Abnehmen

Die 5:2-Diät

Zwei Tage die Woche Diät - mehr soll es nicht benötigen um abzunehmen und schlank zu bleiben. FÜR SIE stellt die 5 zu 2 Diät vor.

Frau abnehmen Die 5:2-Diät © Deklofenak/iStock/ Thinkstock

Der Killer jeder Diät? Na klar, Heißhunger! Der lässt sich ganz leicht erklären: Bleibt der Teller halb leer, schlägt das Gehirn Alarm und fordert sein Recht auf Pommes oder Kekse ein. Der Diätfrust und die nächste Naschattacke sind programmiert. Spätestens nach zwei Wochen wirkt eine klassische Dauerdiät wie eine große Hungersnot auf unseren Körper. Deshalb setzt er unseren Stoffwechsel auf Sparprogramm. Der Kalorienverbrauch sinkt und macht das Abnehmen so mühsam. Diese Reaktionskette können wir mit der 5:2-Formel ausschalten. Denn durch Kurzzeitfasten, gemeint sind zwei Tage in jeder Woche, ist die Hungerphase nicht lang genug, um das Sparprogramm zu aktivieren. Das Spannende: Vor über 60 Jahren galt das intermittierende Fasten, wie es in der Fachsprache heißt, bereits als Geheimtipp unter den Wissenschaftlern. Heute wird wieder weltweit darüber geforscht. Die

Ernährungswissenschaftlerin und bekannte Diätbuch-Autorin Elisabeth Lange (61) ist überzeugt, dass dieser Ansatz mit Genuss zum Wunschgewicht führt. FÜR SIE-Food-Chefin Brigitte Kesenheimer hat mit ihr gesprochen. Und FÜR SIE Cefredakteruin Julia hat die 5:2-Diät sogar selbst getestet. Ihren Erfahrungsbericht zur Teilzeit-Diät gibt es natürlich exklusiv bei uns.

Kurzzeitfasten ist also nicht nur so ein vorübergehender Diät-Trend?

Sicher nicht! Schließlich geht es hier nicht um die Idee eines einzelnen Diät-Gurus. Die Methode stammt aus aktuellen wissenschaftlichen Studien in Deutschland, England, der Schweiz, Australien und den USA. Das 5:2-Konzept ist eigentlich auch gar keine Diät. Denn wir brauchen uns nur zweimal pro Woche einzuschränken – das heißt: mildes Fasten mit Gemüse und Eiweiß. Und der Gedanke „Morgen kann ich wieder essen, was ich will“ macht das Durchhalten leicht. Denn an den anderen Tagen essen wir ja wie gewohnt. Dass 5:2 tatsächlich funktioniert, zeigen die Durchhaltequoten in einer neuen Studie. 70 Prozent der Teilnehmer blieben dabei, während sonst mehr als jede zweite Diät scheitert.

An den Nicht-Fastentagen kann ich wirklich alles essen? Pizza, Kuchen …

Es ist einer der großen Vorzüge der Methode, dass man an fünf Tagen in der Woche essen kann, was man will. Auch Süßes. Bloß nicht zu streng werden! Denn wer sich über lange Zeit hart kontrolliert, verliert ein Stück Lebensfreude und versteht aber auch mit der Zeit die Signale des Körpers nicht mehr. Mit 5:2 lernen wir nach und nach wieder die natürlichen Zeichen für Hunger und Sättigung kennen. Und auch Heißhungeranfälle werden immer seltener.

An den „Genießertagen“ schlagen viele doch dann bestimmt richtig zu?

Englische und amerikanische Forscher kamen übereinstimmend zu einem erstaunlichen Ergebnis: Die Teilzeitfaster essen an den Genusstagen zwar mehr als sonst, im Durchschnitt sind das aber nur etwa zehn Prozent. Da man beim Fasten aber rund 75 Prozent der Kalorien einspart, steht unterm Strich trotzdem ein Kalorienminus.

Warum ist das Teilzeitfasten denn besser als eine „richtige“ Diät?

Forscher wissen schon lange, dass die Messfühler des Verdauungstrakts ermüden, wenn wir, wie heute oft üblich, ständig etwas in den Mund stecken. Durch das Dauerfuttern erleben wir kaum noch echten Hunger, und im Gehirn kommen immer weniger Sättigungssignale an. Die Folge: Der Körper verlangt für das Gefühl, satt zu werden, nach immer größeren Mengen. Fastenphasen stellen die natürliche Balance von Hunger und Sättigung wieder her. 5:2 stoppt also übermäßige Esslust von innen heraus. Wenn man mehr als zwei Wochen durchhält, steigt das Level einer Substanz im Gehirn, die im Jargon der Forscher „Brain-derived neurotrophic factor“, kurz BDNF, genannt wird. Sie hemmt den Hunger und steigert den Energieverbrauch. Man wird wieder besser satt! Außerdem gibt es noch weitere verblüffende Vorzüge: Esspausen schützen vor Diabetes, Krebs oder Herzerkrankungen. Studien zeigen, dass Kurzzeitfasten nicht nur beim zügigen Abnehmen hilft, sondern auch den Blutdruck reguliert und Erkrankungen wie etwa Asthma und Rheuma lindert. Altersforscher sehen darin die beste Chance, den Alterungsprozess des Körpers zu bremsen.

Was passiert dabei im Kopf: Warum halten wir besser durch?

Jemand, wer zwei Tage ganz stark war, will schließlich den Erfolg nicht gleich wieder aufs Spiel setzen, isst deshalb auch an den verbleibenden fünf Tagen etwas bewusster. Und jeder durchgehaltene Fastentag stärkt auch unser Selbstbewusstsein und die Zuversicht, weiterhin erfolgreich abzunehmen. Doch wichtiger als Psycho-Effekte ist die Veränderung des Stoffwechsels.

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