Hautpflege aus dem Meer

Wunderbare Aussichten für unsere Haut: Das Meer bietet viele Pflege-Benefits. Ob Koralle oder Alge, finden Sie hier heraus, was ihnen steckt.

Frau liegt im Meer Hautpflege aus dem Meer © iceteaimages - Fotolia.com

Schlick

Das Beauty-Wunder aus der Nordsee

Wattläufer rieben sich schon immer gern mit der graublauen Paste ein, ließen sie trocknen und freuten sich nach dem Abspülen über klare, weiche Haut.

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Das brachte den Physiotherapeuten Paul Gojny auf die Idee, das Geheimnis zu erforschen. Untersuchungen zeigten: Meeresschlick ist reich an hautfreundlichen Salzen, Mineralien, Vitaminen und Aminosäuren. Leider ist es auch schmutzig. Deshalb verwandelte der Cuxhavener den Schlick mit einem speziellen Extraktionsverfahren in eine saubere Sache. Die klare Flüssigkeit ist die Basis seiner La-Mer-Pflege mit ca. 50 Produkten. Die ersten Rezepturen waren ein Segen für Neurodermitiker, heute gibt es Anti-Aging-Linien – und auch Konkurrenz, die Schlick in Produkten einsetzt (z. B. Balneocare).

Algen

Überlebenskünstler, die unter die Haut gehen

Wirkstoff-Forscher sind verrückt nach ihnen. „Wir kennen erst 35 000 Algenarten, mindestens 100000 sind noch unentdeckt“, sagt der Biochemiker Professor Otto Pulz aus Potsdam. „Besonders interessant sind Algen, die in Schlammvulkanen, Gletschern oder dunklen Felsspalten überleben.“ Die Stoffe, die sie zu ihrem Schutz produzieren, kommen auch der Haut zugute. Im Cremetiegel versorgen ihre Überlebensproteine die Zellen mit Energie, bekämpfen freie Radikale und reparieren die DNA. Ein Star unter den Braunalgen ist die Padina. Sie filtert Kalzium aus dem Meer und baut sich daraus eine Schutzhülle. In der Kosmetik stärkt Padina die Hornschicht und bewahrt vor Umweltschäden (z. B. in Cremes von Daniel Jouvance, Thalgo, Estée Lauder).

Quallen

Die verkannten Schönheiten der Meere

Die Begegnung mit ihnen ist alles andere als angenehm. Das Gift in ihren Fangarmen kann auf der Haut ganz schön brennen. Die wirklich gefährlichen Quallenarten treiben sich aber zum Glück nur in den tropischen Gewässern herum. Ihre gute Seite hat jetzt ein Kieler Meeresforscherteam für die Kosmetik entdeckt: Das aus den Rhopilema-Quallen gewonnene Kollagen. Dieses sogenannte Qollagen wirkt wie ein mit Mineralien getränktes Vlies, das auf der Haut einen Feuchtigkeitsfilm bildet. Es versorgt die Haut über lange Zeit mit Nährstoffen und polstert Falten auf. Bislang steckt der Wirkstoff nur in Produkten der Naturkosmetik von Oceanwell. Apropos Quallen: Gegen ihre Angriffe gibt es ein Mittel („Sonnen + Quallenschutz LSF 30“ von Canea Pharma).

Muscheln

Maritime Verwöhnung für den Körper

Venusmuscheln sind die Lieblingsspeise der Bewohner von St. Barth. Vielleicht sind es die B-Vitamine, die das Leben dort so entspannt machen. Sogar mit den Schalen verwöhnen die Insulaner ihren Körper. Die Muscheln werden per Hand poliert und an den Rändern so verklebt, dass sie sich zum Massieren eignen. Dieses Ritual inspirierte Birgit Brin, die Gründerin von Ligne St Barth, zu einer Behandlung, die jetzt auch hier in den Spas Karibik-Flair verströmt. Die „Chill-out“-Muschelmassage wird mit einer Packung aus Algen, Seetang, Avocado-Öl und gemahlenen Venusmuscheln zum Erlebnis. In Cremes ist Muschelextrakt noch ein Geheimtipp. Er wirkt remineralisierend und spendet Feuchtigkeit („Straffendes Augengel“ von Thalgo).

Seegras

Die blühende Meerespflanze ist ein Multitalent

Eine attraktive Karriere macht zurzeit das Seegras. Vom Schattendasein als Dünger, Dämmund Füllmaterial zum Beauty-Star im Cremetiegel und in der Thalasso-Therapie. „Es ist reich an Omega-3-und -6-Fettsäuren, Mineralien, Vitamin A und E“, sagt Dr. Christel Dötsch-Jutsch. Was die blühende Meerespflanze für die Kosmetik einzigartig macht: der von der Schweriner Biologin entwickelte Wirkstoff-Komplex Marezostin aus sekundären Pflanzenstoffen. In der patentierten Pflegeserie wirkt er antibakteriell, feuchtigkeitsspendend und schützt vor freien Radikalen („Trilogie de la Mer“ von Aquazosta). Die Forscherin: „Gegenüber Algen hat Seegras echte Vorteile. Es wächst das ganze Jahr über, ist lange haltbar und riecht nicht streng.“

Korallen

Ein echtes Schmuckstück für den Teint

Magische Heilkräfte sprechen die Ägypter ihr zu. In Italien schützt die Koralle vor dem bösen Blick, und in Russland wird sie als Glücksbringer zur Hochzeit getragen. Pulverisiert wirkt sie von innen und außen Wunder. Biomineralisches Korallenpulver ist reich an Kalzium und Spurenelementen, schützt durch seine Netzstruktur  die Haut. In Puder macht der Wirkstoff Phycocorail die Grundierung länger haltbar (z. B. „Mineral Loose Powder“ von Make up Factory). 70 Mineralien enthält  Wasser, das auf der japanischen Insel Okinawadurch Sango-Korallen fließt. Es soll der Grund  für die hohe Lebenserwartung der Einheimischen sein. Der Rest der Welt kann mit Sango-Korallenpulver Körper und Haut verjüngen (z. B. über amazon.de).

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