Sicher durch Impfen Impfungen: Tipps & Infos

Für Schulmediziner steht fest: Der Nutzen von Impfungen ist wesentlich größer als mögliche Gefahren. Dennoch bleiben, vor allem bei Eltern, manche Fragen. Wir haben die Antworten.

Kleines Mädchen Impfungen: Tipps & Infos © iStockphoto

Wer legt eigentlich fest, welche Impfungen nötig sind?

Ärzte richten sich in der Regel nach den Empfehlungen der STIKO, der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts in Berlin. Die Fachleute erstellen auch den Zeitplan für die Erst- und Auffrischungsimpfungen von Kindern und Erwachsenen. Wer keinen Impfausweis besitzt und sich über seinen Immunstatus unsicher ist, sollte sich von seinem Hausarzt beraten lassen.

Stimmt es, dass sich die „alte“ Kinderkrankheit Masern wieder ausbreitet?

Ja. Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO, sie wie einst die Pocken vollständig auszurotten, wurde bis jetzt nicht erreicht. Dafür reicht die Zahl der Impfungen nicht aus. In Deutschland erkranken pro Jahr bis zu 6000 Kinder, und die Häufigkeit einer Ansteckung im Alter von über 18 Jahren nimmt zu.

Was ist dran an der Theorie, dass Impfungen zwar Krankheiten verhindern, dafür aber das Allergierisiko vergrößern?

Es gibt tatsächlich eine Studie aus den USA, die darauf hinweist, dass Kinder, die eine Masernerkrankung überstanden haben, später seltener an Allergien leiden. Dagegen spricht jedoch zum Beispiel, dass in der DDR zwar eine konsequente Impfpflicht bestand, die Zahl der Allergiker jedoch deutlich kleiner war als im Westen.

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Sind die Deutschen impfmüde?

Nein. Nur maximal fünf Prozent aller Eltern lehnen Impfungen kategorisch ab, meist aus weltanschaulichen Gründen oder aus der Befürchtung heraus, die Präparate könnten schwere Erkrankungen wie Autismus oder Diabetes verursachen. Es gibt tatsächlich tragische, jedoch sehr seltene Einzelfälle. Professor Hermann Schätzl, Virologe an der TU München sagt: „Ich würde mir schon wünschen, dass die Menschen das Thema etwas rationaler und positiver angehen.“

Ist die Angst vor Impfungen tatsächlich irrational?

Aus wissenschaftlicher Sicht ist sie jedenfalls in den allermeisten Fällen unbegründet. Etwa die verbreitete Befürchtung, dass Impfungen wichtige Entwicklungsschritte von Kindern unterdrücken. Dafür gibt es keine seriösen Belege.

Welche Risiken bestehen?

Bis zu 15 Prozent der Geimpften reagieren mit einer harmlosen Rötung oder Schwellung um die Einstichstelle. Für schwerere Folgeerkrankungen wie hohes Fieber, Krampfanfälle oder Diabetes konnten zahlreiche Studien keinen direkten Zusammenhang mit der vorausgegangenen Impfung belegen. „Kritiker berücksichtigen nicht den Zufallsfaktor“, sagt Professor Dr. Ulrich Heininger von der Uni-Kinderklinik in Basel und stellvertretender Vorsitzender der STIKO.

Eine absolute Sicherheit gebe es zwar nie: „Aber die Gefahr einer Erkrankung durch die Impfung ist um ein Vielfaches geringer als die Gefahr, die von einer Infektion ausgeht. Moderne Präparate gewähren optimalen Schutz bei minimalem Risiko.“ Beispiel Masern: Laut Statistik verursachen sie bei jedem tausendsten Patienten eine lebensbedrohliche Hirnentzündung; bei einer Impfung liegt die Quote bei rund eins zu einer Million. Ganz selten treten nach der Impfung Symptome der Krankheit auf. Sie verläuft dann aber in einer wesentlich abgeschwächten Form.

 

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Autor:
Nicola Koch