Unterhalt Wie geht es nach der Scheidung weiter?

Vor zwei Jahren trat ein neues Unterhaltsrecht in Kraft – vor allem Männer atmeten auf, hofften auf geringere finanzielle Belastungen. Frauen dagegen reagierten verunsichert: Sie sollten trotz kleiner Kinder berufstätig sein. Wir wollten wissen: Wie urteilen die Familiengerichte wirklich?

Nach der Scheidung: Wie ist der Unterhalt geregelt? Wie geht es nach der Scheidung weiter? © Monkey Business-fotolia

Nur wenige Erfahrungen im Leben sind so einschneidend wie das Scheitern einer Ehe. Bei einer Scheidung wird abgerechnet – oft mit harten Bandagen. In der Regel geht es dabei ums Geld – Unterhalt für die Kinder und den Expartner. Unter Umständen prägt der Ausgang des Gerichtsverfahrens das Leben der Beteiligten für Jahrzehnte. Weil für beide Parteien der soziale Abstieg droht, endet die Auseinandersetzung um den nachehelichen Unterhalt oft in langwierigen Prozessen.

Vor zwei Jahren unternahm der Gesetzgeber daher den Versuch, das Unterhaltsrecht neu zu regeln – und gerechter zu machen. Am 1. Januar 2008 trat die Reform in Kraft. Nach zwei Jahren ziehen wir Bilanz. Rund 40 Prozent aller Ehepaare trennen sich heutzutage, viele Geschiedene heiraten ein zweites Mal, gründen eine neue Familie. Eine lebenslange finanzielle Bindung in Form von Unterhaltszahlungen an die Exfrau schien dem Gesetzgeber weder zeitgemäß noch angemessen. Für die einen ist dies moderne Familienpolitik, für andere vor allem ein Gesetz, das Frauen systematisch benachteiligt und im Extremfall in die Armut treiben kann. Doch wie wirkt sich das Gesetz in der Praxis wirklich aus? Sind es jetzt tatsächlich die Frauen, die nach einer Scheidung die Hauptlast zu tragen haben?

 

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