Beruf: Teilzeit Halber Job – doppelte Arbeit?

Nach der Babypause wollen viele Mütter stundenweise wieder arbeiten. Doch Vorsicht: Teilzeit hat ihre Tücken, und das Projekt Beruf und Familie will gut geplant sein 

Halber Job – doppelte Arbeit?  Halber Job – doppelte Arbeit? © drubig-photo-fotolia

Andrea Fellermann könnte in einem Werbespot zum Thema „Mütter und Teilzeitjobs“ auftreten. Ihr ist gelungen, wovon viele Frauen träumen: Nach der Geburt ihres Kindes hat sie zunächst aushilfsweise in ihrer alten Firma, einem Kreditkarten-Unternehmen, gearbeitet, dann nach und nach die Stundenzahl erhöht und ist mittlerweile in ihr früheres Ressort zurückgekehrt. „Ich habe nur positive Erfahrungen mit Teilzeit gemacht“, sagt die 45-jährige Frankfurterin. Glückliche Ausnahme oder Normalität? Fakt ist, dass es in Deutschland über elf Millionen Teilzeitjobs gibt, die in der Mehrzahl von Müttern ausgeübt werden. Frauen haben so die Möglichkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren, verlieren nicht den Anschluss an die Arbeitswelt und sind finanziell weniger abhängig vom Partner. So weit die guten Seiten.

 Fakt ist aber auch, dass Teilzeitjobs in der Regel schlecht bezahlt sind. Ein Großteil davon sind Minijobs – vor allem in den noch immer typischen Frauenberufen wie Verkäuferin oder Altenpflegerin, die oftmals nicht mehr als 800 Euro monatlich einbringen. Aber auch für Höherqualifizierte birgt Teilzeit Probleme. Ihre Karriere stockt, oder sie werden auf Positionen gesetzt, für die sie zu gut ausgebildet und die geringer dotiert sind. Nicht zu vergessen das schlechte Gewissen, das viele berufstätige Mütter dauerhaft plagt: Sie sind hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, ihren Kindern gerecht zu werden, und dem Pflichtgefühl, die Erwartungen des Unternehmens zu erfüllen. Doppelte Arbeit, halber Lohn heißt häufig die bittere Bilanz.

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Autor:
Petra Barth