Gymnastik in Zeitlupe
Qigong zum Nachmachen

Nehmen Sie Tempo aus Ihrem Leben! Diese fernöstlichen Übungen bauen Stress ab, lassen Energie fließen – und lindern sogar Krankheiten.

Ein Sonntag in Münchens Englischem Garten: Reglos wie ein Baum steht da eine junge Frau im Trainingsanzug. Neben ihr dehnen und beugen fünf Menschen Arme, Beine, Rumpf – immer im Schneckentempo. Sport in Zeitlupe kann man derzeit in vielen Parks beobachten. Der chinesische Begriff dafür ist Qigong – eine Gymnastik, die mit Übungen auf die ganz langsame Art beweglicher und entspannter macht. Wer es ausprobiert, stellt fest: Entschleunigung strengt an.

Qigong Übungen nachzuturnen erfordert höchste Konzentration – aber jede Nervenzelle tankt währenddessen kräftig Energie. Die 5000 Jahre alte Bewegungstherapie ist Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und basiert auf dem Qi, das man mit Lebensenergie oder Atem übersetzen kann. „Leben entsteht durch Qi“, sagt ein chinesisches Sprichwort. Gong ist die Pflege dieser Energie: Bewegung, bewusste Atmung, Konzentration bringen sie zum Fließen. Das baut Spannungen ab und lindert Krankheitssymptome. Seit den 80er Jahren werden in den westlichen Ländern unterschiedliche Formen des Qigong medizinisch genutzt. Bewährt hat es sich bei Rückenschmerzen, Verspannungen, Rheuma und Bluthochdruck.

Wer mit dem Üben beginnt, sollte wissen: Keine Haltung lernt sich von heute auf morgen, Qigong verträgt weder Leistungsdruck noch Perfektionismus. Geduld, Gelassenheit und Neugier führen am schnellsten zum Erfolg.

Schlagwörter: fitness, sport, wellness

Lesen Sie auch
Kommentare
Artikel weiterempfehlen
Zum Artikel

Quelle: Für Sie, Ausgabe 22/2010