Nähmaschinen

Wie finde ich die richtige Nähmaschine?

Bis Mitte des 18. Jahrhunderts nähte man Kleidungsstücke traditionell mit der Hand. Heute dienen Nähmaschinen zur mechanischen Herstellung von Nähten. Doch bei einer großen Auswahl vieler verschiedener Modelle fällt die Kaufentscheidung nicht leicht.

Nähmaschinen Empfehlung: Nähmaschine mit Nadelkissen Wie finde ich die richtige Nähmaschine? © AndrewHelwich /iStock

Schon im 17. Jahrhundert führte Charles Frederick Wiesenthal erste Experimente zur mechanischen Herstellung einer Naht durch. Die erste arbeitsfähige Maschine stammt vom Engländer Thomas Saint 1790. Der patentierte Entwurf war aus Holz und hatte eine Gabelnadel, einen Vorstecher und eine Hakennadel. Die Nähmaschine nähte den sogenannten Kettenstich.

Comeback

Handarbeiten wie Stricken, Basteln oder Nähen haben in den vergangenen Jahren unter vielen junge Frauen und Männer einen echten Hype ausgelöst, ganz unter dem Credo „Do It Yourself“. Handgefertigte Einzelstücke sind modern und schick, individuell und persönlich.

Die Qual der Wahl 

Ob von Singer, Brother, Aeg, Bernina oder Pfaff: Für schöne und hochwertige Schneiderergebnisse benötigt man das richtige Werkzeug. Das Angebot an Nähmaschinen ist heutzutage riesig, da fällt die Entscheidung für die richtige Maschine nicht leicht. Welche Nähmaschinen sind tatsächlich zu empfehlen, welche erzielen ein präzises und sauberes Arbeitsergebnis? Wir haben einige Nähmaschinen unter die Lupe genommen und Funktionsweisen, Leistungen und Preise näher betrachtet.

Unterschiedliche Preise

Nähmaschinen sind durch verschiedene Funktions- bzw. Nähweisen, Ausstattung, Preis und Design zu unterscheiden. Dabei sind Einsteigergeräte meist bedienerfreundlich und haben eine simplere Funktionsweise. Sie bieten oft die Wahl zwischen verschiedenen Nähprogrammen, verfügen über ein automatisches Einfädelsystem und ein Nählicht. Profimodelle bieten neben den Eigenschaften von Einsteigergeräten noch weitere, nützliche Zusatzfunktionen und sind oftmals zu einem deutlich höheren Preis gegenüber der Anfängermaschinen erhältlich.

Die klassische Nähmaschine

Die klassische Nähmaschine dient zur Herstellung einer Naht. Nähte bestehen aus mehreren, verknüpften Fäden, die von einer guten Maschine fein und sauber gestochen werden. Es wird dabei zwischen Ober- und Unterfaden unterschieden. Der Oberfaden wird zuerst von einer Nadel durch den Stoff gestochen. Der sogenannte Greifer gelangt nach dem Schlingenhub zum Oberfaden und kann diesen Faden entsprechend aufnehmen. Der Begriff Schlingenhub bezeichnet eine spezielle Nadelführung, welche den Faden von der Nadel löst. Klassische Nähmaschinenmodelle unterscheiden sich zum Beispiel durch die Anzahl der Umdrehungen pro Stich. Bei Haushaltsnähmaschinen sind zwei bis drei Drehungen pro Stich der Standard.

Motorisiert unterwegs

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Antrieb von Nähmaschinen. Viele neuere Modelle werden über einen elektrischen Motor angetrieben. Bei elektronischen Nähmaschinen ist die Drehzahl pro Stich stufenlos verstellbar. Eine Alternative zur elektronischen Maschine ist die Maschine mit Pedal. Hier wird das Pedal mit den Füßen bedient, um so die Geschwindigkeit bzw. die Drehzahl zu kontrollieren. Ältere Geräte verfügen über eine Handkurbel, wobei eine Umdrehung drei Stiche erzielt.

Einsteiger- vs. Profimodell

Bevor Sie in eine teure Nähmaschine investieren, sollten Sie sich unbedingt gut informieren und beraten lassen, vielleicht bei Freunden oder Verwandten eine Nähmaschine testen. Für Anfänger empfiehlt sich oft eine Kindernähmaschine. Dabei ist die Funktionsweise einfach zu verstehen und erste Stiche bzw. Nähte gelingen garantiert. Eine Profimaschine mit einer Auswahl der Stichart, Strichbreite, Nahtlänge, Fadengebung, verschiedener Spulen, unterschiedlicher Nähprogramme und vielen weiteren Funktionen ist für Anfänger kompliziert und meist verwirrend. Für Einsteiger genügt also eine Maschine mit Stichart- und Nahtlängenfunktion. Die sogenannten Nutzstiche werden zum Vernähen von Stoffen benötigt und gehören zum Standardprogramm einer Maschine. Zierstiche sind lediglich, wie der Name verrät, zum Verzieren und Verschönern da. Gewöhnliche Haushaltsnähmaschinen erzeugen in der Regel einen Ketten- oder Doppelsteppstich. 
Computermaschinen werden häufig nur von Profis verwendet. Das Merkmal ist ein integriertes Display, welches Funktionen und Nähprogramme beliebig speichern kann. 

Overlock-Nähmaschine

Der Begriff „Overlock“ kommt aus dem englischen („to lock“ = versperren, „over“ = über). Bei einer Overlock-Maschine verhalten sich Ober- und Unterfaden anders als bei einem klassischen Modell. Der Oberfaden wird durch den Unterfaden gesperrt. Der Oberfaden kann nicht von der Nadel gelöst werden, somit wird „over“, also über die Kante genäht. Die Overlock-Maschine dient im Prinzip dazu, die Ränder von Stoffen zu nähen. Außerdem hat eine solche Maschine die Funktion, überschüssigen Saum abzuschneiden. Eine präzise Naht und eine saubere Kante ist das Ergebnis der Overlock-Näharbeiten.

Tipps

  • Viele günstige Nähmaschinen erzeugen ein unpräzises und unordentliches Nähbild. Achten Sie deshalb darauf, dass sie nicht zu den preiswerten Billigmodellen greifen. Die erste eigene Maschine sollte aber trotzdem erschwinglich sein. Denken Sie bei der Kaufentscheidung über ein gebrauchtes Modell nach. Diese Geräte sind oft preiswerter und außerdem schon „eingenäht“ – perfekt für jeden Anfänger. 
  • Lassen Sie sich in einem Fachgeschäft beraten. Dort haben Sie häufig die Möglichkeit zum Probenähen. Auch in Nähcafés lassen sich unterschiedliche Modelle testen.
  • Vergleich Sie Nähmaschinenpreise im Internet. Oft gibt es Sonderangebote, bei denen Geräte zu günstigeren Preisen angeboten werden.
  • Wenn Sie enge Hosen oder Ärmel nähen wollen, dann achten Sie auf die Freiarm-Funktion. Freiarm bedeutet, dass man einen Teil der Nähmaschine entfernen und so kleine, fummelige Arbeiten präzise ausführen kann.
  • Gute Hersteller bieten meist eine langjährige Garantie an. Bei einer Reparatur oder einem Schaden können Sie sich problemlos mit dem Hersteller in Verbindung setzen.
 
Autor:
Leona Malchow