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Zweiwöchige Fastenkur

Fit wie ein Turnschuh, klar wie der Dalai Lama! Genau so fühlte sich FÜR SIE-Leserin Madeleine Koenigs bei ihrer zweiwöchigen Fastenkur. Wir haben sie dabei begleitet.

Fasten Zweiwöchige Fastenkur © istockphoto

Ein dickes Steak mit Knödeln begleitete Madeleine Koenigs durch ihre erste Fastenkur – wenigstens in Gedanken. „Das hatte ich mir im Gasthof ,Zur Altstadt‘ bestellt, bevor’s losging“, berichtet sie. „An den letzten Abend vor dem Fasten habe ich in der Klinik oft gedacht.“ Denn was sie ab und zu während dieser zwei Wochen des selbst gewählten Kalorienverzichts überfiel, war nicht Hunger – sondern reine Gier. „Mein Magen hat zwar nicht geknurrt, aber ich hatte das Bedürfnis, gutes Essen wenigstens zu sehen“, lacht die Regieassistentin.

„Also saß ich wie gebannt vor dem Fernseher, wenn Tim Mälzer Braten geschmort hat.“ Wie Fasten Körper und Seele verändert, das bemerkte die 31-Jährige nicht nur an ihrer ungekannten Leidenschaft für Küchen-Alchemisten. „Ich habe wunderbar geschlafen, hatte keine Kopfschmerzen mehr, war so fit wie lange nicht“, erzählt sie. „Mein Handy habe ich gar nicht erst eingeschaltet, Bücher und Filme, die ich mitgebracht hatte, ließen mich kalt. Nichtstun war für mich nicht mehr langweilig, sondern das Schönste auf der Welt.“ 

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Von hundert auf null: Als Madeleine Koenigs in der Malteser Klinik von Weckbecker in Bad Brückenau am Fuße der Rhön ankam, hatte sie ein Turbo-Jahr am Theater hinter sich. „Proben, Vorstellungen, wieder Proben: Das Engagement macht mir großen Spaß. Aber ich fühlte mich, als hätte ich sieben Tage die Woche rund um die Uhr gearbeitet.“ Zum Essen ging’s vorwiegend in die Kantine. Für Privates blieb kaum Zeit. Ihre Mutter gab ihr schließlich den Rat, mal wieder zur Ruhe zu kommen – durch eine Fastenkur.

Fasten macht den Kopf frei

„Fasten entgiftet nicht nur den Körper, sondern macht auch den Kopf frei“, bestätigt Klinikärztin Dr. Isabel Wemhöner, die Madeleine Koenigs während der 14 Tage des Darbens begleitet hat. „Durch den Nahrungsverzicht wird die Wirkung des Glücksbotenstoffs Serotonin im Gehirn verstärkt. Viele Fastende erleben ein Hochgefühl, gepaart mit ganz besonderem Reflektionsvermögen und gedanklicher Klar heit.“

Zu diesem Fasten-High gehört allerdings auch der Großputz. Nach dem Motto „Alles muss raus“ wird der Darm mit literweise Wasser ausgespült. Das ist nicht so schlimm, wie viele befürchten. Denn in Bad Brückenau gibt es besonders sanfte Methoden: Bittersalz statt brutaler Abführmittel und Colontherapie mit beruhigendem Kamillenzusatz. Der Sinn dieser Endreinigung? „Das gehört zur Entgiftung“, erklärt Dr. Wemhöner. „Wenn der Darm gut entleert und ruhiggestellt ist, verspürt man keine Hungergefühle mehr.“

Gut so, denn die Schmalkost würde sonst zur Qual. Kaum 200 Kalorien am Tag kommen da zusammen. Aus der Küche werden nämlich nur drei Dinge gereicht: Möhrensaft, Gemüsebrühe und Tee mit Honig. Dennoch wird alles zum Gaumenglück. „Den Saft mochte ich früher nicht“, sagt Madeleine Koenigs. „In der Klinik habe ich ihn geliebt.“

 

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Autor:
Dagmar Metzger