Ein sicheres Netz Tipps für ein kindersicheres Internet

Viele Eltern sind stolz, dass ihre Kinder heute so selbstverständlich im Internet surfen – wollen sie aber vor den Gefahren schützen. Hier steht, wie’s geht.

Tipps für ein kindersicheres Internet © iStockphoto

Ausflüge ins „World Wide Web“ unternehmen über 60 Prozent der 9- bis 16-Jährigen in Europa täglich. Das zeigt eine aktuelle Studie der EU. Und mehr als 80 Prozent der 15- und 16-Jährigen sind Mitglied eines Netzwerks wie Facebook. Doch sind die Exkursionen auch sicher? FÜR SIE beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie viel darf Facebook wissen?

„Je mehr man von sich preisgibt, desto angreifbarer ist man. Jede private Information kann missbraucht werden“, sagt Martin Müsgens von Klicksafe.de, einer EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz. Wer etwa bei Facebook in den Einstellungen seine Daten „Freunden und deren Freunden“ zugänglich macht, gewährt bei einer Liste von 100 Kontakten (ein üblicher Wert) einer Gemeinde von mehreren Tausend „Freunden“ Einblick. Sein Rat: Die Einstellungen so restriktiv wie möglich anlegen, auch wenn Eltern sich dafür auf Klick-Safari durchs Untermenü begeben müssen. Und im Profilbild nie auf den richtigen Namen, Alter oder Wohnort hinweisen, tabu ist also TobiHH2000. Außerdem: Online nie die Account-Daten oder die persönliche Mail-Adresse veröffentlichen. Mehr Tipps: www.klicksafe.de.

Wie kindersicher sind Chatrooms?

100 Prozent sicher ist keine der Small-Talk-Plattformen. Denn in Chats ist nicht jeder derjenige, für den er sich ausgibt. Die 14-jährige Finja kann in Wirklichkeit der 50-jährige Hartmut sein. Kinder bis etwa 13 Jahre sollten daher nur in Chats angemeldet sein, bei denen Erwachsene nicht zugelassen sind und die einen präsenten Moderator haben, der bei dubiosen Äußerungen eingreift. Vorsicht bei Chats mit „Separees“: Die „Vier-Augen-Gespräche“ hier unterliegen selten Kontrollen. „Sobald sich jemand auffällig um die Sorgen eines Kindes kümmert, ihm Komplimente macht oder nach dem Äußeren fragt, kann das ein Warnsignal sein“, so Julia von Weiler, Psychologin bei Innocence in Danger, Netzwerk gegen sexuellen Missbrauch. Wichtig: Kinder sollten Chat-Bekannte im realen Leben nie ohne einen Erwachsenen treffen. Liste mit sicheren Internet-Chats bei www.chatten-ohne-risiko.net.

Was tun gegen Mobbing im Internet?

Bei Verdachtsmomenten das Kind behutsam ansprechen – und ihm vermitteln, dass man hinter ihm steht. Laut einer Studie der Universität Koblenz- Landau werden rund fünf Millionen Schüler regelmäßig gemobbt, knapp die Hälfte über das Internet, Tendenz steigend. Cybermobbing beginnt bei Beleidigungen, führt über eigens eingerichtete Gruppen („Benjamin, wir hassen dich“) bis hin zu Erpressungen. Achten Sie auf folgende Signale: Reagiert das Kind am Computer oder beim Lesen einer SMS ungewohnt? Hat es oft Bauchschmerzen? Fehlen plötzlich Dinge wie Handy oder iPod? Wichtig beim Online-Mobbing: Screenshots machen (Beweise sichern!) und beim Betreiber der Plattform das Löschen der Diffamierungen veranlassen. Weitere Informationen: www.mobbing.seitenstark.de.

Was schützt mein Kind vor Abzocke?

Da Angaben zu Folgegebühren oft versteckt oder verklausuliert sind, gilt: nie die Handynummer angeben, darüber wird abkassiert. Beim Spiel „Metin 2“ muss zum Beispiel mit „Drachenmünzen“ gezahlt werden, 50 Stück zu 4,99 Euro. Auch über Seiten, etwa zur Hausaufgabenhilfe, wird ein „SMS-Premium- Abo“ angeboten. Ob man es bezahlen muss, ist rechtlich nicht immer eindeutig. „Weil das Geflecht aus Anbieter, Serviceprovider und 0900-Nummer-Unternehmen komplex ist, sollte man rechtlichen Rat einholen“, empfiehlt Anneke Voß von der Verbraucherzentrale Hamburg. Mehr Tipps finden Sie bei www.surfer-haben-rechte.de.

Was bringt ein Filterprogramm?

Es verhindert, dass Tabu-Seiten geöffnet werden, sperrt aber oft auch kindgerechte Seiten. Die Faustregel lautet: Kindern bis zwölf am Familien-PC einen Account einrichten, aber keine Administrator-Rechte einräumen.