Pflege

Die Ästhetik der Körperbehaarung

Die Debatte um die Körperbehaarung ist wieder entbrannt. Wohin geht der Trend? Haare ab oder lieber doch nicht?

Körperrasur - Die Ästhetik der Körperbehaarung Die Ästhetik der Körperbehaarung © Thinkstock

Die Diskussion um den ästhetischen Aspekt der Körperbehaarung ist nicht erst gestern entbrannt und doch so aktuell wie eh und je. Der Sommer steht vor der Tür: Wir rüsten unsere Körper für die Bikinisaison und machen uns Startklar für Röcke und Shorts. Doch was heißt das eigentlich? Wachsen, rasieren und epilieren?

Neue Debatte um Intimrasur

Anfang des Jahres löste die New York Times eine neue Debatte um die Scharmbehaarung aus, in dem sie titelte, dass der Trend weg ginge von der Intimrasur. Also unten herum lieber mit vollem Haar? Laut einer Studie der Universität Leipzig enthaaren 97 Prozent der Frauen und 79 Prozent der Männer regelmäßig mindestens eine Stelle am Körper. 48 Prozent der Frauen entfernen sich sogar die Haare im Intimbereich, die Achselhaare, die Haare an den Beinen und an den Augenbrauen
 

In den 68ern war Behaarung ein politisches Statement

Tipps und Tricks rund ums Rasieren
Frau rasiert sich die Beine - Tipps rund um die Rasur

Rasieren gehört für die meisten Frauen zur Körperpflege wie Duschen und Haare waschen. Gerade empfindliche Haut kann unter der Rasur leiden. Wir verraten die besten Tricks rund um die schnelle Haarentfernung.

Generell brauchen wir die Körperbehaarung nicht. Sie ist Zeichen der Geschlechtsreife, aber aus medizinischer Sicht nicht erforderlich. Oft sind die Schönheitsideale der Körperbehaarung einem Trend oder kulturellen Merkmalen ausgesetzt. Selten hängt es mit einer persönlichen oder psychischen Einstellung zu dem Thema zusammen. Während der 68er-Generation ließ man sich die Haare als politisches Statement stehen. Seit einigen Jahrzehnten entfernen Frauen sich in den westlichen Industrienationen regelmäßig die Haare, da die Produktwerbung einen Trend zu glatter und unbehaarter Haut fördert. 
Je weniger Haut gezeigt wird, desto mehr Haare müssen dran glauben. 
 
Professor Brähler, der die Studie an der Universität Leipzig mit zu verantworten hat, erklärt dazu: „Dies gilt für Achseln und Beine genauso wie für den Genitalbereich. Knapper werdende Badebekleidung sowie die starke Präsenz von Nacktheit in den Medien tragen dazu bei, dass sich für diese Bereiche ästhetische Normen herausbilden“ und weiter "Speziell für den Bereich der Intimrasuren bei Frauen lässt sich sagen, dass es die 'neue' Sichtbarkeit der äußeren weiblichen Genitalien ist, die dazu führt, dass sich auch hier Schönheitsnormen herausbilden: Erstmals entwickelt sich eine allgemeingültige - für weite Schichten der Bevölkerung - verbindliche Intimästhetik. Eine bis dato primär zur Privatsphäre zählende Körperregion - die Schamregion - unterliegt fortan einem Gestaltungsimperativ."
 

Immer mehr Waxing-Studios in den Städten

In den Städten sprießen immer mehr Waxing-Studios aus dem Boden und Intimrasur bekommt mit Hilfe von Bezeichnungen wie Brasilian- oder Hollywood-Cut ganz neue Namen. 
Generell gilt, dass es in unserer Gesellschaft momentan eine höhere Akzeptanz für die Körperrasur gibt und der Trend, der von der New York Times beobachtet wird, in Deutschland nicht geteilt werden kann. 
 
Wenn die Produkte und die Konsumgesellschaft aber einen anderen Weg einschlagen, kann der Trend genauso gut wieder in die andere Richtung gehen. "Über kurz oder lang wird wieder üppig wachsendes Haar als schick gelten", so Professor Brähler.
 
 
Schlagworte: