Schöne Haut Tattoo-Entfernung

Die kleine Rose am Fußgelenk, das Herz am Arm: Wer die Tätowierung rückgängig machen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Wir klären über Methoden und Kosten auf.

Tattoo Frau Tattoo-Entfernung © iStock/Thinkstock

Das Tattoo muss weg

Johnny Depp ist noch mal elegant davongekommen. Auf seinen rechten Oberarm ließ er sich einst die Worte „Winona Forever“ tätowieren. Eine Liebeserklärung an Winona Ryder, die damalige Freundin des Schauspielers. Doch wie es eben so ist, irgendwann war Winona nicht mehr aktuell. Und schwups schrumpfte das Tattoo um zwei Buchstaben: „Wino forever“ ist nun auf Johnnys Haut zu lesen – ein Hinweis auf sein Faible für Rotwein.

Nicht für jeden, der sein Tattoo nicht mehr mag, gibt es so eine praktische und humorvolle Lösung. Wenn die Rose an der Hüfte irgendwann wie eine welke Blume aussieht oder die Schnörkellinie ums Handgelenk beim Vorstellungsgespräch unter dem Ärmel hervorlugt – dann möchte man das Tattoo lieber komplett „ausradieren“. Mit 20 war es sexy, mit 40 kann es peinlich wirken. Manche schämen sich dafür sogar so sehr, dass sie sich nicht mehr ins Schwimmbad trauen.

Also: Das Ding muss weg. Oder, um es mit Sängerin Ina Müller zu sagen: „Byebye, Arschgeweih, ich geb dich zum Lasern frei.“

INFOS IN KÜRZE

Tattoo-Entfernung bieten Dermatologen oder Laserzentren an. Ein Beratungsgespräch ist unbedingt zu empfehlen. Dabei werden Risiken, Behandlungsdauer und Kosten geklärt. Laserentfernung ist die gängigste Methode, hat aber ihren Preis. Abhängig von Größe und Farbigkeit des Tattoos zahlt man 100 bis 300 Euro pro Sitzung, und es sind mehrere not wendig. Die Kassen übernehmen keine Kosten.

Adressen unter: der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft (www.ddl.de).

Der Laser als Lösung

An diesem Punkt stand auch Anna, 24, aus Essen. Ihre Jugendsünde: drei Tattoos an Ober- und Unterarm sowie knapp oberhalb des Pos. Sie hatte sich die Bilder mit 18 stechen lassen. Bereits zwei Jahre später bereute sie die Aktion. Fühlte sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr wohl in ihrer Haut, vor allem im Job.

„Aus Angst davor, ausgegrenzt zu werden, versteckte ich meine Arme vor den Kollegen“, erzählt die Zahnarzthelferin. Anna dachte zuerst daran, sich die oberen Hautschichten abschleifen zu lassen oder spezielle Cremes anzuwenden. „Das sind risikoehaftete Methoden, da gefährliche Entzündungen der Haut drohen“, warnt Holger May, Physiker und Leiter des Laser Forums Essen. Seit 13 Jahren kommen Tattoo-Geplagte zu ihm. Auch Anna stand eines Tages in seiner Praxis – mit dem Entschluss, sich per Laser behandeln zu lassen. „Ich hatte trotzdem Angst, dass Narben zurückbleiben könnten“, berichtet sie. Eine typische Sorge. „Aber unnötig“, beruhigt May.

Es fühlt sich so gut an: „Endlich trage ich wieder ärmellos“

Nur in seltenen Fällen, etwa wenn der Betroffene direkt nach der Behandlung an den betroffenen Stellen kratzt, können sich Narben bilden. In der Regel seien die Risiken und Nebenwirkungen überschaubar, erläutert Holger May. Fast immer komme es zu einer Rötung, gelegentlich zu Blasenbildung. Und: Komplett schmerzfrei ist das Prozedere nicht. „Je nach Empfindlichkeit und Körperstelle wird der Schmerz unterschiedlich erlebt“, sagt May.

Eine besonders sensible Stelle: die Innenseite des Unterarms. Aber eine Betäubungscreme hilft. Anna erzählt: „Es fühlte sich an, als würde man ein kleines Gummi spannen und gegen die Haut schnalzen lassen. Als ich nach zwei Tagen den Verband abnahm, war ich über das Ergebnis so erleichtert, dass mir die Tränen kamen. Schon nach diesem ersten Termin war mein Arm-Tattoo deutlich blasser geworden!“ Nach sieben Sitzungen war es dann ganz verschwunden. „Seit auch das zweite Tattoo entfernt ist, trage ich endlich wieder ärmellos!“

Tattoo-Entfernung ohne Laser

So geht es: Mithilfe eines Mikropigmentiergerätes wird ein kleiner Teil der Oberhaupt über dem Tattoo bis zu einer Tiefe von ca. 1 mm entfernt. Der Effekt ist so, als hätte man sich die Haut einfach oberflächlich aufgeschürft. Druch das Auftragen der Entfernungsflüssigkeit Skinal-EX verlassen sämltliche von den Makrophagen umhüllte Farbpigmente den Körper. Der an dieser Stelle entstehende Schorf fällt dann nach ca. 10 Tagen einfach ab. Die Stelle verheilt und die Behandlung wird fortgesetzt. Nach etwa 3-5 Behandlungen ist das Tattoo komplett entfernt.

Die Skinal Methode ist effektiv, günstig und wenig schmerzhaft. Sie ist in einer dermatologischen-histologischen Studie als anerkanntes und unbedenkliches Verfahren beurteilt worden.

Was genau passiert eigentlich bei einer Laserbehandlung? „Lichtimpulse gelangen in die Haut und zerstören dort die Farbpigmente, die durch die Tätowierung eingelassen wurden. Wie bei der Heilung einer kleinen Wunde transportiert die Haut diese Pigmente dann innerhalb von wenigen Tagen an die Oberfläche“, erklärt May. Nach fünf bis zehn Sitzungen, jeweils in einem Abstand von vier Wochen, ist das Tattoo meist vollständig entfernt. Grundsätzlich gilt: Tätowierungen mit wenigen Farben, die nicht dicht gestochen worden sind, lassen sich leichter entfernen.

Doch die Prozedur ist zeit- und kostenintensiv: Pro Behandlung muss man mit ungefähr 100 bis 300 Euro (für eine etwa handgroße Fläche) rechnen.

Die Alternative zum Laser

Geht es auch anders? Ja. Aber wer sein Tattoo ohne Laser entfernen lassen möchte – die obersten Hautschichten können zum Beispiel abgeschliffen, chemisch behandelt oder sogar herausgeschnitten werden –, kommt zwar schneller zum Ergebnis, muss jedoch immer mit einer Narbe rechnen. Bei der chirurgischen Entfernung wird die Stelle anschließend mit Haut-Transplantaten oder durch Verschiebungen von Hautflächen bedeckt.

Kosten: je nach Größe und Methode ca. 500 bis 3000 Euro.

Anna ist heute froh, dass sie sich fürs Lasern entschieden hat. Es hat zwar eine Weile gedauert, bis alle drei Tattoos entfernt waren – aber auf ihrer Haut blieben keine Narben zurück.

 
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Autor:
Sylvie-Sophie Schindler