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Wochenend-Diät: 2 Kilo bis Sonntag

Unsere Autorin testete eine Detox-Kur im Wellness-Hotel – und machte dabei ein paar Erfahrungen, die ihr Leben veränderten.

Detox Kur Wochenend-Diät: 2 Kilo bis Sonntag © istockphoto

Ein paar Chips im Flugzeug nach München, nach der Landung wandert das Air-Berlin-Schokoherz in den Mund, an der Raststätte auf dem Weg nach St. Ulrich in Süd - tirol noch ein kleiner Snack – die letzten kleinen Sünden. Denn vor mir liegt ein Wochenende im Hotel mit einem sanften Entgiftungsprogramm. Zwei Freundinnen haben mich überredet, mitzukommen. Viel verspreche ich mir nicht davon. Eigentlich fühle ich mich wohl. Ich mache Sport, und die paar Kilo zu viel stören mich nicht. Ich besitze noch nicht einmal eine Waage.

So ist mein Gefühl, als ich nachmittags eine Konsultation bei Dr. Giorgio Mazzola habe. Der Arzt ist seit Jahrzehnten auf Präventionsmedizin mit Schwerpunkt F.-X.-Mayr-Kuren spezialisiert. Wir sprechen übers Leben, Wohlfühlen, Essen, und dann schlägt die Stunde der Wahrheit. Ich steige auf die Waage, auf der der Arzt Gewichte verschiebt. „Oh, es ist mehr“, sagt er überrascht. Dann höre ich „76 Kilo“ – ein Männergewicht, verteilt auf weibliche 1,68 Meter.

Detox statt Diät

Sein Konzept: kein Diätprogramm, sondern Detox – Entgiften. Psychologischer Effekt: Während ich bei dem Wort „Diät“ gleich verkrampfe und an nichts anderes denke als ans Essen, klingt „Detox“ irgendwie gesund. So fällt am Abend der Einstieg leicht: Es gibt eine Suppe aus Karotten, Tomaten und Sellerie – ohne Salz, dafür mit Gomasio (Sesamsalz) und Olivenöl.

Als Hauptgang bekommen wir Rinderfilet auf Rauke serviert, und jeder Happen dreht 40-mal die Runde zwischen den Zähnen. „Die Verdauung beginnt im Mund“, sagt Dr. Mazzola, „hier werden die Speisen von Enzymen zersetzt, um dem Darm Arbeit abzunehmen.“ Tabu: Alkohol. In der Hotelbar bestellen wir artig „Relax“-Tee, der mitgelieferte Keks wird nur angeschmachtet – Zucker-Verbot … Mein Lieblingsgang in den folgenden drei Kur-Tagen ist das Frühstück. Zur Wahl stehen Roggenbrot mit Truthahn, dazu Joghurt, oder aber Lachs mit Kartoffeln. Natürlich entscheide ich mich für Letzteres – also die fettere Variante.

Es folgen Körpertests: Messungen von Wasser- und Fettanteil, Muskel und Gehirnfunktion. Die Ergebnisse machen mich zufrieden, bis auf ein paar Stresshormone zu viel ist alles im grünen Bereich. Zweimal die Woche Pilates und dreimal 30 Minuten Joggen bringen eben doch was. Das spüre ich auch beim Wandern auf der Seiser Alm. Bergauf, bergab, Sonnenschein – und die frische Luft pustet reichlich Sauerstoff in den Körper. Wir gehen zum Schwitzen in die Kräuter-Sauna, turnen beim Yoga – und freuen uns wie verrückt aufs Essen. Auf die übliche Suppe folgen Thunfisch-Filet, Kabeljau, Hähnchenbrust, immer mit Gemüse. Resultat: Am Sonntag sind zwei Kilo weg, bei allen.

Ist das Programm alltagstauglich?

Zu Hause wartet der Härtetest: Kann ich das Programm auch im Alltag umsetzen? Ich befolge einfach das lockere Entgiftungskonzept von Dr. Mazzola, das er für mich ausgearbeitet hat. Mittags esse ich Gemüsesuppe, lege mir dazu ein Fischfilet in den Topf, gare es in Zitronensaft und Olivenöl. Abends esse ich Gemüse, Fisch oder zwei Spiegeleier. Kohlenhydrate sind bis 16 Uhr okay. Es gibt lediglich zwei Ausnahmetage, die ich aufs Wochenende lege. Dann gibt’s auch Rotwein und Kartoffeln, Reis oder Nudeln als Beilage. Mein Verlangen nach Süßem stille ich mit zwei, drei frischen Datteln. Das „saubere“ Essen gibt mir Energie, der Körper reinigt sich.

Nach sechs Wochen stehe ich wieder auf der Waage, volle acht Kilo leichter. Das neue Gewicht kann ich lässig halten. Denn mein Geschmack hat sich verändert: Ich finde knackiges Gemüse und Fisch lecker, verzichte ca. dreimal die Woche abends auf Kohlenhydrate und halte mich bei Zucker etwas mehr zurück – sonst nichts. Und einen Glücks-Flash habe ich in der Umkleidekabine: Jeansgröße 29! Die hatte ich seit 20 Jahren nicht mehr.

 
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Autor:
Susanne Faust