Experteninterview

So kommen Sie naturfit in den Frühling

Mit der Kraft der Natur gestärkt in die neue Jahreszeit. Arzt, Apotheker und Experte für Naturheilverfahren und Homöopathie Dr. med. Dietrich Göthel erklärt in dem Experteninterview, wie Sie der Kälte trotzen und naturfit in den Frühling starten.

Frau in Natur So kommen Sie naturfit in den Frühling © iStock/Thinkstock

Kälte, Wind und Regen – da lockt ein heißes Bad zu Hause und auch die ersten Gedanken an die herrliche warme Jahreszeit beginnen sich zu häufen. Doch wer mit einem fitten Immunsystem und schöner Haut in die hellen Monate starten will, dem ist mit Gemütlichkeit auf dem Sofa nicht geholfen. Dr. med. Dietrich Göthel, Arzt und Apotheker sowie Experte für Naturheilverfahren und Homöopathie, verrät, wie wir jetzt die kalten Tage nutzen können, um fit in den Frühling zu starten. Denn bewiesen ist: Abhärtung in der Natur stärkt die Abwehrkräfte und sorgt für eine rosige Ausstrahlung – so können die ersten warmen Tage richtig genossen werden.

Stimmt es, dass Abhärtung in der Natur das Immunsystem stärkt und auch für eine rosige Ausstrahlung sorgt?

Ja, denn Kältereize, wie z.B. kalte Güsse, können das Immunsystem aktivieren. Studien zeigen, dass die Anzahl der Abwehrzellen im Blut durch regelmäßige Temperaturreize deutlich ansteigt. Die Abhärtung hat auch eine positive Wirkung auf die Haut. Bei einem Kältereiz ziehen sich die Blutgefäße unter der Haut zusammen, um den Körper vor Auskühlung zu schützen. Anschließend weiten sich in der Wärme die Gefäße über den Normalzustand hinaus und die Durchblutung nimmt deutlich zu. Dadurch kommt es auch in der Haut zu einer verbesserten Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Dies bewirkt eine Aktivierung des Stoffwechsels und der Immunzellen. Die Regeneration der Haut und die Abwehr von Infektionen werden dadurch gefördert.

Mit welchen Übungen können wir die Natur für eine Abhärtung nutzen?

Es gibt für die verschiedenen Geschmäcker unterschiedliche Möglichkeiten – vom Barfußlaufen durch kaltes oder gefrorenes Gras über eine Naturdusche im eigenen Garten bis hin zum Winterschwimmen für Hartgesottene. Wichtig ist bei allen Punkten, dass man Spaß daran hat und die Abhärtungsmaßnahmen nicht übertreibt. Gerade das Winterschwimmen eignet sich nur für erfahrene Personen. Es unterscheidet sich vom normalen Baden vor allem dadurch, dass hier körperliche Aktivität, nämlich das Schwimmen, dazukommt. Trotzdem bleiben die Winterschwimmer nur wenige Minuten im Wasser. Auch werden häufig Neoprenanzüge getragen, um den Körper nicht zu stark auszukühlen. Der Kältereiz bewirkt eine Stimulation des Immunsystems und Studien zeigen, dass Winterschwimmer tatsächlich weniger häufig erkältet sind. Wenn man statt Winterschwimmen lieber barfuß durch kaltes Gras laufen möchte, sollte man bedenken, dass die Füße sehr schnell auskühlen. Um sich abzuhärten,reicht eine Minute völlig aus. Wichtig ist es, danach die Füße mit warmen Socken zu wärmen, sonst kann man sich eher eine Erkältung holen, als sie zu vermeiden.

Worauf muss man dabei besonders achten?

Aus medizinischer Sicht ist entscheidend, dass der Körper zunächst durch körperliche Anstrengung erwärmt wird – das gilt generell für jede Abhärtungsmethode. Dann sollte man einen sehr kurzen Kältereiz setzen, sich anschließend abtrocknen und sofort den Körper, am besten durch körperliche Anstrengung, wieder erwärmen. Außerdem ist es natürlich wichtig, dass man gesund ist und nicht bereits an einer Erkältung leidet.

Gibt es auch eine ganz einfache Übung?

Auch regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft oder andere Aktivitäten im Freien haben einen positiven Einfluss auf das Immunsystem und das Wohlbefinden. Wie wäre es z.B. mit Skigymnastik im eigenen Garten?

Wie sollte man sich auf die vorgeschlagenen Maßnahmen vorbereiten?

Abhärtung unterliegt einem Trainingseffekt: Je regelmäßiger wir uns Kältereizen aussetzen, desto unempfindlicher reagiert der Körper in den kalten Monaten. Allerdings sollte man eine Reiztherapie nicht übertreiben, sondern langsam anfangen und sich langsam steigern. Gut geeignet für eine Vorbereitung sind das morgendliche Barfußlaufen im noch feuchten Gras, kaltes Duschen oder auch kalte Gesichtsgüsse. Wichtig ist dabei, dass man vorher warm ist und sich hinterher wieder aufwärmt. Auch wer regelmäßig in die Sauna geht, bekommt eine bessere Thermoregulation und kann sein Immunsystem aktivieren. Hierbei ist aber wieder wichtig, sich nach dem Saunagang mit kaltem Wasser abzukühlen.

Wie können wir die Natur noch nutzen, um fit in den Frühling zu kommen?

Tagescreme mit Bio-Olivenöl

Reichhaltige Tagescreme mit Bio-Olivenöl z. B. von Florena, 50ml, 4,79 Euro

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Eine naturbelassene Vollwertkost mit viel Obst und Gemüse versorgt den Organismus mit allen wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, die für ein starkes Immunsystem wichtig sind. So soll z.B. Ingwer das Immunsystem stärken und Viren, Bakterien und Entzündungen bekämpfen. Auch in der täglichen Hautpflege helfen natürliche Inhaltsstoffe, wie z.B. reichhaltige Öle, unsere Hautschutzbarriere in den kalten Monaten zu stärken. Bereits bei Temperaturen unter 10 °C lässt die Aktivität der Talgdrüsen nach und kann bei extremer Kälte ganz eingestellt werden. In der Folge ist unser Hautschutz beeinträchtigt und wir reagieren sensibler auf äußere Reize.

Die perfekte Pflege mit dem Besten aus der Natur für die kalten Tage

In den kalten Monaten ist unsere Haut besonderen Belastungen ausgesetzt. Um die Haut optimal auf den Frühling vorzubereiten, benötigt sie eine schützende Pflege. Hier eignet sich Olivenöl sehr gut: Es zeichnet sich durch einen hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren aus. Die natürlichen, ungesättigten Triglyceride ähneln den hauteigenen Lipiden. Sie fügen sich in den Hydrolipidfilm der Haut ein und können Lücken in diesem Film auffüllen. Das Ergebnis: ein geschmeidiges und glattes Hautgefühl.

 
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