Entschlacken Entgiftung: Fasten oder Detox?

Fasten oder Detox – was ist besser? Das diskutierten zwei FÜR SIE-Kollegen so leidenschaftlich, dass wir sie baten, die Frage im Selbstversuch zu beantworten. Lesen Sie hier, was die beiden in einer Woche erlebten.

Frau trinkt Wasser Entgiftung: Fasten oder Detox? © iStockphoto

FASTEN

Jan Bockholt (39), Gesundheitsredakteur

Jan Bockholt

Jan Bockholt (39), Gesundheitsredakteur: „Wenn schon, denn schon: Fasten ist für mich eine kurze, intensive Auszeit“

Von Freunden und Kollegen erntete ich Kopfschütteln. Keiner wollte glauben, dass ich für sieben Tage nach Sylt fahre, um auf feste Nahrung zu verzichten – ich selbst glaubte es zu Beginn kaum. Mein Minimal-Ziel war: zwei Tage fasten durchhalten. Dann hätte ich die kulinarischen Vorzüge der Insel immer noch genießen können. Dieser erste Fastenversuch liegt mittlerweile vier Jahre zurück. Jetzt faste ich zum fünften Mal: weg von der Arbeit, raus aus dem Alltag. Ich will abschalten, zu mir kommen und neben dem Verzicht auf Essen sportlich aktiv werden. Jede Fastenwoche, die ich bisher erlebte, bedeutete für mich, Energie zu tanken, schlechte Essgewohnheiten zu durchbrechen und ein paar Kilos zu verlieren. Doch jedes Fasten verläuft anders.

Ich melde mich zum Buchinger-Fasten im „Hotel Ahlers“auf Sylt (www.fasten-sylt.de) an–mit frischem Saft, Tee, Wasser und Gemüsebrühe sowie Wan dern, Nordic Walking und Yoga. Am Anreise-Tag esse ich noch ein kleines Frühstück und Rohkost (zwei Äpfel und ein paar Möhren). Abends gibt’s zu den einführenden Erklärungen für meine 30 Mitfaster und mich den unangenehmen Teil: ein Glas Glaubersalz zur Darmentleerung. Runter damit. Sechs wechselhafte Tage folgen. Der Ablauf ist immer gleich: 8.15 Uhr Frühgymnastik, ein kleines Glas frisch gepresster Saft, eine Wanderung von drei bis vier Stunden, anschließend Ruhe, um 18 Uhr Gemüsebrühe. Dreimal wird Yoga angeboten, und ich leiste mir als Wohlfühl-Extra zwei Massagen.

Wie bei den meisten in der Gruppe sind für mich der zweite und dritte Tag am härtesten. Der Stoffwechsel stellt sich um, mein Büro-Körper muss sich erst an die viele Bewegung und die Seeluft gewöhnen. Aber das Wandern tut gut und setzt ab dem vierten Tag neue Kräfte frei. Ich finde tatsächlich die Ruhe, nachzudenken, einige Dinge klarer zu sehen. Anders als die Male zuvor bleibt der Heißhunger zum Glück aus. Trotzdem ist Essen das Hauptgesprächsthema: Wir tauschen Rezepte aus, schwärmen von Leckereien, die wir uns nach dem Fasten gönnen werden. Nach einer Woche komme ich mit sechs Kilo weniger zurück – und mit deutlich mehr Energie. Ein Ansporn. Ich ernähre mich bis heute gesünder und treibe wieder regelmäßig Sport.

 

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