Der schönste Baum des Frühlings Magnolie - Gewächs für Genießer

Sie ist der Star in jedem Park und der Stolz eines jeden Gärtners. Denn die Magnolie entfaltet ihre ganze Pracht nur dann, wenn sie sich wirklich wohlfühlt

Blühende Magnolien Magnolie - Gewächs für Genießer © iStockphoto - hammondovi

Wer könnte diesem Anblick widerstehen? Während die übrige Vegetation erst vorsichtig hervorkommt, wagt die Magnolie schon den ganz großen Wurf: Ab Ende März entfaltet sie ihre Pracht, die in ihrer Vollkommenheit fast unwirklich erscheint. Noch ohne ein einziges grünes Blatt ist der Baum für ein paar kurze Wochen überdeckt mit unzähligen zauberhaften Blütenkelchen.

Die Magnolie ist eine klassische Schönheit, die nie aus der Mode gekommen ist. In Europa, wo die neuzeitliche Magnolienzüchtung begann, schmücken die Menschen seit über 300 Jahren mit der einzigartigen Pflanze ihre Gärten und Parks. Für die Magnolie selbst ist dieser Zeitraum aber nur ein Wimpernschlag in ihrer langen Geschichte. Sie ist so etwas wie ein Dinosaurier unter den Pflanzen. Magnolien waren bereits auf der Erde zu finden, als es noch keine Bienen und ähnliche Insekten zur Bestäubung gab, stattdessen krochen Käfer in die noch geschlossenen Blüten und sorgten für die Vermehrung.

Ursprünglich stammen die heute bekannten Magnolienarten zum größten Teil aus Asien, einige auch aus Nord- und Südamerika. Vermutlich vor der letzten Eiszeit kam die Grande Dame der Ziergehölze dann auch nach Mitteleuropa. In Asien wurde und wird sie übrigens nicht nur wegen ihrer Schönheit geschätzt: Mit ihren Blütenblättern wird Reis aromatisiert, in heißem Öl ausgebackene Magnolienblüten sind eine Köstlichkeit der chinesischen Küche. Und aus der Rinde der Magnolia officinalis, die das Alkaloid Magnocurarin enthält, wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin ein beruhigendes Tonikum hergestellt.

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Autor:
Almut Siegert