Pflege-Tipps

Beauty-Trends aus dem Orient

Lassen Sie sich verzaubern! Von kostbaren Düften, Ölen und warmen Farben aus dem Orient.

Orient Beauty Beauty-Trends aus dem Orient © jon-erik, Liv Friis-Larsen/Thinkstock

Fernweh. Nach einer Welt, die uns aus unserem Alltag entführt. An Orte voller exotischer Düfte, umhüllender Wärme und geheimnisvoller Rituale. Der Orient ist das Ziel schönster Wohlfühl-Träume und kann auch kühle Wintertage im Abendland zu einem Märchen aus 1001 Nacht werden lassen. Kerzen und Räucherstäbchen mit Aromen von Rose, Anis, Feige, Weihrauch, Amber und Zimt wirken als sanfte Stimmungsaufheller. Sie verzaubern unsere Sinne: Augen zu und die Schönheitsreise beginnt. Das eigene Bad wird zum luxuriösen Palast mit Ölen, Düften und hautverwöhnenden Beauty-Bräuchen.

Sinnliche Düfte beflügeln die Fantasie aufs Kreativste

Im alten Ägypten wurden Harze den Göttern „per fumum“, also durch Rauch, geopfert. Ein findiger Händler mischte die Rohstoffe irgendwann mit Ölen zu einem Balsam, der zwischen Südarabien und dem Mittelmeer für Furore sorgte. „Kyphi“ hieß der erste Duft-Bestseller, in dem sich Weihrauch, Amber, Oud, Sandelholz und Rose verbanden. Das sind auch die Zutaten, die moderne Parfümeure aktuell inspirieren. Der Designer Tom Ford bricht die Opulenz von „Rive d’Ambre“ mit Bitterorange und grüner Minze auf. Guerlain-Parfümeur Thierry Wasser rundet die Rosennote von „Encens Mythique d’Orient“ mit Patschuli und rosa Pfeffer schmeichelhaft ab. Roberto Cavalli vertieft in „Tiger Oud“ die Damaszener-Rose mit Safran. In opulente Flakons abgefüllt, wirken die neuen Orient-Düfte wie kostbare Schmuckstücke. Am edelsten funkeln sie dezent eingesetzt. Versprühen Sie intensive Düfte nicht zu nah am Kopf, sondern lieber vor dem Anziehen auf den Körper. Ideal sind auch die Kniekehlen, weil sie von dort subtil hochsteigen.

Natürliche Rituale pflegen den Körper streichelzart

Entschleiert halten sich die Frauen im Orient nur zu Hause, im Hamam und im Rasul-Bad auf. Das Reinigungsritual mit Heilerde aus dem Atlas-Gebirge soll gute Geister anziehen, Glück bringen und zaubert eine Haut wie Samt und Seide. Die mit warmem Wasser vermischte graubraune Paste wird leicht in die Haut einmassiert und nach dem Antrocknen abgespült. Rasul bindet abgestorbene Hornschüppchen und Talgreste, während die Haut die enthaltenen Mineralstoffe aufnimmt (z.B. „Soin Gommant Oriental“ von Daniel Jouvance, „Rhassoul Aktiv Creme“ von Alva). Zum Körper-Kult à la Morgenland gehört auch die Entfernung von Arm-, Bein- und Schamhaar. Halawa (zu Deutsch: „etwas Süßes“) heißt die Prozedur und ist nicht so süß wie ihr Name. Die Frauen mischen und erwärmen Zucker, Zitrone und Pflanzenöl, streichen die Paste auf, decken sie mit Baumwollstreifen ab und reißen die klebrigen Fetzen gegen die Wuchsrichtung herunter (fertige Paste über: www.halawa. de).

Seidige Haut durch traditionelle Schönheits-Elixiere

Das Geheimnis orientalischer Pflege ist seit Jahrhunderten der Honig. Das flüssige Gold bindet im trockenen Wüstenklima Feuchtigkeit, beruhigt und hat antibakterielle Eigenschaften. Als Maske wirkt es wahre Wunder: 100 Gramm Joghurt mit zwei Teelöffeln Honig vermischen, auftragen, nach zehn Minuten mit lauwarmem Wasser abwaschen. Konzentriert steckt Honig in Seren (z. B. „Abeille Royale Gesichtskur“ von Guerlain, „Jugendelixier-Serum“ von Melvita). Übrigens: Ist kein Lipgloss zur Hand, macht eine Fingerspitze Honig spröde Lippen kusstauglich. Verführerisch pflegt die Rose. Ihre Extrakte glätten, regen die Zellerneuerung an und beugen Entzündungen vor. Ihr Duft enthält den natürlichen Glücksspender Phenylethylamin (PEA), der das Lustgefühl anheizt. Ein Rosenbad betört also Haut und Sinne (z. B. „Kiss of a Rose“ von Tetesept, „Rose Garden“ von Lavera). Üppige Körpercremes machen das Scheherazade-Gefühl perfekt (z.B. „Apicosma Body Balm“ von Melvita, „Moroccan Rose Body Butter“ von The Body Shop).

Goldgelber Honig
Flüssiges Gold ist eine wertvolle Beauty-Quelle von Kopf bis Fuß. Mit ein paar edlen Tropfen Öl fühlt sich die Haut nach der Reinigung wohl. Die Lipide stärken die Barriereschicht, regenerieren und halten die Feuchtigkeit fest. Extrakte aus Rose, Sandelholz oder Kardamom verwandeln schlichtes Mandelöl in einen Anti-Aging-Spezialisten. Ein besonders kostbarer Bio-Schatz wächst im Atlasgebirge in Marokko: der Arganbaum. Sein Öl wird durch Handpressung aus Argannüssen gewonnen. Es ist ungewöhnlich reich an Antioxidantien und verjüngenden Phyto-Hormonen. Die volle Wirkungent faltet Arganöl, wenn es in die noch feuchte Haut einmassiert wird (z.B. „Organic Argan Oil Serum“ von Kahina, „Massage-Elixier Oriental“ von Yves Rocher). Argan war ein gut gehütetes Geheimnis der Berber-Frauen für gesund glänzendes Haar. Inzwischen macht es auch unsere Haare geschmeidig (z.B. „Elixir Ultime“ von Kérastase, „Mythic Oil“ von L’Oréal).

Leuchtende Farben beleben die Stimmung

Die aktuellen Make-up-Kollektionen fangen den Flair einer orientalischen Reise ein: Henna und Chili für die Lippen, Blau und Türkis für die Lider und Erdtöne für den Teint (z.B. Linie „Orient Express“ von Artdeco, „Color Wardrobe for Eyes & Cheeks“ von Laura Mercier). Ein Klassiker, ohne den die Frauen Arabiens nie das Haus verlassen: Kajal (wörtlich: die Augen glänzend machen). Er ist mehr als nur Ansichtssache. Die dunkle Farbe soll traditionell das Böse abschrecken und grelles Sonnenlicht absorbieren. Und natürlich lässt das Schwarz den Blick schön intensiv wirken. Denselben Look gibt es mit silikonumhüllten Pigmenten in allen Farben (z.B. „Phyto Khol Star“ von Sisley, „Double Wear Eye Pencil“ von Estée Lauder). Den winterblassen Teint bringt Bronze-Puder zum Strahlen (z. B. „Terra Nerolia“ von Guerlain, „True Bronze“ von Clinique). Mit einem großen Pinsel lässt er sich fein über Gesicht und Dekolleté verteilen. Und schon geht im Abendland die Sonne auf.