So haben Keime keine Chance Hygiene in der Küche

Frische-Kick für die Küche. Mit einfachen Hygieneregeln lassen sich Infektionen vermeiden.

Saubere Küche Hygiene in der Küche © iStockphoto

Mit einfachen Hygieneregeln lassen sich Infektionen vermeiden Sie sind immer da, überall: Keime und Bakterien gehören zu unserem Alltag, es gibt sie auch auf allen frischen Lebensmitteln. Das war bisher nicht wirklich ein Grund zur Sorge, denn die meisten dieser Mikroorganismen lösen keine Krankheiten aus. Dann kam die EHEC-Epidemie im Frühsommer. Seitdem sind viele Menschen verunsichert und fragen sich, ob es in ihrer Küche hygienisch genug zugeht. Die wichtigsten Antworten:

  • Wo lauern die meisten Erreger? Auf rohem Gemüse wie beispielsweise Sprossen oder Salat, aber auch auf Fischen und Meerestieren sowie auf ungekochten, vom Tier stammenden Lebensmitteln wie Rohmilchprodukten und Hackfleisch. Vor allem bei Letzterem können sich Keime stark vermehren, wenn es bis zu seiner Verarbeitung (spätestens am nächsten Tag) nicht ausreichend kühl gelagert wird.
  • Muss ich Obst und Gemüse immer abkochen? „Wer Gemüse mindestens zehn Minuten bei 70 Grad und mehr erhitzt, tötet alle Keime ab“, sagt Dr. Klaus-Dieter Zastrow vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin in Berlin. Keime vermehren sich besonders gut zwischen 10 und 50 Grad – Zimmer- und Sommertemperaturen sind also ideal für sie. Meist genügt es jedoch, Gemüse zu schälen oder gründlich unter fließendem Wasser zu waschen. Wichtig: Messer und Brett danach heiß (mindestens 70 Grad) abspülen. Früchte wie Blaubeeren, die in Bodennähe wachsen, sollten mindestens 30 Sekunden gründlich in einer Schüssel gewaschen werden, rät Dr. Klaus-Dieter Zastrow. Alle anderen Obstarten unter viel fließendem Wasser reinigen.
  • Was sollte ich bei der Zubereitung beachten? Lebensmittel, die roh gegessen werden, sollten immer getrennt von Fleisch verarbeitet werden, damit keine Keime über Messer oder Brett in den Salat gelangen können. Tauwasser von gefrorenem Fleisch, zum Beispiel Geflügel, sorgfältig entfernen. Rohe Eier oder Eierschalen dürfen nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen: Sie können Salmonellen enthalten. Alle benutzten Geschirrteile heiß spülen oder in die Spülmaschine geben – Kunststoffbretter sind besser, da spülmaschinentauglich. Vor der Zubereitung des Essens die Hände waschen, aber auch zwischendurch und danach. Und: Verwenden Sie am besten einen Tret-Mülleimer mit Deckel. So halten Sie Fliegen fern, die Bakterien übertragen können, und Sie brauchen den Eimer beim Öffnen nicht anzufassen, während Sie beispielsweise Kartoffeln oder Ähnliches schälen.
  • Wie oft sollten Schwämme und Lappen gewechselt werden? Als Faustregel gilt: wöchentlich. Denn auf einem Schwamm oder Wischtuch können sich mehr Keime tummeln als auf einer öffentlichen Toilette! Viele Tücher lassen sich auch in der Maschine bei 60 Grad waschen. Wegen der langen Waschdauer reicht diese Temperatur aus. Tipp: Bürsten aus Plastik sind hygienischer als Modelle aus Holz.
  • Welche Keimquellen gibt es noch? Stellen Sie den Kühlschrank am besten auf unter 5 Grad ein, denn bei dieser Temperatur können sich Bakterien kaum noch vermehren. Einmal im Monat die Fächer mit Wasser und Spülmittel reinigen. Fleisch grundsätzlich im untersten Fach lagern, damit austretender Saft nicht auf andere Lebensmittel tropfen kann. Doch steril muss die Küche auch nicht sein: Es genügt, den Boden mit Haushaltsreiniger zu wischen.
 
Schlagworte:
Autor:
Bettina Laude