Beikost

Baby Led Weaning: Wenn das Baby sich selbst füttert

Klassischerweise bekommen Babys um den 5. oder 6. Monat herum die ersten Löffel Beikost. Aber es kann auch anders gehen. Das zeigt ein Food-Trend für unsere Kleinsten, der es Babys selbst überlässt Nahrung für sich zu entdecken.

Baby isst Apfel Baby Led Weaning: Wenn das Baby sich selbst füttert © Judith Haeusler/Corbis

Möhrenbrei ist oft der Start für eine lebenslange Liebesgeschichte zwischen Ihrem Kind und dem Essen. Bei den meisten Kindern kommt Möhrenbrei aufgrund seiner natürlichen Süße und dem milden Geschmack sehr gut an. Und gesund ist er auch. Allerdings gibt es Babys, die Brei einfach nicht mögen. Sei es, weil die Textur auf der Zunge unangenehm ist oder sie es merkwürdig finden, einen Plastiklöffel im Mund zu spüren. Wen wundert’s: Bisher kamen nur Brust oder Flasche für die Nahrungsaufnahme in Betracht.

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Baby Led Weaning, kurz auch BLW genannt, geht da einen anderen Weg. Hier sollen die Babys die Lebensmittel selbst entdecken und kennenlernen - indem sie sich selbst damit füttern. So kann ein weichgekochter Möhrenstick, den das Baby selbst in der Hand hält und dann daran lutscht und vielleicht mit der Kauleiste die ersten kleinen Stückchen abbeißt, anstelle von Brei gegeben werden. Die Theorie von BLW geht davon aus, dass die Babys so selbst entscheiden können, ob und wie viel feste Nahrung sie zu sich nehmen. Das soll eher dem natürlichen Essverhalten für Babys entsprechen und so einen Grundstein für ein gesundes Verhältnis zur Nahrung legen.

BLW: Die Vor- und Nachteile

Ein wichtiger Vorteil von Baby Led Weaning: Sie müssen Ihr Kind nicht füttern. Das übernimmt es, wenn es soweit ist, einfach selbst. Das Füttern mit Brei und Löffel entfällt also und Sie können sich mehr Ihrem eigenen Essen widmen. Allerdings fallen besonders am Anfang eine Menge der angebotenen Lebensmittel herunter und Sie müssen Sie vielleicht aufheben oder Ihr Baby mit Neuem versorgen. Und da kommen wir auch schon zum großen Nachteil von BLW: Es kann eine große Sauerei werden. Schließlich bestimmt Ihr Baby, was mit der angebotenen Nahrung passiert. Kleine Kinder probieren gerne aus, was passiert, wenn Sie ein Stück Möhre, Gurke oder Avocado einfach fallen lassen - immer und immer wieder. Das kann besonders bei Fans von Ordnung und Sauberkeit zu Unmut und Stress führen. Es kann weiterhin gleichermaßen ein Vor- wie Nachteil sein, dass die Beikostphase mit BLW in der Regel später beginnt als mit dem klassischen Brei. Denn Ihr Baby muss für Baby Led Weaning aufrecht sitzen können - das können manche Babys erst mit sieben, acht oder neun Monaten.

Wenn Sie unsicher sind, wann und ob Sie mit BLW starten sollten, können Sie auch eine Mischform aus Fingerfood und Brei wählen und Ihr Baby ausprobieren lassen, was ihm am besten gefällt. Oder Sie starten mit Brei und gehen dann, wenn es aufrecht sitzen und gut greifen kann, zu Fingerfood über.

Das ideale Fingerfood für BLW

Da Ihr Baby in der Regel noch keine Backenzähne haben wird, wenn Sie mit BLW beginnen, müssen die angebotenen Lebensmittel weich sein, damit sie am Gaumen zerdrückt werden können. Diese Lebensmittel eigenen sich in Stickform (damit sie gut gehalten werden können) für ein erstes Ausprobieren:

  • Banane
  • Avocado
  • Salatgurke
  • weichgekochte Möhre
  • weichgekochte Kartoffel
  • weichgekochter Kürbis
  • weichgekochter Apfel, Birne oder Mango

Sie können fast alles geben, was auch im gewöhnlichen Babybrei enthalten ist. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Foodsticks schön weich sind. Kochen Sie ruhig ein paar mehr, denn gerade zu Beginn wird viel wieder herunterfallen.

Utensilien für Fingerfood

Damit das Baby Led Weaning für Sie und Ihr Baby zum Erfolg wird, haben wir Tipps für praktische Utensilien für Sie zusammengestellt:

  • Dampfgareinsatz zum schonenden Dämpfen der Gemüsesticks
  • Ärmellätzchen, damit Babys Kleidung möglichst sauber bleibt
  • Hochstuhl
  • Plastiktischdecke (macht sich sowohl auf dem Tisch als auch unter dem Hochstuhl für heruntergefallenes Fingerfood gut)

Wann mit BLW beginnen?

Den Zeitpunkt für den Beikoststart bestimmt Ihr Baby. Das gilt gleichermaßen für Breikost wie für Fingerfood. Ihr Baby ist sehr interessiert an Ihrem Essen, macht Kaubewegeungen, wird vielleicht sogar wütend, weil es nicht an Ihrem Essen teilhaben kann? Dann bieten Sie ihm testweise ein Stückchen Brot (ohne Körner) oder einen Gurkenstick an und schauen Sie, was Ihr Baby damit anstellt. Wenn es freudig daran lustscht und vielleicht sogar darauf herumbeißt, ist das ein gutes Signal für den Beikossttart. Voraussetzung für BLW ist wie erwähnt, dass Ihr Baby aufrecht sitzen können muss, sonst kann es sich beim Schlucken der Nahrung verschlucken.

 
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