Die Seele fliegt Yoga - Wie Yoga das Leben verändern kann

„Moppel-Ich“-Autorin Susanne Fröhlich übt jetzt Yoga. Weil eine Freundin versprochen hat: „Das macht was mit dir!“ Ein exklusiver Einblick in den neuen Fröhlich-Bestseller – ein Yoga-Trip in Tagebuch-Form.

Susanne Fröhlich Yoga - Wie Yoga das Leben verändern kann © WVG Medien

Tag 1, Woche 1: Auf den Hund gekommen

Ich entscheide mich für die Anfänger-DVD „Power-Yoga“ von Ursula. Stellungsnamen prasseln auf mich ein, irrsinnig viele Tiernamen, von der Kobra über den Fisch bis zum Hund. Komme mir vor wie im Zoo. Der immer wieder auftauchende Hund macht mich fertig. Ich habe Hunde bisher immer gemocht. Das ändert sich gerade.

Tag 2, Woche 1: Bald bauchfrei?

Es zwickt überall. Ich habe Gliederschmerzen. Zunächst denke ich, eine Grippe ist im Anmarsch. Von wegen: Mein Körper scheint sich an Muskeln zu erinnern, die er völlig vergessen hatte. Peinlich – Muskelkater durch Yoga! Oder ist das gut? Ich sollte über die Anschaffung eines eng anliegenden Tops nachdenken. Am besten bauchfrei! Ansonsten: Muss schon ein bisschen weniger den Kopf verrenken, um auf den Bildschirm zu gucken.

Tag 8, Woche 2: Relax

„Du bist so gelassen!“, sagt mein Sohn beim Mittagessen. Heißt das etwa, ich bin ausnahmsweise mal gelassen? Aber tatsächlich fühle ich mich auch selbst so, befinde mich in einer Art Mir-doch-egal-Stimmung: wach, aber unaufgeregt. Fahre neuerdings im Auto auch freiwillig rechts. Nein, nicht zum Überholen. Ich habe es irgendwie nicht mehr so eilig. Ommm!

Tag 9, Woche 2: Hundeliebe

Die Hundestellung soll eine entspannende Stellung sein. Zu Beginn meiner „Yoga-Karriere“ war es mir ein Rätsel, wie man sich beim Hund entspannen soll. Mittlerweile geht es einigermaßen. Der Körper ist – selbst in meinem Alter – anscheinend noch anpassungsfähig. Das ist etwas sehr Schönes beim Yoga: Man macht ziemlich schnell Fortschritte. Danke, lieber Hund. Apropos Hund: In den USA gibt es DOGA. Dog and Yoga. Man darf seinen Hund mit in die Yoga-Kurse nehmen und lernt, gemeinsam zu entspannen. Habe heute ein ernstes Wort mit meinem Retriever gesprochen und ihn eingeladen, mit mir Yoga zu machen. Er scheint mindestens so skeptisch wie ich …

Tag 15, Woche 3: Luft nach unten

Gill kommt, eine Freundin, gebürtige Australierin, die Yoga-Lehrerin ist. Ich habe Gill gebeten zu kontrollieren, ob ich es einigermaßen richtig mache. Gill beruhigt mich, sie habe schon „weitaus Schlimmeres“ gesehen. Sie klingt wie ich damals in meiner Schulzeit, wenn ich mit einer Vier nach Hause kam und sofort betonte, dass es sogar noch eine Fünf und eine Sechs gab. Aber wie hat meine Mutter schon damals so schön gesagt: Nach unten ist immer Luft. Nach oben allerdings auch!

Tag 22, Woche 4: Sektenhotel

Ich muss beruflich weg und habe mir auf mein iPad einen Yoga-Podcast geladen. Statt zum Frühstück zu gehen, rolle ich meine Matte im Hotelzimmer aus. Das Video beginnt, und ich bin entsetzt. Es wird andauernd gesungen, man nennt es chanten. Der Gedanke, was andere denken könnten, wenn sie diese Geräusche aus meinem Zimmer hören, macht mir Sorgen. Bei der Tonkulisse könnte man vermuten, hier fände ein Sektentreffen statt. Peinlich. Ich drehe den Ton runter. Gebe aber schnell auf und lege mich in die Totenstellung. Shavasana geht immer.

Tag 23, Woche 4: Ich mag Fleisch

Yoga und Vegetarismus gehören zusammen wie Fisch und Wasser, argumentieren viele. Dummerweise mag ich Fleisch. Darf ich trotzdem Yogi sein? Gehört zum Yoga ein gewisser Verhaltenskodex? Gewaltlosigkeit, Sensibilität und eben auch Vegetarismus? Das ist es, was mich immer ein bisschen abgeschreckt hat. Mein Yoga muss ab und an ein Scheibchen Wurst oder Fleisch aushalten! Auch mal ein Ei oder zwei.

 

1 2
Seite 1 : Yoga - Wie Yoga das Leben verändern kann
 
Schlagworte: