Strahlendes Lächeln Schöne & gesunde Zähne

Zähneputzen allein macht noch kein strahlendes Lächeln. Neue Studien zeigen: Ein Gebiss in die Zahngesundheit werden stärker von den Erbanlagen beeinflusst, als man bislang annahm.

Frau mit Apfel Schöne & gesunde Zähne © iStockphoto

Das ist doch wirklich nicht gerecht!“ Ungefähr viermal im Jahr versteht Kerstin Wallner die Welt nicht mehr. Immer dann, wenn sie zum Zahnarzt muss. „Ich putze genauso ordentlich und regelmäßig wie mein Mann“, empört sich die 40-jährige Lehrerin. „Aber im Gegensatz zu ihm ist bei mir immer irgendwas nicht in Ordnung.“ Schon wieder ist ihr Zahnfleisch entzündet und ein Zahn muss vielleicht gezogen werden.
 

Ob man Biss hat oder nicht, entscheiden die Gene

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Thomas Wallner, 45, kann sich auch nicht erklären, warum er jedes Mal Glück hat und die Zahnkontrolle ohne Bohren übersteht. Tatsächlich scheint kaum etwas unfairer zu sein als die Diagnose des Dentisten. Ob, wann und wie stark Menschen an Zähnen oder Zahnfleisch erkranken, hängt zu einem großen Teil von ihren Genen ab, fanden amerikanische Forscher der Universität North Carolina heraus. Gewissenhafte Pflege mit Bürste und Zahnseide allein ist also keine Garantie für Bissfestigkeit. „Studien zeigen, dass bis zu 40 Prozent unserer Zahngesundheit erblich bedingt ist“, sagt Professor Dr. med. dent. Ulrich Schlagenhauf, Präsident der deutschen Gesellschaft für Parodontologie und Abteilungsleiter an der Poliklinik der Universität Würzburg. „Jahrzehntelang haben Zahnärzte Patienten unrecht getan, indem sie ihnen schlechte Mundhygiene als alleinige Ursache ihrer Zahnprobleme vorgeworfen haben“, so Schlagenhauf.
 

Das Immunsystem wehrt auch Karies ab

Zahnpasta

Zahnpasta reinigt & gibt Frische

Demnach sind Thomas Wallners unempfindliche Zähne also nicht dem Zufall, sondern seinen besseren Erbanlagen geschuldet. Schließlich ist das Zahnpflegeverhalten des Ehepaares gleich, der Lebenswandel ähnlich gesund: gutes Essen, regelmäßig Sport, kein Nikotin. Wie anfällig man für Zahnfleischentzündungen, Parodonti tis oder Kieferknochenschwund ist, hängt stark vom eigenen Immunsystem ab – und das ist eben zum größten Teil genetisch vorgegeben. Auch wie schnell sich Beläge bilden, die Stellung der Zähne und ihr Aufbau sind ein Erbfall. Selbst die Zusammensetzung des Speichels, der in günstigen Fällen als biologischer Abwehrfaktor gegen Karies wirken kann.
 

Ein Blick in den Mund verrät viele Krankheiten

Zahnseide

Zahnseide gehört zur täglichen Zahnpflege dazu

„Die Zähne sind beim Menschen eine Art Gütesiegel für seinen gesamten Gesundheitszustand“, sagt Zahnmediziner Schlagenhauf. Umgekehrt können sie auch ein Warnsignal für Krankheiten sein, die sich nach außen nicht so deutlich äußern, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Schwäche oder aufkommender Diabetes. „Wenn das Immunsystem nicht mitspielt, kann man seine Zähne noch so gründlich pflegen, und trotzdem müssen sie irgendwann raus“, so Schlagenhauf über den Extremfall. Der Gedanke, ihren kaputten Zahn vielleicht zu verlieren, schmerzt auch Kerstin Wallner. Sie würde sich für ein Implantat entscheiden. Doch damit die künstliche Zahnwurzel im Knochen hält, muss immer genügend Knochensubstanz vorhanden sein. Besteht aber ein Parodontitis-Risiko, kann es später wackelig werden. Um die genetische Veranlagung dafür abzuschätzen, bieten manche Zahnärzte zusätzlich zu den üblichen Röntgenaufnahmen den sogenannten „Interleukin 1“-Gentest an: Ob entzündungsfördernde Botenstoffe in den Zellen des Immunsystems vorkommen, klärt ein Abstrich von der Wangenschleimhaut, der im Labor untersucht wird. Die Kosten von rund 100 Euro muss der Patient tragen. Vor allem starke Raucher sollten diesen Test machen, rät Experte Schlagenhauf. Denn Nikotin fördert Paradontitis. Wer genetisch betroffen ist und raucht, geht also ein doppeltes Risiko ein. „Bei einem positiven Ergebnis ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die gesetzten Implantate langfristig nicht halten.“
 

Gründliches Bürsten ist weiterhin Pflicht

Zahnbürste

Eine elektrische Zahnbürste reinigt besonders gründlich

Bei so viel Macht des Erbguts drängt sich die Frage auf, ob man überhaupt gegen „schlechte“ Gene anputzen kann. „Auf jeden Fall“, sagt Schlagenhauf. „Stress, Nikotin, Bewegungsmangel und eine falsche Ernährung mit zu viel Zucker setzen der Mundgesundheit meist stärker zu als ererbte Probleme.“ Wer also nicht zu den  Menschen mit ausgeprägter Genschwäche oder einem extrem ungesunden Lebenswandel gehört, hat gute Chancen, seine Zähne bis ins hohe Alter zu behalten. Aber Putz-Disziplin ist natürlich schon gefragt. Mindestens zwei, besser drei Minuten lang nach den Hauptmahlzeiten sollte das Gebiss gepflegt werden – und bitte nicht die schwer zugänglichen Backenzähne vergessen. Zahnseide und Zwischenraumbürsten mögen vielleicht zu Anfang unhandlich sein, aber gerade sie sind echte Bakterienkiller und schützen das empfindliche Zahnfleisch vor Keimen.
 

Nur ganz wenige haben unverwüstliche Zähne

Dieses kleine Tool pflegt die Zahnzschwischenräume

Nur in Ausnahmefällen ist Mundhygiene im Grunde überflüssig – bei Menschen mit unverwüstlichem Kauwerkzeug. Vor 20 Jahren entdeckte der niederländische Zahnforscher Ubele van der Velden die „Teflon“-Beißer. Natürlich kannte er den genetischen Zusammenhang noch nicht. Als er freiwilligen Testpersonen das Zähneputzen verbot, stellte der Wissenschaftler jedoch fest, dass einige auch nach mehreren Wochen kein entzündetetes Zahnfleisch und kaum Beläge hatten. „Eine derart ,gusseiserne‘ Gesundheit im Mund haben nur rund zehn Prozent der Menschen“, sagt Schlagenhauf. Ob Thomas Wallner dazugehört, will er lieber nicht ausprobieren. Auch seine Frau putzt weiter – noch gründlicher. Die Gene sind eben nicht gerecht.

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