, kann man grundsätzlich in jedem Alter mit Triathlon beginnen. Und nach drei Monaten durchaus schon einen Jedermann-Wettkampf durchhalten“, sagt Expertin Ariane Heck. Anders als beim reinen Joggen oder gar beim Marathon ist die Abwechslung im Training motivierend. Eine Radtour zu einem See oder einem Freischwimmbad und danach noch eine kleine Runde locker traben: Die Vorbereitung auf einen Triathlon kann sich anfühlen wie ein Kurzurlaub mitten in der Woche.

4. Man lernt fremde Städte auf besondere Weise kennen

Zu Lande und zu Wasser: Auch immer mehr kleinere Orte organisieren einmal pro Jahr ihren Triathlon (die nächsten Termine oben rechts). So können Sportler auch viele Städte kennenlernen, an denen sie normalerweise vorbeifahren würden. Ein Extra-Plus, das auch FÜR SIE-Reportchef Markus Dietsch fasziniert (siehe unten).

5. Im Ziel wartet der Glücksrausch

Manche vergleichen den Zieleinlauf sogar mit dem Höhepunkt beim Sex. Andere fühlen sich wie in der gedankenbefreiten Entspannung nach einer Ganzkörpermassage. Wer bei einem Triathlon die Strecke geschafft hat, vergisst die Anstrengungen. Der Körper wird nämlich mit Glückshormonen (Endorphinen) geradezu überflutet. „Zu merken, dass man diese große Herausforderung trotz aller Anstrengungen durchgehalten hat, ist unglaublich“, sagt Ariane Heck. „In diesen Sekunden spürst du, warum du dir das Training antust. Es ist ein Gefühl, das man immer wieder haben möchte, wenn man es einmal erlebt hat.“ Bei einigen Sportlern hält die Hochstimmung bis zu zwei Tage an, so viele Endorphine sind in ihrem Blut.

„Mein Training ist die Fahrt zum Job“

FÜR SIE-Reportchef Markus Dietsch (43) über seine Leidenschaft für das sportliche Dreigespann

„Ich bin jahrelang Halbmarathon gelaufen. Aber irgendwann waren die langen Distanzen mehr Quälerei als Spaß. Vor drei Jahren erzählte mir ein Freund von der Sprintdistanz im Triathlon. Da dachte ich: Das schaffe ich! Drei Monate bin ich einfach mal Rad gefahren und geschwommen, statt zu laufen. Und habe beim Jedermann-Triathlon in Hannover mitgemacht. Das Gefühl beim Zieleinlauf war einfach unbeschreiblich. Seither kann ich mir nichts Besseres vorstellen. Das Training ist viel einfacher – jede Fahrt mit dem Rad zur Arbeit ist ja schon eine Einheit. Außerdem motiviert mich die Erinnerung an den jeweils letzten Wettbewerb immer wieder: Eine Stadt auf drei verschiedene Arten kennenzulernen ist wunderschön – egal, ob der Triathlon durch Hamburg führt oder durch eine Kleinstadt wie Celle. Dazu die Zuschauer, die einen anfeuern, und der Moment beim Zieleinlauf, in dem man alle Anstrengung vergisst und sich einfach nur toll fühlt. Beim Triathlon muss man mitdenken und läuft nicht nur stumpf vor sich hin. So kann man ordentlich Zeit rausholen, indem man seine Sachen in der Wechselzone in einer intelligenten Reihenfolge bereitlegt. Ich werde außerdem jetzt in gutes Sportgerät investieren. Demnächst gönne ich mir ein Triathlon-Bike von Specialized. Das wird mich sofort fast doppelt so schnell beim Radfahren machen. Und einen der vorderen Plätze kann ich dann auch mit über 40 erreichen.“

 
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Autor:
Kathrin Halfwassen