Basenfasten

Diät-Tagebuch: Erfahrungen mit Basenfasten

Beim Basenfasten werden Lebensmittel, die beispielsweise Zucker enthalten, rigoros vom Speiseplan gestrichen. Flüssigkeiten, vor allem Wasser und ungesüßte Tees sowie jede Menge Gemüse und frisches Obst gehören ab jetzt auf die Einkaufsliste. Welche Erfahrungen Susanne aus der FÜR SIE-Redaktion mit dem Basenfasten gemacht hat, erfahren Sie hier.

Frau nimmt Gemüse aus dem Kühlschrank Diät-Tagebuch: Erfahrungen mit Basenfasten © Monkey Business Images/Corbis

Susanne testet Basenfasten 

Tag 1: Die Startphase ist geglückt

Susanne schenkt sich Fasten-Tee ein. Sie testete Heilfasten

Susanne genießt eine heiße Tasse Fasten-Tee

Meine Schlankmethode heißt Basenfasten und das bedeutet: Zwei Wochen nur Obst und Gemüse und zwar im Verhältnis 20 zu 80. Warum? Weil Obst viel Zucker und viel Wasser enthält, wird es schneller durch Magen und Darm geschleust als Gemüse. Trifft das Obst auf noch unverdautes Gemüse, fängt es an zu gären. Resultat: ein Blähbauch. Wer will das schon? Also ist Gemüse der eindeutige Favorit. Da ich Vegetarier und manchmal sogar Veganer bin, hege ich sowieso eine große Liebe zu Möhren, Lauch und Co. und sehe den nächsten zwei Wochen erst mal recht gelassen entgegen. Infos, Tipps und Rezepte stammen von Sabine Wacker, DER Expertin fürs Basenfasten. Natürlich ist Basenfasten keine Diät, sondern eine höchst gesunde Ernährungsform. Man isst morgens Obst, mittags Salat, abends gedünstetes Gemüse. Als Snack sind auch mal ein paar Nüsse oder Mandeln erlaubt. Tabu sind tierisches Eiweiß, Kaffee, schwarzer Tee, und selbstverständlich Alkohol.

So, und schon geht es los: Da ich allerdings morgens IMMER schwarzen Tee trinke, mag ich das heiße Ingwerwasser am ersten Tag nicht so gern. Dafür aber das basische Müsli aus einer Banane, einem Apfel und einer Birne. Als Topping streue ich Kokosraspel über das Obst. Lecker. Mittags esse ich in der Redaktion und da wir keine Kantine haben, hole ich mir im Supermarkt Zutaten für einen Salat. Eine Fehlentscheidung: Müde Blätter, zu viel Essig in der Vinaigrette – köstlich geht anders. Zu Hause gibt es abends gedünsteten Kohlrabi mit Tomaten. Eigentlich hätte ich heute ungefähr 2,5 l Wasser und Tee trinken sollen. Ich fürchte, das habe ich nicht geschafft. War mir irgendwie zu viel Flüssigkeit.

Tag 2: Hektischer Alltag legt Ernährungsplan lahm

Frühmorgens zum Sport, meine beiden Pferde wollen bewegt werden. Dann in Windeseile weiter in die Redaktion, zum späten Frühstück gibt es nur eine Banane, und die esse ich im Auto. So eine Hetze ist nicht Sinn des Basenfastens, lerne ich von Sabine Wacker. Man soll sein Obst und Gemüse mit viel Muße genießen und das Essen auf keinen Fall runterschlingen. Das Mittagessen fällt aus, wir haben wichtige Redaktions-Termine.

Rezept für basisches Müsli
Rezept für basisches Müsli mit Apfel, Banane und Orange

Hier geht es zu dem Rezept für Susannes basisches Frühstücks-Müsli >>> 

Ich knabbere zwischendurch ein paar rohe Paprikastücke. Und natürlich trinke ich zu wenig Wasser. Mein Körper reagiert unmittelbar: Ich bekomme grauenhafte Kopfschmerzen. Mein Hirn scheint in einer Schraubzwinge zu stecken, und ich kämpfe mit den Texten auf meinem Bildschirm. Unsere Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm gibt mir den Tipp, Pfefferminzöl auf die Stirn zu streichen. Das hilft ein bisschen. Abends mache ich mir Pellkartoffeln mit viel Olivenöl und geröstetem Sesam. Stillt den Hunger. Dazu trinke ich Riesenmengen Wasser.

Tag 3: Alles eine Sache der Gewöhnung 

Beim Aufwachen immer noch Kopfweh, aber nicht mehr ganz so quälend wie gestern. Morgens gibt´s wieder Obstsalat (Banane, Apfel, Birne mit Kokosraspeln). An das Ingwerwasser und den speziellen Basentee habe ich mich inzwischen gewöhnt. Mein Mann trinkt seinen schwarzen Tee – das macht mir gar nichts mehr aus. Schon am Montag habe ich mir geschworen, nie wieder labberigen Salat aus der Supermarkttheke zu essen. Außerdem ist mir kalt, ich habe Appetit auf etwas Warmes. Beim Italiener gegenüber vom Verlag bestelle ich Minestrone, leckere italienische Gemüsesuppe – allerdings ohne Parmesan (Käse ist schließlich säurebildend). Abends koche ich mir nach einem Rezept von Sabine Wacker pürierte Linsensuppe, trinke beim Fernsehen noch mehrere Tassen Tee und muss deshalb nachts mindestens dreimal aufstehen.

Tag 4: Den Körper verstehen 

Die Kopfschmerzen sind weg, inzwischen weiß ich, dass sie ein Resultat des plötzlichen Entzugs von Koffein sind (schwarzer Tee enthält nämlich ebenso viel Koffein wie Kaffee). Der morgendliche Obstsalat ist mittlerweile wie ein schönes Ritual. Mittags wähle ich zwischen Gemüsesuppen oder warmen Gemüsegerichten in einem kleinen türkischen Restaurant nicht weit von der Redaktion. Sehr lecker und rein basisch. Abends mache ich mir Kichererbsenpüree und dazu eine Avocado.

Tag 5: Glaubersalz hilft der Verdauung auf die Sprünge

Inzwischen habe ich eine gewisse Routine beim Basenfasten und fühle mich ziemlich fit. Ich schlafe gut, wache schon vor dem Weckerklingeln um sechs auf und fahre gut gelaunt zum Stall. Unglaublich, was ich plötzlich alles schaffe. Allerdings grummelt es zunehmend in meinem Bauch.

Darmreinigung heißt das Zauberwort des Basenfastens, und ich kaufe in der Mittagspause Glaubersalz in der Apotheke. Da ich mir nicht sicher bin, wann die Wirkung einsetzen wird, spare ich mir diesen Teil des Basenfastens fürs Wochenende auf. Die gute Nachricht des Tages: Mein Rock ist spürbar weiter geworden, er sitzt plötzlich nicht mehr in der Taille, sondern sehr locker auf der Hüfte.

Tag 6: Basisches Algenbad wirkt entspannend

Es wird Zeit, dass ich mein Frühstück ein bisschen variiere. Ich esse deshalb mal keinen Obstsalat, sondern eine Avocado mit Zitronensaft. Draußen ist es kalt, windig und regnerisch, aber ich bin den ganzen Nachmittag am Stall bei den Pferden und somit an der frischen Luft. Beim Galopp wird mir warm und ich trainiere nebenbei noch ein paar Kalorien ab. Abends verspreche ich meinem Mann (und mir) ein köstliches Ratatouille, schlafe aber auf dem Sofa ein, nachdem ich ein basisches Algenbad genommen habe. Toll für die Haut und sehr entspannend! Das Ratatouille gibt´s dann mit Verspätung aber doch noch.

Tag 7: Zwischenbilanz

Mein Mann hat frische Brötchen geholt – leider sind die säurebildend und für mich deshalb tabu. Ich brühe mir eine große Kanne Ingwerwasser mit Zitrone auf. Das hält garantiert bis zum Nachmittag. Das Wetter wird immer schlechter, die Pferde haben Pause, und ich liege nachmittags auf dem Sofa und lese. Nach Sabine Wacker braucht man beim Basenfasten viel Ruhe. Das kann ich bestätigen. Deshalb mein Fazit nach einer Woche: Unbedingt die ersten Tage Urlaub nehmen und nicht im stressigen Joballtag mit dem Basenfasten starten. Dann kann man die Kopfschmerzen zu Hause abwettern und sich in aller Ruhe an die neue Ernährung gewöhnen. Und auch gleich mit der Darmreinigung beginnen. Super: Meine Winterreithose kneift nicht mehr, ich habe zwei Kilo abgenommen und überhaupt nicht gehungert. Im Gegenteil: Ich habe lecker und gesund gegessen!

Tag 8: Schlemmen, trotz Fasten 

Start in die zweite Woche: Am Wochenende habe ich Berge von Obst und Gemüse eingekauft. Deshalb gibt es heute morgen frisch gepressten Orangensaft und Pflaumen mit gerösteten Mandeln. Mittags esse ich beim Türken scharfen Linsensalat und abends Kartoffeln mit gebratenen Kräuterseitlingen. Fühle mich wie im Schlaraffenland.

Tag 9: Routine stellt ich ein 

Dasselbe Programm wie gestern. War frühmorgens reiten und habe danach ordentlich Hunger.

Tag 10: Die Hosen werden weiter

Ich trinke gefühlt fünf Liter Kräutertee (in Wahrheit sind es höchstens zwei) abwechselnd mit Ingwer- und Zitronenwasser. Der Hosenbund wird weiter, in der Gemüseabteilung und auf dem Wochenmarkt bin ich so oft es geht.

Tag 11: Der Brot-Genuss rächt sich sofort

Allmählich habe ich Lust auf ein Stück Brot. Vollkornbrot ist beim Basenfasten unter Einschränkung erlaubt, es gilt zwar als säurebildend, gehört aber trotzdem zu den guten, gesunden Lebensmitteln. Statt Obstsalat gönne ich mir heute Morgen eine Scheibe Roggenbrot mit veganem Brotaufstrich, merke aber gleich, dass mir dieses Frühstück schwerer im Magen liegt als der übliche Obstsalat. Also zurück zu Apfel, Birne und Banane.

Tag 12: Auch Einladungen zum Essen sind kein Problem

Zwei Wochen sind fast geschafft. Es geht mir blendend. Mein Mann und ich sind abends eingeladen, zum Glück haben die Freunde vegetarisch gekocht, ich kann das meiste mit gutem Gewissen essen. Statt Weißwein bleibe ich beim Wasser, das passt gut, ich bin sowieso mit Autofahren dran. Zum Essen schlemmen wir indisch gewürzte Linsensuppe und Gemüselasagne mit Wirsing. Und damit kann man abnehmen? Man kann – und zwar auf ganz köstliche Weise.

Tag 13: Glaubersalz? Ein Schuss in den Ofen! 

Ich rühre 4 Teelöffel Glaubersalz in lauwarmes Wasser – und runter damit. Eine kulinarische Offenbarung ist das nicht, aber es schmeckt auch nicht so schlimm wie befürchtet. In ihrem Buch weist Sabine Wacker vorsorglich darauf hin, dass man sich mit einer Ladung Glaubersalz im Bauch möglichst nicht zu weit von einer Toilette entfernt. Ausreiten fällt daher flach. Ich bleibe lieber am Hof und in der Halle. Passiert aber nichts. Sabine Wacker hat recht: Es lässt sich tatsächlich nur schwer einschätzen, wann die Wirkung von Glaubersalz einsetzt.

Tag 14: Das Fazit

Offenbar habe ich doch zu viel Obst gegessen, denn in meinem Bauch grummelt und rumort es. Und das Glaubersalz? Ist völlig inaktiv, also trinke ich noch ein Glas, wiederum mit vier Teelöffeln aufgelöstem Glaubersalz. Diesmal funktioniert´s, und mein Grummelbauch beruhigt sich wieder. Abends mache ich Möhren- und Zucchini-Spaghetti, dünste das Gemüse, dass es noch schön knackig ist und genieße das Ganze mit viel Olivenöl und leckeren Kräutern. Das schmeckt auch meinem Mann – und der ist überzeugter Nicht-Vegetarier.

Offiziell ist mein Basenfasten-Test nun zu Ende. Ich wiege 4 Kilo weniger, habe weiche Haut, einen Strahle-Teint und fühle mich blendend. Spontan beschließe ich, noch ein paar Tage weiter mittags und abends Gemüse zu essen. Nur zum Frühstück brauche ich ab sofort wieder meinen schwarzen Tee. Und zum Mittagessen einen italienischen Espresso.

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