Für immer jung Moderne Kosmetik

 Was kann die Forschung gegen Hautalterung tun? Nano Kosmetik, Pflanzenstoffe und Vitamine können helfen.

Moderne Kosmetik Moderne Kosmetik © HLPhoto-Fotolia

Antioxidantien, Coenzym Q10, Hyaluronsäure – das war der Anfang. Heute erprobt die Beauty-Industrie selbst den Einsatz von Stammzellen und Nanotechnik. Kosmetik und Medizin sind zusammengerückt. Immer öfter kommen in Cremes pharmazeutische Wirkstoffe zur Verwendung, Substanzen, deren Einfluss auf die Haut nachgewiesen ist. Sie pflegen empfindliche, trockene oder glänzende Haut, straffen schlaffe Kollagenfasern und klären fleckigen Teint. „Das Ziel ist eine maßgeschneiderte Hautpflege. Ließe sich exakt aufschlüsseln, was der Haut fehlt, könnte man Wirkstoffkombis gezielt auf sie abstimmen“, sagt Martina Kerscher von der Uni Hamburg. Sie ist Deutschlands erste Kosmetikprofessorin. Cremes von der Stange, das war gestern. Die Hautpflege wird individueller - mit maßgeschneiderten Wirkstoffkombis.


Anti-Aging-Kosmetik will Stammzellen aktivieren


Falten freie Haut

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Stammzellen sind die Quelle allen Gewebes. Sie produzieren kontinuierlich neue Zellen, polstern die Haut von unten auf. Sind sie der Schlüssel für das ultimative Anti-Aging-Programm? Schon heute versuchen spezielle Kosmetikprodukte das schlummernde Erneuerungspotenzial von Stammzellen mit besonderen Wirkstoffen zu wecken und zu schützen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Vorsichtige Wissenschaftler geben zu bedenken, dass das Wissen über Stammzellen noch nicht so groß ist und Nebenwirkungen auftreten könnten. „Es wäre fantastisch, wenn es irgendwann einmal gelingt, die Stammzellenaktivität genau in die richtige Richtung zu steuern. Aber noch steht die Forschung ganz am Anfang“, sagt Professor Jürgen Lademann, Dermatologe an der Berliner Charité.
 

Nano-Kosmetik fast so effektiv, wie Arzneimittel


Gentest

Natürliche Kosmetik wächst durch Forschung

Früher blieben Cremes auf der Oberhaut liegen, wo sie wenig Effekt hatten. Doch in den letzten Jahren haben Forscher Wirkstoff-Kombinationen entwickelt, die bis in die Lederhaut vordringen. Zum Beispiel die Liposomen. Diese winzig kleinen Fett-Wasser-Kügelchen haben nicht nur pflegende Eigenschaften, binden Feuchtigkeit und stabilisieren die Schutzbarriere – sie dienen anderen Substanzen auch als Transport-Taxis. „Sie schleusen Wirkstoffe gezielt in die Schichten der Haut, wo sie Wirkung entfalten“, erklärt Professor Kerscher. „So dringt etwa liposomal verkapseltes Koffein tiefer in die Haut ein und kann positive Effekte bei Cellulite haben.“ Damit pirscht sich Kosmetik bis auf den letzten Nanometer an die Grenze zum Arzneimittel heran. Bei bestimmten Substanzen, etwa Vitaminen oder Hormonen, könnte das durchaus mit Risiken und Nebenwirkungen wie Hautirritationen verbunden sein. Allerdings regelt das deutsche Gesetz streng, welche Stoffe in welcher Dosis in einem Kosmetikum enthalten sein dürfen. Manches, was etwa in den USA als Kosmetik im Handel frei erhältlich ist, ist bei uns ein verschreibungspflichtiges Medikament. Oder enthält geringere Wirkstoffkonzentrationen – und wirkt damit weniger intensiv.


Pflanzenstoffe regen die Hauterneuerung an 
 

Dermatologen unterscheiden zwei Arten von Falten. Zur einen zählen etwa die Denkfalten auf der Stirn, die Zornesfalten zwischen den Brauen oder die Lachfalten um die Augen – gegen diese Mimikfurchen kann Kosmetik wenig ausrichten. Gegen die zweite Variante schon. Sie entsteht, wenn der Kollagengehalt in der Lederhaut mit den Jahren abnimmt – Kollagen ist ein Eiweißstoff, der für Elastizität und Festigkeit sorgt. Freie Radikale, die vermehrt durch Sonne, Rauchen oder Stress anfallen, begünstigen diesen Alterungsprozess – sie schädigen die Erbsubstanz der Hautzellen und beschleunigen den Kollagenabbau. Dagegen sollte man ancremen – am besten schon ab 25 Jahren. Geeignet sind Cremes mit Antioxidantien, zum Beispiel Vitamin C, E und A, Coenzym Q10 oder Flavonoide aus Grüntee, Granatapfel oder der Baumrinde der Seekiefer („Pycnogenol“). Kerscher: „Diese Radikalfänger sorgen dafür, dass das Kollagen in der Haut erhalten bleibt und weniger Falten entstehen.“ Ab Mitte 40 baut die Haut, infolge hormoneller Umstellungen, zusätzlich weniger Kollagen auf. Dann ist es Zeit für sogenannte Zellregulatoren. Dazu zählen ein Vitamin-A-Verwandter namens Retinol und eine Gruppe von Molekülen, die Polypeptide genannt werden. Professor Kerscher: „Das sind kleine Eiweißmoleküle, die den kollagenproduzierenden Zellen das Signal geben, mehr Kollagen herzustellen.“ Relativ neu sind pflanzliche Wachstumsfaktoren, etwa aus Tigergras. Sie regen die Hautzellen zum Wachstum und zur Differenzierung an, beschleunigen und verstärken also Erneuerungsprozesse. 
 

Vitamine bleichen Flecken und wirkend aufhellend
 

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Stop mit Pigmentflecken!

Nicht nur die Straffheit und Elastizität der Haut, auch ihre Leuchtkraft und Ebenmäßigkeit sind Kennzeichen von Jugendlichkeit – diese Erkenntnis hat einen neuen Trend in Gang gesetzt: Brightening- Produkte sollen Pigmentflecken erblassen und den Teint seidig schimmern lassen. Hochwirksame Aufheller sind Vitamin C und B3 (Niacinamid ) – diese Multitalente verbessern auch die Regenerationsfähigkeit der Haut. Einige Brightener enthalten Melaninhemmer aus der Natur, etwa aus Pilzen gewonnene Kojisäure oder Extrakte aus Hefe, Weintrauben und Maulbeeren – die Wirksamkeit ist von Dermatologen bereits wissenschaftlich bestätigt.
 

Im Alter wird unsere Haut Teilungsfaul 
 

Kontinuierlich erneuert sich die Haut: Von innen wachsen Zellen nach, verhornen, fallen als Schuppen ab. 3 bis 4 Wochen dauert dieser Prozess – bei jungen Menschen. Er wird durch adulte Stammzellen gesteuert: Die Stammzelle kopiert sich selbst und produziert gleichzeitig eine neue Hautzelle. Solange die Stammzellen aktiv sind, bleibt die Haut straff und jung. Die Hautzellen an der Basis der oberen Hornschicht sind durch Zapfen eng mit der unteren Lederhaut verbunden, in der die Blutgefäße verlaufen. Unterhautfett unterfüttert die Haut (siehe Grafik). Doch irgendwann gerät die Hauterneuerung ins Stocken, verlangsamt sich auf 50 Tage im Alter. Die Versorgung mit Nährstoffen aus der Lederhaut wird schlechter – das macht die Haut trockener und spröder. Der Verlust von Unterhautfett und elastischen Fasern im Bindegewebe lässt die Haut dünner werden und legt sie in Falten. Äußere Einflüsse, die den Alterungsprozess beschleunigen: UV-Licht, Nikotin, Alkohol, Schlafmangel und Stress. Von innen bestimmen die Gene über das Tempo.

 

 
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Autor:
Uta König