Handarbeit & Selbermachen

Die Occhi-Technik

Spitze ist nicht nur etwas für Großmutters Kaffeetisch: Mit der Occhi-Technik zaubern Sie eine verspielte, ausgefallene Spitze, die derzeit bei modernen Schmuckkreationen und exklusiven Outfits Anwendung findet.

Schmuck und Babyschuhe aus Spitze Die Occhi-Technik © karkusha/jyotikamalhotra1

Die Occhi-Handarbeit ist auch als Schiffchenarbeit bekannt. Mithilfe dieser Knoten-Technik erhalten Sie eine sehr filigrane und verspielte Spitze, die zu Verzierungen, Schmuck, Kragen oder ganzen Tischdecken gearbeitet werden kann. Da die Spitze aus vielen kleinen Ringen besteht, wird die Technik Occhi genannt („occhio“ italienisch für „Auge“). Bereits im Mittelalter soll die Technik in Europa angewandt worden sein.

Dieses Werkzeug benötigen Sie:

  • Garnschiffchen
  • eine Häkelnadel
  • Garn

So geht’s:

Die Occhi-Technik benötigt etwas Übung, dann geht sie schnell und recht unkompliziert von der Hand.

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    Wickeln Sie zunächst das Garn, welches Sie verwenden möchten, auf das Garnschiffchen. Der Anfang des Fadens aus dem Schiffchen wird zunächst an der linken Hand von Daumen und Mittelfinger festgehalten. Der Zeigefinger wird nach oben gestreckt. Führen Sie den Faden, der von Daumen und Mittelfinger fixiert wird, nun nach oben über den Zeigefinger und wieder nach unten zum Mittelfinger. Dort wird auch dieser Teil des Fadens von Daumen und Mittelfinger fixiert, sodass eine Schlaufe entsteht.
  2. Das Garnschiffchen liegt in der rechten Hand, der Faden führt von der linken Hand (Daumen und Mittelfinger, wie in 1. beschrieben) hinter die rechte Hand, das Schiffchen liegt zwischen Daumen sowie Mittel- und Ringfinger der rechten Hand.
  3. Strecken Sie nun auch den rechten Zeigefinger nach oben, sodass das Garn angehoben wird. Führen Sie das Schiffchen durch die Schlaufe an der linken Hand und ziehen Sie es oberhalb der Schlaufe direkt wieder zurück und somit durch die Schlaufe der rechten Hand.
  4. Halten Sie die Schlaufe in der linken Hand nun ganz locker und ziehen Sie das Garn mit dem Schiffchen straff, sodass ein Knoten entsteht. Dieser wird nun mit dem Daumen und dem Ringfinger der linken Hand festgehalten, damit er nicht verrutscht. Das Schiffchen wird erneut durch die Schlaufe der linken Hand geführt, direkt darüber wieder zurückgeführt und somit durch die Schlaufe der rechten Hand und ein weiterer Knoten wird gezogen.
  5. Bei der Occhi-Technik wird immer in Doppelknoten gezählt. Außerdem gibt es sogenannte Picots, also kleine Schlaufen, die zwischen die Knoten eingearbeitet werden. Um diese zu erzeugen, wir einer der Knoten nicht direkt an den vorhergegangenen geknüpft, sondern einige Millimeter weiter. Danach kann er an den vorherigen Knoten herangeschoben werden, sodass eine kleine Schlaufe entsteht. So kann man zum Beispiel vier Doppelknoten arbeiten, ein Picot, wieder vier Doppelknoten, ein Picot und so weiter.
  6. Danach kann aus den Knoten ein Ring gezogen werden, indem man das Garn aus dem Schiffchen so lange zuzieht, bis sich die Knoten zu einem Ring gebildet haben.