Wissenswertes über Xylit Kalorienarmer Birkenzucker

Haben Sie schon einmal etwas von Xylit gehört? Neben Honig, Stevia und Dicksäften zählt es zu den natürlichen, kalorienärmeren Zuckeralternativen. Und wieso Birkenzucker? In diesem Artikel erfahren Sie mehr.

Kalorienarmer Birkenzucker, auch Xylit genannt Kalorienarmer Birkenzucker © krzysztofdedek/iStock

50 Gramm Zucker pro Tag bei einem durchschnittlichen Bedarf von etwa 2000 Kalorien - das ist die empfohlene Zuckermenge von Gesundheitsexperten. Im Schnitt konsumieren die Deutschen jedoch die doppelte Menge Zucker. Und das, obwohl zu viel Zucker zu Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck führen kann.
Für eine gesundheitsbewusstere, zuckerreduzierte Ernährung wird häufig auf natürliche Süßungsmittel wie Honig, Stevia oder Dicksäfte zurückgegriffen. Auch das durch den Chemiker und Nobelpreisträger Emil Fischer entdeckte Xylit gehört zu diesen kalorienreduzierten Zuckeralternativen und steht auf vielen Ernährungsplänen bereits ganz weit oben. 

Was ist Xylit?

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Xylit ist ein pflanzlicher Zuckeralkohol, der in geringen Mengen Bestandteil vieler Kohl- und Beerensorten ist und in verschiedenen Lebensmitteln als Zuckeraustauschstoff E967 verwendet wird. Ursprünglich wurde die Zuckeralternative aus finnischer Buchen- und Birkenholzrinde gewonnen, weshalb Xylit auch als Birkenzucker bekannt ist. Heutzutage werden für die Massenproduktion Holzrinde oder Maiskolbenreste verwendet. 

Zuckersüß, aber weniger Kalorien 

Optisch und auch geschmacklich lässt sich kaum ein Unterschied zu handelsüblichem Zucker feststellen: Xylit hat eine vergleichbare Struktur und ist süß wie Haushaltszucker, hat dabei jedoch 40 Prozent weniger Kalorien. Klingt prima, oder? Leider sucht man den Birkenzucker im Supermarkt an der Ecke oft vergebens. Mit etwas Glück führt das Reformhaus oder die Apotheke Ihres Vertrauens Xylit im Sortiment, einfacher und schneller lässt sich das Süßungsmittel im Internet bestellen. Doch dabei darf es nicht am nötigen Kleingeld fehlen: Durch eine aufwendigere Herstellungsmethode kostet ein Kilogramm Birkenzucker rund zehnmal so viel wie ein Kilogramm gewöhnlicher Haushaltzucker.  

Medizinische Bedeutung von Xylit

Klinische Studien haben ergeben, dass Birkenzucker Plaque reduziert und unsere Zähne vor Karies schützt. Xylit kann nicht wie Saccharose im Mund in Säure umgewandelt werden, weshalb die Menge an Karies verursachenden Bakterien reduziert wird. Die Zähne bleiben also verschont. Bereits in den 1970er Jahren entdeckten finnische Wissenschaftler diese antikariogene Wirkung. So ist Xylit in vielen zahnfreundlichen Produkten wie Zahnpasta, Kaugummis oder Bonbons wesentlicher Bestandteil. 

Wussten Sie schon? Neugeborene kommen mit einer sterilen Mundhöhle zur Welt, von kariogenen Bakterien keine Spur. Erst durch den Speichel der Eltern, der durch Küsse oder gemeinsames Benutzen von Besteck übertragen wird, gelangen Karies fördernde Bakterien in die Mundhöhle des Kindes. Häufiges Konsumieren von xylithaltigen Kaugummis dient also nicht nur der zusätzlichen Mundhygiene und schützt die Zähne des Kauenden, sondern reduziert auch das Kariesrisiko der Nachkommen. 

Für Diabetiker ist Xylit besonders gut geeigent und wird häufig als Zuckerersatz in verschiedenen Lebensmitteln verwendet. Es gilt als natürlicher Insulinstabilisator, da der erreichte Insulinwert geringer ist als bei Saccharose und so eine übermäßige Insulinausschüttung verhindert wird. Blutzucker- und Insulinspiegel werden daher weniger beeinflusst.

Grundsätzlich kann Birkenzucker aufgrund der zuckerähnlichen Eigenschaften gewöhnlichen Haushaltszucker problemlos ersetzen. Aber Achtung! Große Mengen des Zuckerersatzes können zu Magenproblemen und Blähungen führen, bei übermäßigem Konsum kann es sogar abführend wirken. 

 
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