Abnehmen

Die neue Schlank im Schlaf-Formel

„Schlank im Schlaf“ ist eine der erfolgreichsten Diäten überhaupt. Und nun ist sie speziell für Frauen weiterentwickelt: mit Spaß am Essen, Auszeiten am Tag – und Wein am Abend.

Schlank im Schlaf Die neue Schlank im Schlaf-Formel © Jaykayl/ iStock/ Thinkstock

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Dr. Detlef Pape

Dr. Detlef Pape ist Internist mit Praxis in Essen ist der Erfinder der „Schlank im Schlaf“-Methode (SiS). Mehr als 2,5 Millionen Leser haben bereits mit dieser Insulin-Trennkost abgenommen

Frauen sind von der Venus, Männer vom Mars – das trifft also auch beim Abnehmen zu?

Ja, genau! Dass der Energieverbrauch anders ist, erkennt man schon an den Körpergrößen und -formen. Bei Frauen ist außerdem das Essverhalten stärker von Emotionen gesteuert – Süßes und Sahniges dienen oft als Stressausgleich. Der Hauptunterschied aber: Was die Hormone angeht, scheinen die Geschlechter quasi von unterschiedlichen Sternen zu stammen.

Was ist im weiblichen Stoffwechsel anders? Das sehr dominante Östrogen reagiert schnell bei einem Zuviel an Kalorien und schleust es in die Fettspeicher an Po und Oberschenkeln. So entstehen die typischen weiblichen Problemzonen. Um auch in kargen Zeiten (sprich: Diäten) noch speichern zu können, hat der weibliche Körper noch einen besonderen Trick auf Lager: Es kommt zu einer schlechteren Wirkung des Insulins an Muskeln und Leber (unseren Brennzellen des Körpers). Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel nur wenig. Die Folge: Der Körper schickt noch mehr Insulin los. Und eine InsulinÜberschwemmung gibt dem Körper das Signal: bitte Fettzellen auffüllen! Frauen, die viele kleine Portionen am Tag essen, schwimmen nur so in Insulin und legen Fett-Depots an. Besonders in bestimmten Lebensphasen.

Wie genau funktioniert schlank im Schlaf?

Vereinfacht gesagt: Man lässt am Abend die Kohlenhydrate weg. Es gibt Gemüse oder Hühnchen – aber keine Nudeln, Brot oder Kartoffeln. Das senkt den Insulinspiegel. Und das ist wichtig. Denn in der Nacht produziert unser Körper ein Wachstumshormon, das effektiv Fett verbrennt – aber eben nur, wenn wir wenig Insulin im Blut haben. Was übrigens viele nicht wissen: Eiweiß hat noch einen Extra-Vorteil. Laut einer neuen Studie quillt es im Magen auf und bindet richtig viel Wasser. Das heißt: Es sättigt besonders gut. Daher sollte man zu Eiweißgerichten immer viel trinken.

Und wo liegt der Trick speziell für Frauen?

Gegen Ende des weiblichen Zyklus, während der Schwangerschaft oder auch in den Wechseljahren fahren die Hormone oft Achterbahn. Da braucht man kleine Tricks, um Heißhungerattacken auszubremsen. Mein Rezept für diese hormonellen Ausnahmesituationen lautet, auch beim Mittagessen auf Kohlenhydrate zu verzichten und eiweißreich zu essen. Man überträgt also die Abend-Regel zusätzlich noch auf das Mittagessen. Ansonsten bleibt es bei meiner Faustregel: drei große, sättigende Mahlzeiten pro Tag – mit jeweils fünf Stunden Pause dazwischen.

Nehmen wir ab, wenn wir Kalorien zählen? 

Mir liegt eine Sache besonders am Herzen, weil sie ganz wichtig ist: Man darf, ja, man sollte sogar so lange essen, bis man wirklich satt ist! Niemand sollte Kalorien zählen. Es gibt auch keine „verbotenen“ Lebensmittel. Jeder große Supermarkt bietet ja heute mehr als 20000 Produkte an – sie alle sind bei „Schlank im Schlaf“ erlaubt. Und wenn wir abends mit einem Gläschen trockenen Rotwein gemütlich beim Essen sitzen, sind wir dadurch auch noch entspannter.

Warum ist Entspannung so wichtig?

Für viele Frauen ist Diät gleich Stress. Aber Stress verhindert, dass wir abnehmen. Entschleunigung heißt deshalb das Zauberwort. Mit Spaß und Genuss essen, sich mit einer Tasse Tee eine Auszeit nehmen und am besten einmal am Tag raus an die frische Luft – und sei es nur für einen kleinen Spaziergang. Das tut Körper und Seele gut! Sobald die Stresshormone im Blut verschwinden, kann das Bauchfett besser schmelzen. Deshalb finde ich es wichtig, dass man sich gelegentlich etwas gönnt: tagsüber meinetwegen ein Stück Pizza, abends vielleicht Tomate-Mozzarella oder ein Steak mit Salat. Aber ohne Brot.

Nuss-Nougat-Brötchen zum Frühstück sind aus Ihrer Sicht okay?

Natürlich. Morgens fordert unser Gehirn ja viel Energie, die braucht es, um volle Leistung zu bringen. Ein großer Kohlenhydratschub befriedigt das Gehirn und beendet den nächtlichen Spar-Modus. Deshalb lautet mein Credo: Was es zum Frühstück gibt, entscheidet jeder selbst. Das können natürlich die Nuss-Nougat-Brötchen sein, aber auch ein Müsli, Vollkornbrote oder ein Smoothie. Nur bei Milch, Quark, Käse und Frühstücksei sage ich Stopp! Denn tierisches Eiweiß lässt morgens die Insulinausschüttung extrem in die Höhe schnellen. Pflanzliches Eiweiß ist viel besser: also Sojajoghurt fürs Müsli, Mar garine aufs Brot – und Hafermilch in den Kaffee.

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