Fürsorge, Liebe Sehnsucht nach Geborgenheit

Ein schönes Wort – und ein noch schöneres Gefühl: Wer Geborgenheit spürt, ist stark. Wer sie vermittelt, gewinnt. Warum man anderen und sich selbst kein wertvolleres Geschenk machen kann

Sehnsucht nach Geborgenheit Sehnsucht nach Geborgenheit © iStockphoto

Vergangene Woche traf ich mich mit meinem alten Freund Juan Antonio. Er ist Lehrer an einem Madrider Gymnasium und verbrachte ein paar Tage in Hamburg, um sein Deutsch aufzufrischen. Wir saßen im Café, der Regen prasselte gegen die Scheiben, und wir schlürften heißen Kakao aus altmodischen Tassen. „Ist das geborgen“, sagte Juan Antonio und strahlte. „Du meinst wohl eher gemütlich, oder?“, fragte ich und versuchte zu beschreiben, was das Wort „Geborgenheit“ eigentlich bedeutet – was gar nicht so einfach ist. Denn im Spanischen, wie auch in vielen anderen Sprachen, existiert es gar nicht. Geborgenheit beinhaltet Sicherheit und Schutz, aber noch viel mehr: Nähe, Wärme, Vertrauen, Zufriedenheit, Körperkontakt, innere Ruhe, Zugehörigkeit und Heimat – eben all das, was wir brauchen, um glücklich, ausgeglichen und leistungsfähig zu sein.

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Autor:
Almut Siegert