Familienurlaub Ferien mit Kindern

Zusammen lachen, die Zeit verbummeln, neue Entdeckungen machen: Familienurlaub kann so entspannt sein. Unsere Autoren verraten, wo sich Groß und Klein so richtig wohlfühlen.

Familienurlaub Ferien mit Kindern © iStockphoto

Einfach mal treiben lassen

Beim Floß-Urlaub auf der Müritz kommt Tom-Sawyer-Atmosphäre auf.

Über uns kreist ein Fischadler, immer wieder hört man das Platschen von springenden Fischen. Jakob (7), Tom (8), Hannah (9) und Alina (10) liegen auf den Planken und schauen in den Himmel. Wir befinden uns mitten auf dem Woblitzsee, der Wind bläst ordentlich, die Wellen schwappen schon auf Deck. Tom und Jakob sehen mit ihren hochgekrempelten Hosen aus wie Tom Sawyer und Huckleberry Finn. „Jetzt bräuchten wir einen Dioptrien-Anzug“, findet Jakob. „Was? Du meinst wohl einen Neopren-Anzug“, korrigiert Hannah. Zeit, sich ein bisschen aufzuwärmen. Denn unser Floß ist eine schwimmende Gartenlaube. Mit einer Kabine, vielen Staukästen und zwei langen Sitzbänken. Meine Tochter Hannah, ihre Freundin Alina, mein Sohn Jakob und sein Freund Tom lesen Piraten- Comics, spielen Karten und knabbern Kekse. Die zwei Gastkinder haben wir ausgeliehen, damit das Boot voll wird und sich auch ja keiner langweilt. Das Floß ist für vier Tage unser Fortbewegungsmittel, Sprungturm, Vogelbeobachtungsplattform und Bett in einem. Tagsüber schippern wir kreuz und quer durch das Labyrinth der Mecklenburgischen Seenplatte. Abends legen wir in Sportboothäfen oder an Campingplätzen an. Nachts klappen wir den Esstisch ein und legen uns in Schlafsäcken nebeneinander. Echtes Sardinenbüchsengefühl.

Als wir in See gestochen sind am Großen Labussee, haben wir eine gründliche Einweisung in die Schifffahrtsregeln bekommen. Es ist zwar nicht besonders schwer, ein motorisiertes Floß zu steuern, aber in den Kanälen und Schleusen, die die Seen und Flüsse im Nationalpark verbinden, kann es schon mal eng werden. Beim An- und Ablegen hat der Kapitän das Wort (also theoretisch ich), die Kinder können helfen, indem sie in Gefahrensituationen hupen oder Leinen werfen. Beim Ablegen ruft uns der Bootseigner hinterher: „Und langsam machen! Genießen!“ Unser Floß ist kein Rennboot. Manchmal werden wir sogar von Paddelbooten überholt. Wenn man sich in Deutschland irgendwo treiben lassen kann, dann hier. Bis zum Horizont dehnen sich glitzernde Seen, Moore und Kiefernwälder. An der Ahrensberger Brücke machen wir einen Stopp, um in der kleinen Fischerhütte an der Brücke einzukehren. Es gibt geräucherten Aal, Wels und Saibling. Am Ufer steht ein Fischreiher und schaut neidisch zu uns rüber. Vom Boot aus können wir Störche, Adler und Kormorane beobachten. Am letzten Tag wird es richtig warm. Sofort ziehen die Kinder die Badehosen an, klettern aufs Sonnendeck. Jetzt kommt der Höhepunkt der Reise: der Sprung vom Floßdach in den See. Kreischend vor Vergnügen fliegen die Kinder durch die Luft und landen im Wasser. Ganz ohne Dioptrien-Anzug.

Das Floß mit wetterfestem Aufbau kann man ohne Bootsführerschein fahren. Decken, Proviant und Geschirr müssen mitgebracht werden. 3 Tage ab 240 Euro über www.tomsawyer-tours.de.

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